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PWE Wild Kwapa - Emilia

Emilia war bei unserer PWE Wild Kwapa zum ersten Mal dabei. Zwei Wochen Wildnis im Okavango Delta und viele besondere Momente. Erfahre mehr in ihrem Bericht.

Emilia
Erfah­rungs­be­richte
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Steckbrief

Name: Emilia

Alter: 27

Reise: PWE Wild Kwapa

Dauer: 15 Tage

Ort: Camp Kwapa, Okavango Delta

Bewertung

Bewertung der Reise:

Meine Zeit bei der Private Wilderness Experience Kwapa: Zwei Wochen Wildnis, die bleiben

Ich war das erste Mal in Botswana. Und endlich auf Natucate-PWE.

Seit meinem Beginn bei Natucate ist die PWE Kwapa für mich diese ganz besondere Reise. Für viele Natucate-Teammitglieder, aber auch für viele unserer Kundinnen und Kunden, ist sie etwas ganz Besonderes. Ich hatte schon unendlich viele Bilder und Videos gesehen, Geschichten gehört und andere Erfahrungsberichte gelesen. Trotzdem konnte mich nichts darauf vorbereiten, wie es wirklich ist, selbst vor Ort zu sein.

Es ist schwierig, Worte dafür zu finden, wie beeindruckend, schön und intensiv diese zwei Wochen waren. Aber ich werde es trotzdem versuchen.

Anreise nach Botswana – und langsam raus aus der Zivilisation

Für mich ging es von Hamburg nach Frankfurt und von dort über Johannesburg nach Maun. Alles lief problemlos. Ich habe zwischendurch immer wieder bei der Airline gecheckt, dass mein Gepäck auch wirklich bis nach Maun durchgecheckt wird. In Johannesburg gab es noch einen kleinen Happen Frühstück am Flughafen, bevor ich gegen Mittag Maun erreichte.

Dort begrüßte mich Meg und wir liefen zum Duck Café. Dort waren bereits alle anderen angekommen und begrüßten mich herzlich. Einen Cappuccino gab es noch, bevor es dann auch schon direkt mit den Game-Drive-Fahrzeugen Richtung Camp Kwapa ging.

Den warmen Wind im Gesicht spüren, die anderen Gäste kennenlernen, den Blick über die Randgebiete von Maun schweifen lassen, Esel und Kühe sehen und so langsam die Siedlungen und Zivilisation hinter sich lassen, war ein schönes Gefühl.

Nun liegen zwei Wochen Wildnis vor uns.

Auf geht's!

Elefantenspur im Sand
Elefantenbulle beim Sonnenuntergang

Ankommen im Camp Kwapa

Bereits auf unserem Weg zum Camp wurden wir von der Natur überrascht: Zwei Elefantenbullen in den dichten Mopane-Wäldern, drei Geparden, die wohl recht selten in dieser Region sind, und eine kleine Elefantenherde auf dem Weg zum Wasser.

Wir machten einen kleinen Zwischenstopp, bei dem wir uns alle vorstellten und traten sinnbildlich in die Wildnis ein. Eine schöne Zeremonie, die den Übergang noch einmal ganz bewusst gemacht hat.

Auf den letzten Kilometern zum Camp passierte dann direkt einer meiner rückblickend absoluten Lieblingsmomente: Wildhunde tauchten an einem der Wasserlöcher auf.

Für mich war das ein emotionaler Moment, denn vor zwei Jahren war ich bei unserem Freiwilligenprojekt in Zululand und dort haben wir zwei Wochen lang nach Wildhunden gescannt, ohne sie zu finden. Am letzten Tag haben wir sie dann – im strömenden Regen – für einen ganz kurzen Augenblick beobachten können.

Jetzt so begrüßt zu werden, fühlte sich an wie:

„Willkommen zurück in der Wildnis!“

Im Camp angekommen, versuchten wir uns alle erst einmal einen Überblick zu verschaffen, unsere Zelte zu finden und unser Gepäck unterzubringen, bevor es schnellstmöglich ans Lagerfeuer ging.

Mit einem leckeren Getränk und guten Gesprächen entwickelte sich der erste Abend zu einer schönen Phase des Kennenlernens und langsamen Ankommens.

Von Jo, unserem Koch, und seinem Team von AGA wurden jeden Mittag und jeden Abend unglaublich leckere Gerichte gezaubert. Besonders die Achtsamkeit gegenüber Vegetariern war wirklich klasse. Ich hatte nie das Gefühl, dass man als Vegetarier einfach „irgendetwas ohne Fleisch“ bekommt – im Gegenteil.

Zwei erwachsene Wildhunde und ein Junges
Selfie im Wasser mit der Gruppe
Herde von Zebras im Gras

Typischer Tag in der Wildnis

Ein typischer Tag sah ungefähr so aus:

Zwischen 5:00 und 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Anziehen, Zähne putzen, Rucksack packen und ab zum Lagerfeuer. Dort mit einem heißen Getränk – Kaffee oder Tee – langsam in den Morgen starten.

Gegen 6:30 Uhr begannen die Aktivitäten, aufgeteilt in zwei oder drei Gruppen. Meistens ging es auf einen Game Drive, manchmal auf einen Walk und manchmal erst auf einen Drive und anschließend auf einen Walk.

Wir waren entweder mit Alan, Meg oder Huffy unterwegs. Alle drei haben ihre ganz eigene Perspektive und ihre persönlichen Interessen in der Wildnis Kwapas. Genau das hat die Zeit auch so abwechslungsreich gemacht.

Oft haben wir uns am Morgen bewusst Zeit genommen, den Sonnenaufgang auf uns wirken zu lassen, ruhig in den Tag zu starten und den immer lauter werdenden Geräuschen des Morgens zu lauschen. Dieser kleine Moment der Besinnung hat mir persönlich besonders gut gefallen.

Unser Tag war dann davon abhängig, was wir spontan gesehen, gehört oder manchmal sogar gerochen haben.

Beeindruckend fand ich, dass wir die Region quasi für uns hatten. Nur ganz selten begegnete man einem anderen Auto, und wenn, waren es meistens Transportfahrzeuge. Dadurch hatten wir unglaublich viel Ruhe.

Kein Massentourismus, keine Hektik, kein „weiter, weiter, weiter“, sondern einfach ganz, ganz viel Zeit zum Erkunden, Beobachten und Lernen.

Gegen 09:00 Uhr gab es meistens Frühstück draußen in der Natur. Warme Getränke, Müsli, Joghurt, Obst, Erdnüsse und vieles mehr. Oft hatten wir besonders schöne Plätze an einem Wasserloch und konnten an manchen Tagen Zebras oder sogar Elefanten in der Ferne beobachten.

Gegen 10:30 oder 11:00 Uhr waren wir meistens wieder im Camp. Dort erwarteten uns frische Backwaren sowie Butter und Erdnussbutter.

Gegen 12:00 Uhr gab es meistens einen Workshop, der von einem unserer drei Guides geleitet wurde. Wir lernten mehr über die Geschichte Botswanas, den Naturschutz und die Ausbildung zum Guide.

Ein wichtiger Bestandteil war das Spurenlesen und Tracking. Das kam nicht nur bei unseren Erkundungen zum Einsatz, sondern wurde auch in den Workshops immer wieder aufgegriffen.

Und das war richtig spannend.

Denn es ging nicht nur darum, eine Spur zu erkennen. Wir lernten, sie zu lesen: War es ein männliches oder weibliches Tier? In welche Richtung ist es gelaufen? Wie war die Gangart? Wie groß könnte das Tier ungefähr gewesen sein? Wie alt ist die Spur? Hatte es vielleicht etwas dabei, zum Beispiel hielt es etwas im Rüssel?

Je länger wir uns damit beschäftigten, desto mehr wurde aus einem einfachen Abdruck eine kleine Geschichte.

Workshop zu Tracks

Nach dem Workshop ging es gegen 13:00 Uhr direkt zum Mittagessen.

Von Wraps mit Bohnenfüllung über Burger – natürlich auch vegetarisch – und Reisgerichte mit Chakalaka bis hin zu Mais-Braai mit Gemüse und Fleisch, Guacamole und leckerem frischem Salat war wirklich alles dabei.

Dazu gab es immer eine Auswahl an Saucen und Chutneys sowie gutes Leitungswasser und Limonade. Weitere Getränke wie Bier, Wein oder Softdrinks konnten vor Ort bestellt und zusätzlich gekauft werden.

Bis etwa 15:30 Uhr war dann Zeit zum Duschen, Erholen, Lesen in einem der vielen Naturbücher oder einfach zum Quatschen.

Eine weitere positive Überraschung: Jeder hatte zweimal die Möglichkeit, Wäsche waschen zu lassen. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und habe mich darüber sehr gefreut.

Außerdem stand dieses Jahr im Camp auch WLAN zur Verfügung. Ob man es nutzt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe es gerne genutzt, während einige andere zwei Wochen lang komplett Digital Detox gemacht haben.

Um 15:30 Uhr gab es noch einmal einen Kaffee, bevor die zweite tägliche Aktivität anstand. Auch am Nachmittag ließen wir uns ganz von den Zeichen der Wildnis leiten. Je nachdem, was wir am Morgen gesehen, gehört oder aufgespürt hatten, ging es wieder mit dem Game-Drive oder zu Fuß los.

Bis etwa 19:00 Uhr waren wir unterwegs und kehrten anschließend zum Camp zurück. Dort erwartete uns ein leckeres Abendessen in der Nähe des Lagerfeuers. Und wer danach noch nicht ins Zelt wollte, setzte sich einfach noch eine Weile ans Feuer.

Über uns der Sternenhimmel, manchmal der Mond, um uns herum die Geräusche der Nacht.

Es war eine richtig schöne Möglichkeit, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, sich auszutauschen und langsam zur Ruhe zu kommen, bevor es schließlich ins Zelt und ins Bett ging.

Rudel von Löwen auf einer Erhöhung
Wildhund im hohen Grad
Leopard auf Termitenhügel

Wildtier-Sichtungen – wo soll ich anfangen?

Ich glaube, wir hatten unglaubliches Glück.

Und dazu vielleicht einfach tolle Guides und eine richtig gute Gruppendynamik.

Von Löwenrudeln und mehreren Leopardensichtungen über Wildhunde am Bau und sogar in der Nähe des Camps , Geparden bis hin zu Hyänen, Elefantenherden, Zebras, Gnus, Impalas, Steinböcke, Giraffen, Afrikanischen Wildkatzen, Pavianen und Buschbabys.

Dazu verschiedene Eulen, ein paar Schlangen und unendlich viele tolle Vögel.

Eine Person aus unserer Gruppe hat während der zwei Wochen mitgezählt – und wir kamen auf mindestens 96 verschiedene Vogelarten.

Einfach unglaublich!

Die detaillierten Tiersichtungen im Auto, im Mokoro und zu Fuß behalte ich in meinem Herzen und meiner Erinnerung. Denn keine Worte können diesen Momenten wirklich gerecht werden.

Es ist ein wahres Privileg, diese Wildnis erleben zu dürfen.

Und noch viel mehr ein Privileg, so viel Zeit und Ruhe zu haben, Wildtiere wirklich zu beobachten.

Nicht nur kurz sehen, Foto machen und weiterfahren.

Sondern sitzen. Beobachten. Warten. Zuhören. Lernen.

Zu sehen, wie sich ein Tier verhält, wie es mit seiner Umgebung interagiert und manchmal einfach minutenlang gar nichts passiert. Und genau das ist trotzdem unglaublich spannend. Und einfach auch richtig schön, wenn man mit Leuten zusammen sitzt, die auch gerne mal auf einen Sundowner verzichten und lieber 2h warten bis sich der Leopard endlich zeigt.

Ich glaube, genau darin liegt für mich ein großer Teil dessen, was PWE Kwapa so besonders macht.

Profilbild einer Hyäne
Hyäne im Grad

Und dann sind da noch die Hyänen

Ein Wildtier möchte ich aber ganz besonders hervorheben: die Hyäne.

Sie haben uns fast täglich begleitet, sich gezeigt, gerufen und uns einige der schönsten, aber auch intensivsten Momente beschert.

Eine Tierart, die oftmals übersehen wird und leider ein recht negatives Image hat.

Dabei sind Hyänen unglaublich faszinierend. Sie haben eine spannende Gruppendynamik, sind neugierig, unglaublich stark, können sehr schnell sein und, wie ich feststellen musste, mögen sie anscheinend auch gerne Sandalen. (Zum Glück wurde meine Sandale erst am vorletzten Tag geklaut.)

Mein Appell deshalb an jeden, der sich für Wildtiere interessiert:

Beschäftigt euch mit den Tieren – und vergesst dabei die Hyänen nicht.

Im Okavango Delta hatten wir es mit Tüpfelhyänen zu tun. Und mittlerweile ist es tatsächlich ein neuer kleiner Traum von mir, irgendwann auch die anderen Hyänenarten in freier Wildbahn erleben zu dürfen.

Person mit Kappe im Wasser im Mokoro
Hippo im Wasser

Wenn das Wasser kommt: Die Flut im Okavango Delta

Oft hatte ich gehört, wie besonders die Flut im Okavango Delta sein soll. Aber erst an diesem Tag habe ich wirklich verstanden, was sie bedeutet.

Morgens machten wir uns auf den Weg, um den aktuellen Stand der Flut zu erkunden und einen ganzen Tag ganz bewusst am und im Wasser zu verbringen. Das Wasser, das seinen langen Weg aus Angola bis ins Delta zurücklegt, prägt das gesamte Ökosystem. Es verändert die Landschaft, schafft neue Lebensräume und bringt jedes Tier auf seine ganz eigene Weise mit dem Wasser in Kontakt.

Also hieß es für uns: Schuhe aus, Hosen hochkrempeln und Füße ins Wasser.

Und irgendwann waren es nicht mehr nur die Füße. Wir probierten einen Schluck des Wassers, tauchten den Kopf ein und standen einfach mitten in dieser besonderen Landschaft. Für einen Moment fühlte ich mich vollkommen frei – und gleichzeitig unglaublich verbunden mit diesem Ort.

Den Matsch unter den Zehen spüren. Das kalte Wasser im Gesicht. Neue Pflanzen entdecken, die jetzt mitten im Wasser wachsen.

Es war eine dieser Erfahrungen, die man nicht einfach nur beobachtet, sondern wirklich mit allen Sinnen erlebt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick auf die überschwemmte Landschaft zogen wir in kleinen Gruppen mit leisen Mokoros los. Und auch hier hatten wir wieder unglaubliches Glück: In der Ferne konnten wir eine Elefantenherde beobachten, die langsam durch das Wasser watete.

Komplette Stille.

Nur die Geräusche der Elefanten und das leise Schwappen des Wassers gegen die Mokoros. Ein herrlicher Tag.

Zwei personen machen Fotos am Wasser
Frau im Auto im Hintergrund Elefant

Zwei Wochen, die bleiben

Wenn ich auf diese zwei Wochen zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Ich habe unglaublich viel gelernt.

Über Botswana. Über das Delta. Über Wildtiere. Über Spuren. Über Ökosysteme. Über die Arbeit als Guide. Über Naturschutz.

Aber vielleicht auch darüber, wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein.

Ein Zelt. Ein Lagerfeuer. Ein warmes Essen. Ein Fernglas. Menschen, mit denen man lachen und sich austauschen kann. Und eine Wildnis, die jeden Tag aufs Neue etwas zu erzählen hat.

PWE Kwapa war für mich nicht einfach nur eine Reise nach Botswana.

Es war eine Erfahrung, die schwer in Worte zu fassen ist.

Zwei Wochen, in denen ich mich jeden Tag aufs Neue darüber gefreut habe, dort sein zu dürfen. Zwei Wochen voller kleiner und großer Momente, die ich wahrscheinlich noch sehr lange mit mir tragen werde. Zwei Wochen voller schöner Gespräche, Geschichten und generationsübergreifender Inspiration.

Und vielleicht ist genau das für mich die Besonderheit von PWE:

Man fährt nicht einfach zwei Wochen in die Wildnis.

Man bekommt Zeit.

Zeit zum Beobachten. Zeit zum Lernen. Zeit zum Staunen. Zeit zum Abschalten. Und Zeit, eine Verbindung zu diesem besonderen Ort und seinen Bewohnern aufzubauen.

Jeder Tag fühlt sich echt, real und wichtig an.

Ich kann die PWE Kwapa deshalb jedem empfehlen, der sich nach einer bewussten, intensiven und ausgiebigen Zeit in der Wildnis sehnt.

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