Projekt­be­such Südafrika: EcoQuest-Kurs

Natucate on Tour: Im Frühjahr 2020 hat Natucate-Teammitglied Ann-Kathrin dem EcoQuest-Kurs von EcoTraining einen Besuch abgestattet. Erfahrt hier mehr über ihre Eindrücke des siebentägigen Buschabenteuers.

Ann-Kathrin
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Ein Schnupperkurs in der südafrikanischen Wildnis, der Wildlife-Beobachtung mit der Vermittlung theoretischer Grundlagen verbindet – das verspricht der ein-bis zweiwöchige EcoQuest-Kurs von EcoTraining. Im Frühjahr 2020 trat Natucate-Teammitglied Ann-Kathrin den Weg nach Südafrika an, um sich selbst ein Bild vom Kurs zu machen.

Review

Anreise

Die Anreise erfolgte wie bei (fast) allen EcoTraining-Kursen am Flughafen Johannesburg einen Tag vor offiziellem Kursbeginn. Nach der Einreise, dem Aufnehmen der Koffer und etwas Wartezeit am „Busterminal“ des Airports wurde Ann-Kathrin vom Shuttle des Emerald Guesthouses, ihre Bleibe für die kommende Nacht und der gemeinsame Treffpunkt für alle Kursteilnehmer, abgeholt und zur Unterkunft gefahren.

Nach einer Nacht im Gästehaus stieß Ann-Kathrin am nächsten Morgen auf vier weitere EcoQuest-Teilnehmer, die sich alle im blumig-grünen Innenhof der Unterkunft versammelten, um mit EcoTrainings „Bush Bus“ in den Norden des Krüger Nationalparks zu fahren. Mit etwas Verspätung traf der komfortable Bush Bus ein – es gab Stau im Großraum Johannesburg – und brachte die erwartungsvollen Reisenden auf einer etwa siebenstündigen Fahrt zum Pafuri Gate des Nationalparks.

Hier traf kurz darauf aus Richtung Nationalpark ein großer Geländewagen ein: gesteuert von Norman, ihrem Guide für die kommenden sieben Tage. Nachdem das Gepäck umgeladen war und alle Platz genommen hatten, wurde schließlich die Fahrt ins Camp Makuleke angetreten.

Unterkunft

Camp Makuleke liegt eingebettet in der malerischen Wildnis der Pafuri-Region. Kursteilnehmer werden hier nicht in Zelten, sondern in einfachen Holzhäusern einschließlich eigenem Badezimmer untergebracht. Zudem gibt es ein offenes Gemeinschaftshaus für Unterricht und die täglichen Mahlzeiten, eine Küche, ein Büro und eine Feuerstelle unter freiem Himmel. Jedes der Häuser wurde auf Stelzen errichtet – ein Umstand, der dazu dient, keine Spuren zu hinterlassen, denn nach komplettem Abbau des Camps sähe das Areal erneut nach nichts als purer Wildnis aus.

„Ein wunderbares Camp-Team, rustikal-simple Unterkünfte mit allem, was man braucht, und die absolut unglaubliche Nähe zur Natur. In der Simplizität von Camp Makuleke liegt seine Schönheit, denn man befindet sich mitten in der Wildnis des Krüger Nationalparks. Von Makuleke war ich von Anfang an begeistert!“

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EcoQuest-Kurs

Nach Ankunft im Camp Makuleke wurden Ann-Kathrin und die anderen Kursteilnehmer – inzwischen waren fünf weitere Teilnehmer eingetroffen – von Head Instructor Sean zunächst in den genauen Ablauf des Kurses eingeweiht sowie mit wichtigen Sicherheitshinweisen und Verhaltensregeln für das Leben und Fortbewegen in der Wildnis vertraut gemacht. Im Anschluss einigte sich die Gruppe auf folgende Aktivitätengewichtung: morgens ein Game Walk und nachmittags ein Drive.

Eingerahmt wurden diese zwei Aktivitäten stets von einem kurzen Snack nach dem Aufstehen (um etwa 05:30/06:00 Uhr), von einem nahrhaften Brunch nach Rückkehr am Vormittag, einer anschließenden etwa 60-minütigen Theorieeinheit im Gemeinschaftsraum, einer etwa zweistündigen Siesta und einem gemeinsamen Abendessen im Anschluss an die Nachmittagsexkursion.

Weil die Gesamtteilnehmerzahl bei weit über fünf Personen lag, wurde die Gruppe aufgesplittet – ein Teil begab sich am Morgen mit Sean in den Busch, der andere Teil mit Norman. Am Nachmittag tauschten die Guides.

„Sowohl die Exkursionen mit Sean als auch die mit Norman waren fantastisch. Beide sind hervorragende Guides, die uns mit ihrem Expertenwissen tief beeindruckt haben. So führte uns Sean gleich bei unserem ersten Game Walk in die Kunst des Trackens ein: nachdem wir mit dem Geländewagen zunächst ein Stück hinaus in die Wildnis gefahren waren, stoppten wir nach einiger Zeit und marschierten zu Fuß wieder zurück Richtung Camp. Dabei lautete die Mission, den Elefantenbullen wiederzufinden, den wir auf der Hinfahrt bereits erhascht hatten.

Sean führte uns gekonnt durch das unebene Terrain und machte uns dabei immer wieder auf frische Spuren aufmerksam, die möglicherweise vom gesuchten Dickhäuter stammten. Immer tiefer drangen wir ins Dickicht vor. Kurz schien es so, als hätten wir die Fährte verloren, doch dann entdeckte Sean erneut einen eindeutigen Hinweis und wir nahmen die Verfolgung wieder auf. Sean schien genau zu wissen, dass wir nicht mehr weit entfernt sein konnten, da er uns plötzlich dazu anwies, ganz besonders leise zu sein. Das Herz schlug nun allen bis zum Hals. Auf leisen Sohlen schlichen wir durch dichte Mopane-Vegetation, herum um einen letzten Baum – und da stand er, unser Elefantenbulle, und nahm genussvoll einen Vormittagssnack zu sich. Aus sicherer Entfernung beobachteten wir ihn eine Weile, jedermann versetzt in tiefes Staunen. Die Begegnung mit einem Elefanten zu Fuß … ein unvergessliches Erlebnis!

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Diese umwerfende Erfahrung wurde in den darauffolgenden Tagen von einer Reihe weiterer magischer Momente ergänzt. Regelmäßige Begegnungen mit Elefantenherden, Sundowner im sandigen Flussbett und ein Besuch der atemberaubenden Lanner Gorge bei Sonnenuntergang. Neben Elefanten gehörten zu den täglichen Begleitern Impalas und weitere Antilopen, Warzenschweine, Zebras, Paviane, Grünmeerkatzen, Nilpferde, Krokodile, Büffel sowie unzählige Vögel.

„Der letzte Tag hielt schließlich noch einmal ein echtes Highlight für uns bereit, denn wir hatten das unglaubliche Glück, gleich vier der Big Five zu begegnen: Elefanten- und Büffelherden am Vormittag, zwei Nashörnern bei Sonnenuntergang und zu guter Letzt einem Leoparden auf seinem nächtlichen Beutezug. Als hätte das noch nicht genügt, hatte das Camp-Team während unserer Nachmittagsexkursion den großen Esstisch aus dem Gemeinschaftshaus zur Lagerfeuerstelle verlegt, wo uns ein Candlelight Dinner unter Afrikas Sternenhimmel erwarten sollte. Als wir nach Einbruch der Dunkelheit zurück ins Camp kehrten, führte uns ein mit Laternen bespickter Weg zum Speiseort unter der funkelnden Milchstraße. Es war der perfekte Abschluss.“

Am nächsten Morgen nahmen wir zum letzten Mal ein gemeinsames Frühstück ein, bevor wir unser Gepäck auf den Geländewagen verluden und von Norman und Sean zurück zum Pafuri Gate gefahren wurden. Nach einem herzlichen Abschied stiegen wir in den Bush Bus um, der uns zurück zum Emerald Guesthouse fuhr. Nach einer letzten Übernachtung in Johannesburg stand am nächsten Tag schlienßlich der Rückflug nach Deutschland an.

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Ann-Kathrins Fazit

„Der EcoQuest-Kurs ist eine wunderbare Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit in den Genuss einer echten Afrika-Safari zu kommen und gleichzeitig Hintergrundwissen über die örtliche Tier- und Pflanzenwelt zu erlangen. Der theoretische Teil fällt deutlich kürzer aus als die Praxis – ein Umstand, der jedoch bereits erkennen lässt, ob der Wissensdurst so groß ist, dass auch die Teilnahme an einem EcoTraining-Rangerkurs in Frage kommt.

In jedem Fall können sich Teilnehmer auf malerische Landschaften und eine faszinierende Tierwelt freuen. Nicht zu vergessen ist das tolle Camp-Team mitsamt den großartigen Guides, die alles daran setzen, jedem Gast einen gelungenen Aufenthalt zu bereiten.“

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