Der afrikanische Wildhund

Hochintelligent, ein erfolgreicher Räuber und sehr gesellig - Der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus) ist sicherlich eine der Charakterarten der afrikanischen Savanne und Trockengebiete. Ihr Hauptverbreitungsgebiet befindet sich in Kenia, Sambia, Simbabwe, Botswana und im südafrikanischen Krüger-Nationalpark. Mit 60-75 cm Körperhöhe und einem durchschnittlichen Gewicht von 20-25 kg bildet er innerhalb der Familie der Canidae (Hunde) einen eher kleinen bis mittelgroßen Vertreter. Im Deutschen wird oft auch die Bezeichnung „Hyänenhund“ verwendet, da er in Form und Farbe (schwarzer Grundton mit rötlich-braun-gelben Flecken) den ebenfalls in Afrika beheimateten Hyänen ähnelt. Zu seiner Beute gehören vor allem Gazellen, Impalas und Warzenschweine, aber auch Nagetiere und Vögel. Da er vor allem alte und kranke Tiere erlegt, gilt er innerhalb seines Ökosystems als wichtiger Bestandsregulator.

Der Afrikanische Wildhund ist ein Rudeltier und zeichnet sich deshalb durch ein ausgeprägtes Sozialverhalten sowie durch ein starkes Hierarchiegefüge innerhalb des Rudels aus. So wird jedes Rudel von einem dominanten Alpha-Paar angeführt, das die Fortpflanzung gewährleistet. Die übrigen Rudelmitglieder, die auf Grund eines veränderten Hormonhaushaltes meist unfruchtbar sind, kümmern sich vor allem um den neuen Nachwuchs. Trotz der klaren Rangordnung treten wenige Rivalitäten innerhalb der Gruppe auf. Vielmehr zeichnet sich das Verhalten der Wildhunde durch Gehorsam, Altruismus und Teilungsbereitschaft aus, sodass es nur selten zu Konflikten kommt. Übrigens: Sobald sich die Rangordnung im Rudel ändert und ein neues Alpha-Paar bestimmt wird, erlangen die entsprechenden Individuen ihr Fortpflanzungsvermögen zurück.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ordnet den Afrikanischen Wildhund als stark gefährdet ein. Vor allem durch Lebensraumverlust und anthropogene (menschliche) Störeinflüsse wie zum Beispiel Wildtierfallen oder aktive Bejagung sind die Bestandszahlen in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Im Jahr 1997 lebten noch knapp 5000 Afrikanische Wildhunde in Afrika, seitdem ist die Zahl den Schätzungen nach weiter gesunken.

Da der Mensch immer weiter in den Lebensraum der Wildhunde vordringt und diesen somit beschneidet, sind ausgewiesene Schutzzonen sowie ein adäquates Monitoring (Bestandsaufnahme) von essentieller Bedeutung für das Fortbestehen dieser Art. NATUCATE unterstützt diese bestandssichernden Naturschutz Maßnahmen, die im Gegensatz zu relativ ineffizienten Aufzuchtprojekten von größerer Bedeutung für den nachhaltigen Schutz der Afrikanischen Wildhunde sind.

Autor: NATUCATE – David Pyka

Quellen: The Behaviour Guide to African Mammals, Richard Despard Estes, 2012, University of California Press, London

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