Sabbatjahr für Führungskräfte

Besonders Führungskräfte sind oftmals hochgradig strapaziert, da sie durch regelmäßigen Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit und die Übernahme von Verantwortung für den Erfolg von Projekten sowie für Mitarbeiter einem hohen Maß an Belastung ausgesetzt sind. Nicht selten rutschen Arbeitnehmer in führenden Positionen trotz erreichter Ziele in persönliche Krisen oder leiden unter stressbedingten Erkrankungen.

Vor allem unter Top-Managern war ein Sabbatjahr bisher nicht immer eine realistische Option, da eine Auszeit vom Beruf früher und teilweise auch heute noch als Schwäche angesehen wurde bzw. wird. Mittlerweile wird ein Sabbatical jedoch in zunehmendem Maße weniger als Karriereknick wahrgenommen, sondern vielmehr als persönliche Weiterentwicklung und Bereicherung, die auch berufliche Vorteile bieten kann. Arbeitnehmer entscheiden sich für eine Auszeit und kehren erholt, zufrieden und v.a. deutlich leistungsfähiger als zuvor in den Arbeitsalltag zurück – davon profitiert anschließend besonders der Arbeitgeber. Mit neuer Motivation, neuen Erkenntnissen und einem kreativeren Umgang mit anspruchsvollen Aufgabenstellungen bereichern auch erholte Führungskräfte das Unternehmen, tragen mit einem gefestigten Bewusstsein zu einer hohen Qualität der Arbeit und außerdem zu einem besseren Betriebsklima bei.

Was sollten besonders Führungskräfte mit dem Wunsch nach einem Sabbatjahr beachten?

Allen Vorurteilen und Hindernissen zum Trotz ist ein Sabbatical durchaus auch für Führungskräfte großer Unternehmen eine Option, die jedoch i.d.R. eine gründliche Vorbereitung notwendig macht.

Konzepte entwickeln

Wichtig ist natürlich sowohl für Führungskräfte als auch für Arbeitnehmer mit weniger Verantwortung die rechtzeitige Planung der ganzen Unternehmung. Ist Dir als Führungskraft erst einmal bewusst, dass Du eine Auszeit möchtest oder vielleicht auch brauchst, solltest Du Dir überlegen, wie genau Du Dir Deine Auszeit vorstellst. Wo möchtest Du hin, welches Programm interessiert Dich, möchtest Du weiterhin im Unternehmen bleiben? Um Dein Vorhaben überzeugend bei Deinem Vorgesetzten – sofern Du einen Vorgesetzten hast – vorstellen zu können, solltest Du Dir besonders über den letzten Punkt Gedanken machen und überlegen, ob sich Deine Auszeit möglicherweise über eine Arbeitszeitenregelung ermöglichen lassen könnte. Zudem solltest Du Dir auch ein Konzept zur möglichen Umverteilung Deiner Aufgaben und Verantwortungen für die Übergangszeit überlegen, um Deinen Vorgesetzten konkrete Ideen geben zu können.

Dein nächster Schritt sollte Dich dann zu Deinem Vorgesetzten führen, um Deine Absichten offen zu legen, gemeinsam Lösungen entwickeln zu können und Deine Auszeit zu beantragen. Bekommst Du grünes Licht und Unterstützung für Dein Vorhaben, sind die wichtigsten Schritte zum einen die konkrete Umsetzung der Umverteilung Deiner Aufgaben sowie die Planung von Finanzen und Versicherungen – dazu kannst Du in unserem Blog sowie auf unseren Seiten zur Sabbatical-Planung mehr zu unterschiedlichen Möglichkeiten erfahren.

Arbeitsalltag umstrukturieren

Bezüglich der Umverteilung Deiner Aufgaben musst Du Dir zunächst überlegen, wer Dich für Deine Mitarbeiter und für Kunden als fester Ansprechpartner vertreten könnte. Deine alltäglichen Aufgaben solltest Du zudem mit Prioritäten versehen und an Kollegen und ggf. Vorgesetzte verteilen. Um ausreichend Zeit für die Einarbeitung zu haben und mögliche Rückfragen in angemessenen Umfang behandeln zu können, solltest Du Deinen direkten Vertreter frühzeitig bestimmen. Sinnvoll ist es zudem, Deine Verpflichtungen und Verantwortungen zu notieren, um selbst den Überblick über offene Punkte zu behalten und auch Deinem Vertreter die Aufgabe zu erleichtern. Darüber hinaus solltest Du sowohl firmenintern als auch bei Kunden bekannt geben, wer Dich als neuer Ansprechpartner in Deiner Abwesenheit vertritt. Ist Deine Tätigkeit projektbezogen, bietet sich natürlich vor allem eine Auszeit nach Beendigung offener Baustellen an, um Deinen Vertretern den Mehraufwand der zeitintensiven und aufwendigen Einarbeitung in möglicherweise recht komplexe Aufgabenstellungen zu ersparen.

Als Führungskraft ist für Dich besonders wichtig Dich frühzeitig mit der Planung zu beschäftigen und auch große zeitliche Puffer einzurechnen, da Du viel Verantwortung abzugeben hast, viele Leute beteiligt sind und Deine Vertretung angemessen eingearbeitet werden muss. Dennoch solltest Du Dich durch den Mehraufwand nicht abschrecken lassen, da ein Sabbatjahr eine großartige Chance ist aus einem festgefahrenen Alltag auszubrechen, wieder zu Dir zurückzufinden und Dir einzigartige Erlebnisse ermöglicht, an die Du lange zurückdenken wirst.

Quelle: www.businessinsider.de https://careerloft.de

Das Hamsterrad dreht sich immer schneller, die Luft ist komplett raus – auch Führungskräfte sehnen sich nach einer Auszeit, sehen jedoch oftmals auch die vermeintlichen Hürden, die ihrem Wunsch im Wege stehen. Um zum erforderlichen Mut für Deinen Auszeittraum zu finden und damit den Weg zurück zu Erfindungsreichtum und Tatkraft zu ebnen, ist das Aufsuchen professioneller Unterstützung oftmals der richtige Weg. Dr. phil. Waltraut Fiona Berle ist Psychologin und Persönlichkeitscoach und steht Dir mit strategischen Anleitungen zum Ziele-Erkennen und Ziele-Erreichen kompetent zur Seite – weitere Informationen findest Du auf der Website: www.dr-berle.de.

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