Nachhal­tiges Reisen – Hygie­ne­ar­tikel

Im Rahmen unserer Blogreihe zum Nachhaltigen Reisen legen wir den Schwerpunkt im folgenden Artikel auf das Thema Hygieneprodukte – denn wie im normalen Alltag spielen diese auch im Urlaub eine gewichtige Rolle.

Chrissy
Chrissy
Ratgeber
Nachhaltiges Reisen: Frau beschaeftigt sich mit einem Globus

Hygiene im Urlaub

Wie schon in unserem ersten Blogbeitrag zum Thema Nachhaltiges Reisen mit Fokus auf Flugreisen möchten wir auch in diesem Beitrag das Thema vertiefen. Anhand einiger Informationen und Tipps möchten wir Euch helfen, Euren ökologischen Fußabdruck auf Euren Reisen zu verkleinern. Diesmal geht es um Hygiene im Urlaub: Shampoo, Duschgel, Seife und Co.

Auf Reisen spielt Hygiene genau wie zu Hause eine wichtige Rolle. Während einer Reise wird meist die Unterkunft häufiger gewechselt, man teilt sich Sanitäranlagen mit vielen Personen, nutzt vermehrt öffentliche Verkehrsmittel, trifft viele neue Leute aus unterschiedlichen Ländern, erlebt ein anderes Klima und nimmst anderes Essen zu Dir, auf das sich der Körper erst einmal einstellen muss. Für Bakterien und Viren sind dies paradiesische Zustände und nicht selten bringt man als Urlaubssouvenir eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt mit nach Hause.

Um dem vorzubeugen, ist Hygiene das richtige Stichwort. Regelmäßiges Waschen und die Reinigung der Kleidung wirkt der Übertragung von Krankheiten entgegen. Doch wie nachhaltig sind die Hygieneprodukte, die wir auf Reisen im Gepäck haben?
Neben der Verpackung einiger Seifen, Shampoos oder Duschgels sind oft auch die Inhalte unserer Pflegeartikel schädlich für Mensch, Tier und Natur. Im folgenden Artikel möchten wir Euch einige dieser Inhaltsstoffe näher vorstellen, damit Ihr bei Eurem nächsten Einkauf wisst, worauf Ihr achten müsst.

Mikroplastik

Plastik ist inzwischen überall auf der Welt zu finden: Von ganzen Plastiktüten, die im Meer schwimmen, bis hin zu Mikroplastik, welches mit einer Größe von weniger als fünf Millimeter bereits in Zooplankton entdeckt wurde.
Mikroplastik hat seinen Ursprung nicht nur im Abrieb von größeren Plastikteilen, sondern auch in Kosmetikprodukten. Peelings, Schminke, Duschgel, Cremes oder auch Waschmittel enthalten häufig Mikroplastikpartikel. Hier wird das Mikroplastik als Binde-/Schleifmittel oder zur Filmbildung eingesetzt. Die in Kosmetik- und Hygieneprodukten enthaltenen Mikropastikpartikel gelangen durch das Abwasser in den Wasserkreislauf und können in den Abwasseraufbereitungsanlagen meist nicht ausreichend aus dem Wasser herausgefiltert werden – sie sind nun im Wasserkreislauf integriert, wo das Mikroplastik Mensch, Tier und Natur schädigt.

Du kannst erkennen, ob Mikroplastik in den Produkten enthalten ist, indem Du nach den folgenden Inhaltsstoffen Ausschau hältst:

Kunststoff (Abkürzung)

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Nylon-12 (Nylon-12)
  • Nylon-6 (Nylon-6)
  • Polyurethan (PUR)
  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyacrylat (PA)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polystyren (PS)
  • Polyquaternium (PQ)
EcoTourism: Angeschwemmter Plastikmuell am Strand

Aluminium

Eventuell hast Du schon einmal auf einer Deo-Verpackung die Aufschrift „frei von Aluminiumsalzen“ gelesen. Aluminiumsalze verschließen die Poren und hemmen so die Schweißbildung – was schließlich der Sinn und Zweck eines Deos ist. Warum also darauf verzichten? Es ist nicht ohne Grund, dass immer mehr Hersteller auf den Einsatz von Aluminiumchloriden verzichten und nach Alternativen suchen.

Aluminium kann sich im Körper anreichern und laut einiger Quellen Krankheiten wie Brustkrebs und Alzheimer begünstigen. Zudem gilt Aluminium als nervenschädigend und hautirritierend. Die tägliche Menge, welche laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tolerierbar ist entspricht etwa 8,6 Mikrogramm bei 60 kg Körpergewicht. Dieser Wert wird jedoch bei einer täglichen Anwendung von aluminiumhaltigen Produkten überschritten.

Doch Aluminium hat nicht nur schädliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Obwohl Aluminium ein natürliches Element ist – sogar das dritthäufigste in der Erdkruste – führt eine erhöhte Zufuhr zu Versäuerung von Boden und Wasser. Sinkt der pH-Wert weiter, können einige Tier- und Pflanzenarten in dem betroffenen Umfeld nicht überleben.

Aluminium findet sich jedoch nicht nur in Deodorants, sondern auch in anderen Kosmetikprodukten wie Zahnpasta oder Lippenstift.

Paraffine

In Cremes oder Lippenstiften werden Paraffine genutzt, um einen Glanzfilm auf Haut und Lippen zu erzeugen; zudem wirken Paraffine rückfettend. Paraffine sind Kohlenwasserstoffe, die in der Kosmetik als günstige Alternative zu Pflanzenölen verwendet werden. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass sich Paraffine als Film über die Haut legen, so die Poren verstopfen und sich im Körper anreichern. Wie bei Aluminium wird auch bei Paraffinen vermutet, dass das Krebsrisiko durch die Nutzung steigt.
Und wie wird Paraffin erzeugt? Paraffine werden aus Erdöl gewonnen – und hier kommen wir zu dem Grund, warum Paraffine umweltschädlich sind. Paraffine an sich gelten als unbedenklich für die Umwelt; ihre Herstellung hingegen nicht, da bei der Förderung und Verarbeitung umweltschädigende Emissionen entstehen.
In der Inhaltsangabe werden Paraffine mit Paraffinöl (Paraffinum Liquidum) und Vaseline (Petrolatum) gekennzeichnet.

Tenside

Tenside sind das Zaubermittel in Waschmitteln oder Reinigungsprodukten, die Schmutz von Haut oder Stoff trennen. Zu den Tensiden zählen: Anionische, kationische und amphotere Tenside.

  • Anionische Tenside sind in den meisten Waschmitteln zu finden, da sie auch bei niedrigen Temperaturen eine gute Wirkung erzielen. Ein Anzeichen für anionische Tenside ist viel Schaum bei der Verwendung des Produkts.
  • Kationische Tenside werden meist in Weichspülern eingesetzt, da sie Textilien geschmeidig und Haar gut kämmbar machen, sowie als Desinfektions- oder Konservierungsmittel.
  • Amphotere Tenside kommen häufig in Handspülmitteln und Kosmetikprodukten wie etwa Haarshampoo vor und sind verträglicher für die Haut als andere Tenside.

Doch neben dem Schmutz entfernen die Tenside in Körperpflegeprodukten auch den natürlichen Fettmantel der Haut, der die Haut schützt. Ist dieser beschädigt oder entfernt, wird die Haut anfälliger für Fremdstoffe. Um dies zu vermeiden, werden meist Kombinationen aus verschiedenen Tensiden verwendet. So wird zum Beispiel der Anteil der amphoteren Tenside erhöht.
Auch in Bezug auf die Umweltverträglichkeit schneiden Tenside nicht gut ab. Dies liegt zum einen an ihrer Herstellung und ihren Auswirkungen auf die Umwelt nach der Nutzung durch den Menschen.

Tenside werden entweder aus Erdöl oder anderen fossilen Rohstoffen wie auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie Palm- oder Kokosöl hergestellt. Mais und Kartoffelstärke können ebenfalls für die Herstellung von Tensiden verwendet werden. Wie bereits im Abschnitt über Paraffine erläutert, ist die Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl nicht besonders umweltfreundlich. Und die nachwachsenden Rohstoffe? Auch hier muss genauer hingeschaut werden, denn Palmenpflanzen und Kokosnussplantagen können ebenfalls eine sehr schlechte Öko-Bilanz aufweisen. Hier können Bio-Tenside aus nachhaltigem Anbau jedoch als Alternative genutzt werden.

Nachhaltiges Reisen: Palmen am Strand

Was alle Tenside jedoch gemeinsam haben ist, dass sie – einmal im Wasser – für im Wasser lebende Organismen in der Regel tödlich sind. Durch ihre chemischen Eigenschaften legen sich die Tenside wie ein Film über die Organismen und benetzen diese. Dies schränkt die Funktion der Organismen ein und führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit für andere giftige Stoffe, z.B. Pestizide. Sind Tenside jedoch biologisch abbaubar, wird diese Gefährdung eingedämmt. Hierbei rückt der Ursprung der Tenside in den Vordergrund. Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen sind leichter abbaubar und können damit schnell in ihre einzelnen Komponenten zerteilt werden, von denen keine Gefahr mehr ausgeht.
Wenn Du also Produkte kaufst, die Tenside enthalten, solltest Du darauf achten, dass es sich um biologisch abbaubare Tenside handelt, die aus ökologisch angebauten, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden.

Beim Kauf und der Nutzung von Reinigungs-, Pflege- und Kosmetikprodukten sollte Dir bewusst sein, dass die Inhaltsstoffe immer im Abwasser und somit letztendlich im Wasserkreislauf enden werden. Nutzt Du kleinere Mengen, gelangen weniger Inhaltstoffe ins Abwasser. Auf der Suche nach einer geeigneten Allzweck-Seife können wir Dir Kernseife empfehlen. Achte hierbei darauf, dass die Kernseife aus pflanzlichen und ökologisch angebauten Rohstoffen hergestellt wurde, z.B. aus Olivenkernöl und auch für die Körperpflege geeignet ist. Die Kernseife kannst Du dann für praktisch alles verwenden: Hände, Haare, Geschirr und Kleidung.

Im Fall von Anmerkungen oder Ergänzungen zu dem Thema, freuen wir uns auf Deine Nachricht.

Du möchtest mehr zum Thema Nachhaltiges Reisen erfahren? Dann schau Dir auch unsere Blogartikel zu den Themen Nachhaltiges Reisen: Flugreisen und Nachhaltiges Reisen: Müll an.

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