Desertifikation – Der Feldzug der Wüste

Wasser ist die Grundlage des Lebens. Das Volumen des Wassers auf der Erde beträgt rund 1,4 Milliarden Kubikkilometer und hat sich seit Millionen von Jahren nicht geändert. Was sich jedoch geändert hat, ist die geografische und chemische Verteilung des Wassers. Im 20. Jahrhundert lag 97 Prozent des Wassers als Salzwasser in den Ozeanen vor, 2,3 Prozent war Eis und 0,62 Prozent umfassten Landwassermasse. Der Anteil in der Atmosphäre betrug 0,001 Prozent. Obwohl die Landwassermassen gemessen am Gesamtvolumen des Wassers auf der Erde nur einen geringen Anteil haben, stellen sie die Lebensgrundlage für die gesamte Menschheit dar. Sie füllen Flüsse, Seen, Gletscher und Grundwasser auf. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nehmen die Anteile des als Eis vorliegenden Wassers sowie der Landwassermassen stetig ab.

Unter dem Begriff Desertifikation (von lat. desertum facere – „wüst machen“) versteht man die voranschreitende Verschlechterung der Bodenqualität durch akuten Wassermangel und Trockenheit. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von klimabedingten Hitzewellen und Niederschlagsausfällen bis hin zu steigendem Wasserverbrauch durch den einzelnen Menschen bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung, welche sich in den letzten 100 Jahren verdreifacht hat. Die Folgen sind Trinkwasserknappheit, Ernteausfälle, Waldbrände, Niedrigwasser, Vegetationsschäden, erhöhte Schadstoffkonzentrationen in Gewässern, Hungersnöte und Krankheiten. Viele Regionen auf der Welt sind inzwischen von Dürren betroffen. Auch in Europa sind diese Entwicklungen spürbar. Der Hitzesommer im Jahr 2003 kostete mehr als 30.000 Menschen in Europa und Nordafrika das Leben. Auch in Deutschland trockneten Seen und Bäche aus und Felder und Wälder verdorrten. In der Schweiz und in Österreich wurden historische Rekordwerte von über 40 °C erreicht. Die wirtschaftlichen Schäden dieser Dürre wurden auf mehr als 16 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Auch wenn der Hitzesommer 2003 in Europa eine Ausnahme sein mag – steigende Temperaturen, Trockenheit und damit verbundene Dürren sind in vielen Regionen der Welt längst keine einmaligen Events mehr, sondern zeigen sich vielmehr als Teil eines globalen Trends.

Von einer fortschreitenden Wüstenbildung sind besonders semi-aride und den Wüsten benachbarte Gebiete betroffen. Dies gilt insbesondere für große Teile Afrikas und Australiens. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen in dürregefährdeten Gebieten leben. Sowohl die globale Erderwärmung wie auch die stetig wachsende Weltbevölkerung lassen erwarten, dass sich die Dürreproblematik künftig weiter verschärft. Oberflächenversiegelung, Trockenlegungen von Sümpfen, Rodung großer Waldflächen, Monokulturen, Salzanreicherungen durch Bewässerung und Flussregulierungen sind weitere Faktoren, die die Desertifikation begünstigen.

Im Rahmen einer Freiwilligenarbeit mit NATUCATE gibt es die Möglichkeit, nach Australien zu reisen. Rund 40 % der Landmasse des sechstgrößten Landes der Welt, insbesondere im Süden und im Zentrum, bestehen aus Wüste oder sehr trockenen Gebieten; der Anteil dieser Flächen nimmt jedes Jahr zu. Im australischen Outback entwickelt man ein Bewusstsein für die Problematik der Desertifikation und den damit verbundenen Wassermangel. Man weiß um den kostbaren Wert des Wassers, auf dem unsere komplette Lebensgrundlage basiert und versteht, warum es wichtig ist, nachhaltig mit unseren Wasservorkommen zu haushalten.

Quellen: http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61215/duerre?p=all

Autor: David Pyka – NATUCATE

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