Orang-Utans: Gefähr­dete Waldbe­wohner

Orang-Utans sind die größten auf Bäumen lebenden Tiere der Erde. Sie gelten jedoch als gefährdet. Erfahre in unserem Natucate-Blog mehr über die faszinierenden Primaten.

Ann-Kathrin
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Wissen
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Steckbrief

Familie: Menschenaffen (Hominidae)

Gattung: Orang-Utan (Pongo)

Arten: Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus), Sumatra-Orang-Utan (pongo abelii), Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanuliensis)

Größe: 1,25 m bis 1,50 m

Gewicht: Weibchen 30 bis 50 kg, Männchen 50 bis 90 kg

Lebenserwartung: 50 Jahre (in freier Wildbahn)

Merkmale

Orang-Utans sind die größten, auf Bäumen lebenden Tiere der Erde. Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße von ca. 1,40 m haben die friedvollen Waldbewohner recht lange Arme. Diese dienen zur einfachen Fortbewegung zwischen den Ästen und Bäumen des tropischen Dschungels und können eine Spannweite von 2,30 m erreichen. Die männlichen Tiere wiegen meist zwischen 50 und 90 Kilogramm, die Weibchen hingegen nur zwischen 30 und 50 Kilogramm. Ein besonderes Merkmal der Orang-Utans ist ihre rotbraune Fellfärbung, die sie von den in Afrika lebenden Menschenaffen stark unterscheidet. Auch die nur bei den männlichen Tieren vorhandenen Wangenwülste, die besonders stark nach der Übernahme eines Territoriums wachsen, sind äußerst artspezifisch.

Verbreitung

Vor mehreren Tausend Jahren bewohnten Orang-Utans noch große Teile der tropischen Wälder des asiatischen Kontinentes. Doch durch große Lebensraumverluste und Bejagung sind Orang-Utans heute nur noch auf den beiden Inseln Sumatra und Borneo zu finden. Die nordwestlichen Regionen und die Westküste Sumatras sind hierbei die favorisierten Regionen der Waldbewohner. Auf Borneo hingegen bewohnen diese hauptanteilig die südlichen und östlichen Regionen der Insel.

Lebensraum

Die tropischen Regenwälder Sumatras und Borneos bieten einen nahezu perfekten Lebensraum für Orang-Utans. Besonders Regionen in der Nähe von Flüssen oder Sümpfen sind die bevorzugte Heimat der Primaten. Eine wichtige Nahrungsgrundlage der Tiere bilden sogenannte Flügelfruchtgewächse, welche oft in großen Wäldern mit hohen Bäumen aufzufinden sind.

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Ernährung

Orang-Utans sind hauptsächlich Pflanzenfresser und bevorzugen besonders Früchte. Ihre Zähne machen es möglich, selbst harte Schalen oder Samen aufzubrechen. Aber auch junge Triebe, Blätter und Rinde machen einen großen Bestandteil der Ernährung der Orang-Utans aus. Gelegentlich verspeisen die Primaten jedoch auch Insekten, kleinere Wirbeltiere oder Vogeleier. Orang-Utans ist äußerst bewusst, was sie essen. So wurde beobachtet, dass die Menschenaffen bei Magenverstimmungen oder sonstigen Leiden sich auf bestimmte Heilpflanzen konzentrieren, welche Abhilfe von manchen Beschwerden leisten können.

Sozialverhalten

Orang-Utans sind meist Einzelgänger. Handelt es sich nicht um eine Mutter mit Jungtieren, so sind dauerhafte Bindungen zwischen einzelnen Individuen eher unwahrscheinlich. Besonders die männlichen Tiere meiden die Territorien anderer männlicher Artengenossen, außer sie wollen um die Paarungsrechte kämpfen. Die Kommunikation der Orang-Utan ist oft deutlich ruhiger als die, anderer Menschenaffen. Zwar geben die Primaten auch Laute von sich, jedoch ist Körpersprache und Mimik ebenfalls ein wichtiger Faktor der Kommunikation.

Orang-Utans und der Mensch

Die Bedrohung durch den Menschen stieg in den letzten 30 Jahren immer mehr an. Durch die wachsende Anlage von Ölpalmenplantagen schrumpfte der Lebensraum der Orang-Utans enorm. Doch seit einigen Jahren verbessert sich die Situation und die Population der Tiere erholt sich zwar langsam, aber stetig.
Zudem ist der Mensch zunehmend fähig, die sanften Waldbewohner zu verstehen. So gelang es ersten Instituten, Orang-Utans die Zeichensprache beizubringen und so mit ihnen zu kommunizieren. Auch wenn keine detaillierten Konversationen möglich waren, hat man dennoch einiges von den Tieren erfahren.

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