Ranger-Ausbildung: Amphibien

- Zwischen Wasser und Land

Das Wort „Amphibium“ kommt von den griechischen Wörtern „Amphi“ (doppelt, geteilt) und „Bios“ (Leben). Der Begriff bezieht sich auf die charakteristische Lebensweise zwischen Land und Wasser. Im Unterschied zu den Reptilien sind die Amphibien auf eine Nähe zum Wasser angewiesen, denn selbst wenn sie ihr Leben an Land verbringen (es gibt nur wenige Arten, die rein terrestrisch sind), so müssen sie zumindest für die Fortpflanzung und Eiablage zurück ins Wasser, da der Nachwuchs nur dort heranwachsen kann. Daraus ergibt sich ein zweites Merkmal der Amphibien. Während ihres Heranwachsens durchlaufen sie nämlich eine Metamorphose. Aus den Eiern entwickeln sich zunächst Kaulquappen. Dabei handelt es sich um ein schwimmendes, kiemenatmendes Entwicklungsstadium, das vollständig von seiner aquatischen Umgebung abhängt. Die Kaulquappen wachsen mit der Zeit zu jungen Lurchen heran und vollziehen irgendwann den Schritt an Land. In diesem Zeitraum erfolgt auch ein Wechsel von der Kiemenatmung zur Lungenatmung.

Die größte Gruppe der Amphibien stellen die Froschlurch dar, zu ihnen gehören sowohl Frösche als auch Kröten. Insgesamt sind über 3400 Arten weltweit bekannt. Im südlichen Afrika gibt es 157 Arten, davon treten 115 in Südafrika auf. Eine weitere Gruppe sind die Schwanzlurche, zu denen beispielsweise Salamander und Molche gehören. In diesem Kapitel soll ein Schwerpunkt auf die Kröten und Frösche gelegt werden, da sie die größte Gruppe von Amphibien im südlichen Afrika darstellen.

Kröten und Frösche gehören zur Ordnung Anura, den sogenannten Froschlurchen. Im Folgenden sind einige wichtige Unterscheidungsmerkmale zwischen Fröschen und Kröten aufgelistet:

Frösche:

  • Eher schlanker Körperbau
  • Lange Beine, die ans Schwimmen angepasst sind
  • Feuchte Haut mit Schleimdrüsen
  • Eier werden in Klumpen abgelegt
  • Auch wenn sich die Tiere an Land aufhalten, so wird immer eine Nähe zum Wasser gewahrt.

Kröten:

  • Eher kompakter Körperbau
  • Kurze Beine, die ans Laufen angepasst sind
  • Trockene, warzige, drüsenreiche Haut (bei Gefahr wird giftiges Sekret abgesondert)
  • Eier werden in Schnurform abgelegt
  • Kröten halten sich in der Regel an Land auf und sind dabei nicht unbedingt auf eine Nähe zum Wasser angewiesen. Somit kann es vorkommen, dass man Kröten auch weit weg von Gewässern findet.

Ein Charakteristikum, dass sowohl bei den Kröten als auch bei den Fröschen zu beobachten ist, ist ihr Gesang während der Paarungszeit. In der Regel singen die Männchen, um die Weibchen zu beeindrucken. Im Okavango-Delta im Nordwesten Botswanas kann zur Paarungszeit ein wahres Froschorchester erleben. Kommt es zur Paarung (im englischen „mating“), besteigt das oft kleinere Männchen den Rücken des Weibchens und lässt sich von ihm herumtragen. Erst zur Eiablage trennen sich die beiden wieder voneinander. Einige Arten tragen gar ihren Laich auf dem Rücken mit sich herum; dieses Verhalten kann als Brutpflege bezeichnet werden.

Übrigens: Die Unterschiede in der Körpergröße zwischen Männchen und Weibchen werden auch als „Sexualdimorphismus“ bezeichnet.

Froschlurche spielen in vielen Ökosystemen eine wichtige Rolle, da sie sogenannte Sekundärkonsumenten sind. Sie bilden also die Verbindung zwischen den Primärkonsumenten (z.B. Insekten und Spinnen) und den Tertiärkonsumenten wie Vögel und räuberisch lebende Säugetiere (z.B. Fischotter). Ein Wegfallen der Froschlurche durch z.B. Umweltschäden kann also zu einer sensiblen Störung des ökologischen Gleichgewichtes und in schweren Fällen auch zu einem Artensterben führen. Daher konzentrieren sich Natur- und Artenschutzmaßnahmen in vielen Feuchtbiotopen auf ebendiese Tiergruppe.

Autor: NATUCATE – David Pyka

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