Kondore: Könige der Lüfte

Hinter dem Trivialnamen „Kondor“ verbergen sich die beiden größten Vertreter aus der Familie der Neuweltgeier (Cathartidae). Es handelt sich um den majestätischen Andenkondor sowie den in den USA verbreiteten Kalifornischen Kondor. Die Bezeichnung leitet sich vom Quechua Lehnwort „Kuntur“ ab. In diesem Blogartikel soll das Hauptaugenmerk auf dem Andenkondor liegen.

David
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Andenkondore sind mächtige, schwarze Greifvögel, die an der Oberseite deutlich weiße bis silbern weiße Handschwingen und Deckfedern besitzen sowie eine weiße Halskrause, die den nackten, rötlichbraunen Kopf vom Rumpf absetzt. Ein voluminöser Kamm bedeckt die Kopfoberseite. Sie können bis zu 15 Kilogramm schwer werden und gehören damit zu den schwersten Greifvögeln der Welt. Darüber hinaus gehören sie zu den wenigen Vögeln, deren Flügelspannweite über 300 Zentimeter betragen kann. Weibliche Kondore sind oft kleiner und leichter als die Männchen, gleichen diesen jedoch in Form und Farbe, das heißt ein Sexualdimorphismus (Unterschiedlichkeit der Erscheinungsform zwischen den Geschlechtern) liegt nicht vor. Die Jungvögel weisen meist eine düster dunkelbraune Farbe auf.

Der Andenkondor ist ein Aasfresser, es kommt jedoch vor, dass er aktiv durch heftige Flügelschläge versucht, seine Beute (beispielsweise Bergziegen oder Schafe) zum Absturz zu treiben, wenn diese sich an steilen Berghängen aufhält. Wenn das Tier verendet ist, kann der Andenkondor von seiner „erlegten“ Beute fressen.

Als Nistplatz dienen den Kondoren Felsvorsprünge und Plattformen, wo sie alle zwei Jahre ein Junges großziehen. Die Brutzeit beträgt bis zu 65 Tage. Beide Partner sind für das Ei verantwortlich. Das Junge wird anfangs zweimal am Tag gefüttert, später nur noch einmal. Ist der Jungvogel groß genug (in der Regel nach etwa 6 Monaten) wird er flügge und so in die Selbstständigkeit entlassen.

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Die IUCN schätzt den Gesamtbestand der Andenkondore auf etwa 10.000 erwachsene Vögel und listet die Art in der Vorwarnstufe (NT = near threatened). Vor allem durch intensive Bejagung seit der Entdeckung des amerikanischen Kontinentes durch die Spanier hat der Bestand der Art stark abgenommen; insbesondere in den nördlichen Andenstaaten ist der Andenkondor weitgehend verschwunden oder nur noch in kleinen, voneinander isolierten Restbeständen existent.
Für einen umfassenden Schutz der Tiere wäre ein breites biologisches Fachwissen über Ökologie und Verhalten der Tiere vonnöten, jedoch fehlen diese Informationen zum Großteil, vor allem, weil die Kondore einen großen Bewegungsradius haben und oft in für den Menschen unzugänglichen Gebieten leben.

Natucate bietet verschiedene Naturkurse und Praktika in Südamerika an. Im Rahmen unseres Ranch-Projekts in den argentinischen Anden oder bei einem Abstecher in Perus Anden ist es mit etwas Glück möglich, Kondore in freier Wildbahn zu erleben. Auch eine Freiwilligenarbeit in den USA erlaubt es Dir womöglich, den Kalifornischen Kondor zu erspähen.

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