Natucate
Freiwilligenarbeit Siyafunda – Mathias
Mathias war zwei Wochen beim Wildtier-Monitoring-Schutzprojekt in der Limpopo-Region aktiv. Erfahre mehr über seine Eindrücke und Erfahrungen im Artenschutz in diesem Bericht.
Steckbrief
Name: Mathias
Alter: 34
Projekt: Siyafunda Wildlife Monitoring
Einsatzorte: Limpopo
Zeitraum: 02.09.2024 – 16.09.2024
Bewertung
Betreuung durch das NATUCATE-Team:
Anreise:
Partner vor Ort:
Unterkunft:
Erfahrungsbericht Mathias - Freiwilligenprojekt Siyafunda
1. Könntest Du uns einen kurzen Überblick über Deine Aufgaben im Siyafunda-Projekt geben?
Die Tätigkeiten haben von Tag zu Tag variiert: Morgens ist man in der Regel mit dem Team auf Game Drives unterwegs oder unternimmt Bush Walks. Auf den Games Drives erfasst man mit verschiedenen Apps die Daten zu den Tiersichtungen und bekommt jede Menge an Informationen zu den Tieren.
Auf den Bush Walks liest man Fährten, verfolgt Tierherden und beobachtet die Tiere. Man lernt dadurch sehr viel über die Natur und die Tiere selbst. An den Mittagen stand entweder freie Zeit im Camp zur Verfügung oder man hat die Wildkameras im Reservat ausgewertet und die Daten in die entsprechenden Apps eingepflegt.
Am frühen Nachmittag stand dann entweder wieder ein Game Drive oder Bush Walk auf dem Programm. Die Game Drives enden dann auch mal bei einem spektakulären Sundowner „Sonnenuntergang“ in der Wildnis und einer anschließenden Rückfahrt durch die Dunkelheit mit vielen weiteren Tiersichtungen.
Freitags wurden Maintenance-Aufgaben durchgeführt, z.B. Wege von durch Elefanten zum Umsturz gebrachten Bäume befreien oder auch neue Wege anlegen.
Die Sonntage standen zur freien Verfügung. Es gibt eine Auswahl an diversen Aktivitäten, die man gemeinsam mit den anderen Volunteers unternehmen kann z.B. ein Besuch im Krüger Nationalpark, Dörfer in der Umgebung erkunden, eine geführte Wanderung in der Region. Man findet immer etwas, was einem zusagt. Das Team vor Ort organisiert dann die gewünschten Aktivitäten.
2. Was waren die größten Herausforderungen für Dich während des Projekts?
Wirkliche Herausforderungen gab es für mich nicht. In der ersten Woche musste ich mich noch an die starke Sonne gewöhnen. Spröde Lippen und ein leichter Sonnenbrand ließen sich trotz Lippenbalsam und Sonnencreme nicht ganz vermeiden.
An zwei Tagen hatten wir über die Mittagszeit fast die 40° Marke erreicht, das war etwas anstrengend. Wir kamen dann aber in den Genuss des Pools im Main Camp, der für ausreichende Erfrischung sorgte.
3. Gab es etwas, was Dir besonders gut gefallen hat? Oder etwas, was Du besonders negativ in Erinnerung hast?
Das absolute Highlight war der Sleep Out. In der Gruppe sind wir am Nachmittag durch das Reservat gewandert und haben uns mit dem anderen Team aus dem Camp am Übernachtungsort getroffen. Am Übernachtungsort sucht man sich dann einen Platz, an welchem man seinen Schlafsack auf dem Boden ausbreitet.
Anschließend haben wir ein Lagerfeuer gemacht und ein leckeres Essen gekocht. Nach dem Essen ist man noch gemütlich zusammengesessen, bevor es dann ein Briefing gab, wie die Nacht ablaufen wird. Jeder Volunteer durfte entweder alleine oder im Team eine Nachtschicht übernehmen.
In der Nachtschicht ist man dann für eine Stunde dafür zuständig, die Umgebung mit einer Taschenlampe im Blick zu behalten und nach sich nähernden Tieren Ausschau zu halten. Im Falle einer Tiersichtung musste man einen der Ranger wecken. In dieser Stunde nimmt man den Busch sehr intensiv und klar wahr und lebt voll im Moment.
Man hört wenige Meter entfernt den patrouillierenden Leoparden, gleichzeitig das kilometerentfernte Gebrüll der männlichen Löwen und durch die Hecken nebenan streifen die Hyänen. Ein echtes Abenteuer! Bei gutem Wetter kann man zusätzlich einen atemberaubenden Sternenhimmel betrachten.
4. Hattest Du bestimmte Erwartungen bevor Du zum Projekt gereist bist?
Meine Erwartungen waren sehr vielfältig. Ich wollte im Projekt mehr über die Tiere vor Ort und ihre Lebensweise erfahren und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt dieser Tiere leisten.
Zusätzlich war es mir wichtig, eine gewisse Nähe zu den Tieren zu haben ohne sie dadurch in ihrem Verhalten zu beeinflussen. Eine gute Mischung aus Arbeiten, Lernen und Abenteuer war mir wichtig. Meine Erwartungen wurden mit Sicherheit übertroffen. Man kann zwar Versuchen sich aus der Heimat Vorstellungen zu machen, die Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort sind dann aber doch nochmal viel intensiver.
5. Hast Du in Deiner freien Zeit etwas unternommen, was Du zukünftigen Teilnehmern empfiehlst?
Ich habe an einem Sonntag mit anderen Volunteers einen geführten Tagesausflug in den Krüger-Nationalpark unternommen. Der Tag startete um 04.30 Uhr und endete etwa gegen 19 Uhr im Camp. Ich würde den Tag im Krüger auch anderen Teilnehmern empfehlen.
Man hat nochmal die Gelegenheit, andere Tiere zu sehen und erlebt den Kontrast zwischen einem großen Nationalpark und einem privaten Game Reserve wie das Makalali. Einige der Volunteers hatten dort eine Woche später bei ihrem Tagesausflug einen weißen Löwen gesichtet, was sehr selten sein soll. Der Krüger ist also immer ein Erlebnis.
6. Welche Tipps würdest Du anderen Teilnehmern geben, die das Projekt machen wollen?
Nehmt eine Kamera mit! Ich selbst hatte lediglich mein Handy dabei. Auch mit dem Handy kann man gute Bilder machen, aber die Bilder einer Kamera sind einfach nicht zu übertreffen. Ein „Danke“ geht an Clara, die mir viele ihrer Bilder zur Verfügung gestellt hat und auch in diesem Bericht vorkommen.
Je nach Jahreszeit können die Nächte kalt werden. Vor allem beim Sleep Out sind hier ein guter Schlafsack + warme Kleidung wichtig. Wer sich ansonsten mit der Tierwelt vorab beschäftigen möchte, dem würde ich den Tipp geben, sich mit den Vogelarten in Südafrika näher zu beschäftigen. Ich hatte nicht damit gerechnet, so viele interessante und schöne Vogelbeobachtungen zu machen.
7. Kannst Du einschätzen, wie viele Kosten Du vor Ort noch zusätzlich hattest?
Der Ausflug in den Krüger Nationalpark hatte umgerechnet etwa 120€ gekostet. An den Montagen kann man sich in der Stadt mit eigenen Lebensmitteln wie Limos, Bier und Süßigkeiten eindecken, meine Ausgaben lagen dort insgesamt bei etwa 30€.
An einem Abend waren wir in einer Lodge zum Essen und Feiern inklusive Billard. Dort waren die Ausgaben dann nochmal um die 20€. Ich hatte an meinem Abreisetag im Kamogelo Centre noch ein Frühstück und habe ein Souvenir für zu Hause besorgt. Insgesamt bin ich so auf etwa 200€ zusätzlich gekommen.
Gedanken zum Abschluss - Mein Abenteuer in Siyafunda
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt ein echtes Abenteuer mit vielen schönen Erlebnissen war. Man lernt sehr viel über die Natur und die Tierwelt und ist den Tieren sehr nah. Die Mitarbeiter im Projekt sind wirklich klasse und man wird sofort integriert.
Für mich war es eine Erfahrung, die ich nicht vergessen werde und vielen aus meinem Familien –und Freundeskreis bereits empfohlen habe.