Top 10 der Anti-Touristenattraktionen

Attraktionen, die Du von Deiner To-Do-Liste streichen solltest

Dort mitarbeiten, wo Hilfe gebraucht wird und etwas bewirkt – Freiwilligenarbeit ist in jeder Hinsicht bereichernd und die Nachfrage nach dem freiwilligen Einsatz in gemeinnützigen Projekten wächst besonders unter jungen Menschen. Mittlerweile entpuppen sich jedoch immer mehr Organisationen als Geldfallen, die den guten Vorsatz freiwilliger Helfer zur Ausbeutung von Menschen und Tieren ausnutzen. Daher legen wir jedem, der sich für Freiwilligenarbeit interessiert, dringend ans Herz, bei der Projekt- und Anbieterwahl ganz genau hinzuschauen und kritisch zu hinterfragen, ob der Beitrag Natur, Tier oder Mensch wirklich zugutekommt.

Mehr und mehr rückt vor allem die Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern in ein negatives Licht. Freiwillige Helfer bleiben oftmals nur wenige Wochen und reisen dann mit dem Gedanken ab, etwas Positives bewirkt zu haben. Die Kinder in den Heimen, welche bereits die Trennung von ihren Eltern verkraften mussten, verlieren jedoch eine Bezugsperson – in vielen Fällen zum wiederholten Mal. Ängste und Bindungsprobleme können eine Folge sein und in einigen Fällen auch im Erwachsenenalter zu Problemen führen. Darüber hinaus wurden aus dem asiatischen Raum Fälle bekannt, in denen Eltern von Heimen dafür bezahlt wurden, ihre Kinder zurückzulassen, damit diese aus der Hilfsbereitschaft ausländischer Volunteers Profit schlagen können. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die freiwilligen Helfer oftmals keine ausgebildeten Pädagogen sind und zum Großteil die Landessprache nicht sprechen, wodurch die Kinder in der Zeit, in der sie ihre Muttersprache erlernen sollten, in ihrem Lernprozess beeinträchtigt werden können.

Bei der Auswahl potenziell nachhaltiger Volunteerprojekte, insbesondere in ärmeren Ländern, ist also Vorsicht geboten und eine kritische Betrachtung unumgänglich. Du solltest auch darauf achten, als nicht bezahlte Hilfskraft, die zudem Geld in eine Einrichtung bringt, nicht ausgenutzt zu werden oder nur aus Sparmaßnahmen ausgebildete Einheimische abzulösen. Informiere Dich hier über die ersten Schritte der Organisation eines Freiwilligenaufenthalts.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, den Du auf Deinen Reisen beachten solltest, sind Tierattraktionen und Freiwilligenprojekte, in denen der direkte Umgang mit Wildtieren im Vordergrund steht. Viele dieser Attraktionen und Projekte sind unverantwortlich, da sie Tier und Natur nicht helfen, sondern schaden. Konzipiert sind sie in vielen Fällen lediglich dazu, Touristen anzuziehen, um auf diese Weise Profit einzubringen. Im Nachfolgenden klären wir Dich über 10 unbarmherzige Attraktionen auf, bei denen Deine Alarmglocken in Zukunft läuten sollten.

Löwenaufzucht

Im südlichen Afrika hat sich eine ganze Tourismusbranche um den direkten Umgang mit Löwen entwickelt, weshalb die Tiere vermehrt gezüchtet werden. Bereits innerhalb des ersten Monats werden die Jungen von ihren Müttern getrennt, um stundenlang gekuschelt und mit Touristen auf Fotos abgelichtet zu werden. Doch durch den regelmäßigen Kontakt zum Menschen und den Verlust des Muttertiers als Orientierung können die jungen Löwen ihre natürlichen Instinkte nicht ausbilden. Bei Verhalten, das für den Besucher unangenehm ist, werden die Jungtiere in vielen Fällen sogar bestraft. Zudem sind sie nicht in der Lage soziale Bande zu Artgenossen aufzubauen und können keinen Sinn für die Jagd entwickeln. Diese Tiere werden nicht in die Wildnis entlassen und hätten dort durch die Art und Weise wie sie aufgewachsen sind auch nur geringe Überlebenschancen. Wenn die jungen Löwen schließlich zu groß zum Knuddeln und Hochheben sind, werden ihnen Leinen umgeschnallt, um mit ihnen spazieren gehen zu können. Einige von ihnen werden auch trainiert, um ohne Leine neben den Touristen zu laufen. Andere werden an die Gatterjagd verkauft, bei der sie gezielt von zahlenden Jägern erschossen werden (cannedlion.org). Doch auch dort hört die Ausbeutung der Tiere in vielen Fällen noch nicht auf, da vor allem ihre Knochen oftmals in asiatische Länder wie China weiterverkauft und als Tigerknochen mit heilender Wirkung gehandelt werden.

Selfies mit Tigern

Bereits in sehr jungem Alter werden die Jungtiere von ihren Müttern getrennt, um beispielsweise in Ländern wie Australien, Mexiko, Argentinien oder Thailand als Touristenattraktion in Gefangenschaft zu leben. Touristen spielen mit den Jungtieren, knuddeln sie sogar. Oftmals werden die erwachsenen Tiere auch auf hartem Boden angekettet, leben in kleinen Käfigen oder dienen Besuchern, die aus nächster Nähe mit dem Tier posieren, als Fotomotiv.

Tanzende Affen

In Thailand werden Makaken so trainiert, dass sie in Erscheinung und Verhalten menschlicher wirken, werden gezwungen Tricks vorzuführen und zu tanzen. Sobald sie nicht mehr vor einer Masse stehen, werden sie angekettet oder angeleint in kleinen Käfigen gehalten.

Elefantenreiten

Bereits als Jungtiere werden Elefanten in vielen Fällen von ihren Müttern getrennt, um sie mit Holzstöcken oder Stöcken mit Metallspitzen durch Schmerzen gefügig zu machen. Sie werden zudem in kleinen Käfigen gehalten oder durch Seile oder Ketten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, um ihren Willen zu brechen. Durch den Verlust der familiären Bindung und die isolierte Haltung in Verbindung mit regelmäßigen Schmerzen sind die Elefanten oftmals nicht in der Lage natürliche soziale Bindungen zu Artgenossen aufzubauen und einige Tiere erleiden psychische Schäden. Vor allem in Thailand ist Elefantenreiten eine Touristenattraktion, die viele Besucher anzieht. Auch in Südafrika ist dieser Trend in den letzten 10 Jahren deutlicher geworden.

Delfinshows

Unzählige Touristen besuchen Delfinarien, da sie sich nicht über die Grausamkeit und die Misshandlungen der Tiere bewusst sind. In den USA ist es inzwischen verboten, frei lebende Delfine für zu diesem Zweck zu fangen. Gängige Fangmethode ist es, die Tiere mit Speedbooten in die Enge zu treiben, bevor sie an Bord gezogen oder in Netzen gefangen werden. Für die Tiere ist der Stress während des Transports enorm und viele sterben auf dem Weg zum Ziel. In den Delfinarien leben die Tiere, egal ob wild gefangen oder in Gefangenschaft geboren, ein leidvolles Leben und sind durch die oftmals nur schwimmbadgroßen Gehege stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Bäder sind oftmals mit Chlor behandelt, wodurch es zu schmerzhaften Haut- und Augenirritationen kommen kann. Auch Sonnenbrände sind eine häufige Folge der eingepferchten Haltung, da die Tiere nicht in schützende Tiefen abtauchen können wie im offenen Meer. Zudem ist ihre Echoortung durch die Wasserbecken beeinflusst, die sich ganz anders verhalten als Felsen und Korallen. Viele Delfine leiden zudem an stressbedingten Herzinfarkten oder Magengeschwüren.

Bärenparks

Bären werden in sterilen, kargen Gruben oder beengenden Käfigen gehalten, in denen es keine Beschäftigung oder verhaltensanreichernde Aktivitäten gibt. Da die Tiere in natürlichem Umfeld Einzelgänger sind, und die Gehege in den meisten Fällen überfüllt sind, neigen die Bären als Folge des Stresses und der Gefangenschaft viel schneller dazu, an bakteriellen Infektionen zu erkranken oder sich durch Kämpfe mit anderen Bären schlimme Verletzungen zuzuziehen. In einigen Fällen werden die Bären auch verkleidet und gezwungen Tricks in Zirkusvorstellungen aufzuführen.

Meeresschildkröten halten

Auf den Cayman Islands (Kaimaninseln) gibt es die letzte Meeresschildkrötenfarm, die als Touristenattraktion geführt wird. Die Tiere werden von den Touristen hochgehalten, wodurch ein sehr hohes Stresslevel bedingt wird, das ihr Immunsystem schwächt und sie anfälliger für Krankheiten macht. Erst kürzlich wurden infolge einer Clostridiuminfektion knapp 1.300 Tiere getötet. Da Meeresschildkröten von Natur aus scheue Tiere sind, geraten sie beim Kontakt zu Touristen häufig in Panik, schlagen intensiv mit ihren Flossen und ziehen sich dabei regelmäßig Frakturen zu oder verlieren ihre Krallen. Es sind auch Fälle bekannt, in denen erschrockene Touristen Tiere fallen gelassen haben und die Schildkröten auf diese Weise erhebliche Verletzungen oder sogar potenziell tödliche Panzerrisse erleiden. Darüber hinaus stehen die Tiere in der Einrichtung auf der Speisekarte.

Gefangene Zibetkatzen besuchen (Kaffee)

Eine einzelne Tasse des Zibetkatzen-Kaffees (bzw. Kopi Luwak) bringt bis zu $100 ein. Zibetkatzen lieben es die Kaffeekirschen zu fressen und der Kopi Luwak wird aus den Bohnen gemacht, die mit den Überresten der Kirsche von den Katzen wieder ausgeschieden werden. Wenn die Exkrete der Zibetkatze in der Wildnis gesammelt werden, entsteht kein Leid, doch bei dem Versuch mehr Kopi Luwak verkaufen zu können, werden die Tiere gefangen und in kleinen, überfüllten Käfigen gehalten. Durch die Käfighaltung erleiden die Tiere massiven Stress und Krankheiten. Darüber hinaus werden sie zu einer ungesunden Ernährung genötigt, die gänzlich aus Kaffeekirschen besteht. In Indonesien können Touristen solche Einrichtungen sogar besuchen, sich die eingesperrten Tiere ansehen und den Kaffee probieren, wodurch die Zahl der gefangenen Zibetkatzen weiter zunimmt.

Schlangenbeschwörung und küssende Kobras

Schlangenbeschwörung ist schon seit einigen Hundert Jahren eine Unterhaltungsform auf zahlreichen Straßen und in den meisten Fällen werden Kobras in dem Wissen, dass ihr Biss giftig ist und Menschen sogar töten kann, für Vorführungen genutzt. Seit Neustem entwickelt sich der Trend in Thailand jedoch dahin, Kobras zu küssen. Die Schlangen werden aus der Wildnis gefangen und mit Metallzangen unschädlich gemacht, indem ihre Giftkanäle blockiert oder entfernt werden (und das oftmals mit nicht sterilisierten Geräten). Dadurch kommt es zu schmerzhaften Infektionen, die zum Tod der Tiere führen können.

Krokodilfarmen

Bereits seit vielen Jahren werden Krokodile wegen ihrer Haut und ihres Fleisches gezüchtet. Seit Neustem können Touristen solche Einrichtungen auch besuchen und anschließend Mahlzeiten mit Krokodilfleisch zu sich nehmen. Die Bedingungen auf den Krokodilfarmen sind zumeist sehr schlecht, sodass die stressanfälligen Tiere krank werden und besonders häufig an Sepsen leiden. Durch die beengte Haltung kommt es regelmäßig zu Kämpfen um Platz, Wasser oder Fleisch zwischen den eingepferchten Tieren, die zu ernsthaften Verletzungen und in einigen Fällen sogar zu ihrem Tod führen können.

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