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Klima & Wetter im südlichen Afrika Teil 5

Winde

Winde sind nichts anderes als sich bewegende Luftmassen. Die Bewegung resultiert aus dem Druckgradienten zwischen Hochdruckgebieten und Tiefdruckgebieten. So kommt es, dass viele verschiedene Windströme um den Globus herum verlaufen. Diese sind im Zeitalter der modernen Wetteraufzeichnung gut dokumentiert und können in Bezug auf Langzeitwetterlagen gut vorhergesagt werden.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang der Nordost-Passatwind sowie der Südost-Passatwind zu nennen, die beständig spiralförmig auf beiden Seiten des Äquators verlaufen. Sie entstehen vor allem durch die Rotation der Erde sowie die Coriolis-Kraft (siehe Exkurs). Entlang der Küstengebiete und im Landesinneren treten zudem lokale Winde auf, die maßgeblich die Tag-Nacht-Temperaturen beeinflussen. Diese lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Bergwinde: Bergwinde sind für gewöhnlich heiß und trocken und verlaufen vom Landesinneren in Richtung des Meeres.
  • Anabatische Winde: Am Morgen wärmt sich die Luft an Berghängen schneller auf als die Luftmassen in tieferen Lagen. Als Resultat bewegt sich die weniger dichte, warme Luft die Berghänge hinauf. Dieses Phänomen kann man beim Bergwandern am frühen Morgen beobachten, wenn Nebelschwaden die Berghänge hinaufziehen.
  • Katabatische Winde: In der Nacht kühlen Luftmassen in höheren Lagen schneller ab als die Talluft. Dadurch kommt es zu einem Luftstrom talabwärts.
  • Land- und Meeresbrise: In den Küstenregionen existieren je nach Tageszeit ab- und auflandige Winde. Tagsüber heizt sich die Luft über Land schneller auf als über dem Meer. Durch Ausgleichsströme kommt es zu Winden, die vom Meer in Richtung Küste blasen. In der Nacht kühlt die Luft über dem Land schneller ab als über dem Meer. Zugleich steigt warme Seeluft auf, wodurch es zu einem ablandigen Luftstrom kommt.

All diese Windphänomene lassen sich an den Küsten Südafrikas beobachten. Als Field Guide ist es wichtig zu verstehen, wie das Wetter zustande kommt, um es ggf. vorhersehen zu können.

Exkurs in die Physik: Im Rahmen der Entstehung von Passatwinden wurde die Corioliskraft bereits erwähnt. Dabei handelt es sich um eine Trägheitskraft, die einen bewegten Körper (die Erde) quer zu seiner Bewegungsrichtung ablenkt, wenn diese relativ zu einem rotierenden Bezugssystem beschrieben wird und nicht zu dessen Rotationsachse genau parallel liegt.

Quelle: Hine, Grant & Gilie; Nature Guide Level 1 – Learner Manual; Südafrika; 2014

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