Ranger-Ausbildung: Spinnentiere
– Die wachsamen Jäger

Die Gruppe der Spinnentiere (Arachnida) umfasst die Ordnung der Webspinnen, Weberknechte, Skorpione, Pseudoskorpione und Milben. Die bedeutendsten Gruppen für eine Field Guide-Ausbildung in Afrika sind die Webspinnen (Araneae), die Skorpione (Scorpiones) und die Milben (engl. ticks, lat. Acari).

Als sicherstes Merkmal zur Unterscheidung zwischen Insekten und Spinnentieren gilt die Anzahl der Beine: Insekten haben meistens sechs Beine und Spinnen acht. Darüber hinaus besitzen Spinnen zwei Körperteile, bestehend aus Cephalothorax und Abdomen. An der Vorderseite des Cephalothorax sitzen acht einfache Augen. Die Sinneswahrnehmung erfolgt jedoch meistens über feine Härchen, die über den ganzen Körper verteilt sind und sogar feinste Vibrationen in der Luft oder im Boden wahrnehmen können.

Die meisten Spinnen sind carnivor, das heißt sie ernähren sich räuberisch von anderen Tieren und stehen daher oft an der Spitze der Nahrungskette. Für den Beutefang werden die unterschiedlichsten Strategien benutzt. Viele Webspinnen bauen zum Beispiel Netze, mit denen sie Beutetiere fangen, andere Vertreter bauen aus Spinnenseide Röhren, die sie als Versteck nutzen, um das Beutetier im geeigneten Moment zu überraschen. Skorpione hingegen nutzen ihre starken Scheren dazu, die Beute direkt zu fangen und zu erlegen. Eine vollkommen andere Strategie wird beispielsweise von Milben genutzt: Sie ernähren sich oft parasitisch, das heißt sie leben auf anderen Tieren und saugen deren Blut. Eine berühmte Unterordnung der Milben, die für dieses Verhalten bekannt ist, sind die Zecken (Ixodida).

Viele Webspinnen und Skorpione besitzen starke Gifte, welche oft cytotoxisch oder neurotoxisch wirken. Eine genaue Kenntnis der giftigsten Arten in dem Gebiet Deiner Ranger-Ausbildung sowie das sachgerecht Verhalten bei einem Spinnenbiss kann daher überlebenswichtig sein. Daher einige wichtige Informationen und Verhaltensregeln in Bezug auf Spinnen und Skorpione:

Alle Webspinnen besitzen Giftdrüsen und produzieren Gift. Das bedeutet aber keineswegs, dass alle Spinnen gefährlich für den Menschen sind. Die meisten Spinnen sind für den Menschen völlig ungefährlich, da ihr Gift entweder zu schwach ist oder ihre Kieferklauen (Cheliceren) zu schwach sind, um die Haut des Menschen zu penetrieren. Im Folgenden sind einige der wichtigsten Vertreter (englische und lateinische Art- bzw. Gattungsnamen) des südlichen Afrikas genannt, vor denen sich der Mensch in Acht nehmen sollte:

  • Black Button Spider (Latrodectus indistinctus) eine der gefährlichsten Spinnen Südafrikas
  • Sac Spider (Clubionidae) aggressive Spinne mit schmerzhaftem Biss
  • Violin Spider (Laxoscelinae) besitzen ein starkes cytotoxisches Gift
  • Six-Eyed Crab Spider (Sicariidae) besitzen ein starkes cytotoxisches Gift
  • Small Baboon Spider (Harpactirella lightfooti) das Neurotoxin ist nicht sehr stark, der Biss aber schmerzhaft
  • Buthidae (Parabuthus) diese Skorpion-Gattung besitzt ein starkes Neurotoxin, das die Atmung und das Herzkreislaufsystem lähmt.

Im Falle eines Bisses durch einen der genannten Vertreter sollte so schnell wie möglich eine ärztliche Behandlung erfolgen, insbesondere bei Bissen durch die Black Button Spider, Sac Spider, Violin Spider, Six-Eyed Crab Spider oder durch Skorpione.

Im Gegensatz zu den meisten Spinnen und Skorpionen sind Milben zwar nur selten giftig, dafür gelten sie als wichtige Krankheitsüberträger, vor allem Zecken. Der beste Schutz gegen Zeckenbisse sind lange Kleidung und Insektenspray. Außerdem sollte man nach jedem Aufenthalt in der Wildnis seinen Körper nach Zecken absuchen und diese gegebenenfalls entfernen.

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