Freiwil­li­gen­ar­beit Austra­lien – Ulrich

Ulrich hat sich dazu entschieden, im Rahmen seines Sabbaticals Freiwilligenarbeit als Naturschutzhelfer in Down Under zu leisten. Im folgenden Bericht gibt er detailreich Auskunft über seine grandiose Zeit.

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Ulrich
Erfah­rungs­be­richte
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Freiwilligenarbeit in Australien – Ulrichs Erfahrungen

Ich wollte im Rahmen einer beruflichen Auszeit zwei Dinge verbinden: Australien besuchen und Freiwilligenarbeit im Naturschutz; beides neue Erfahrungen für mich.

Also informierte ich mich gezielt im Internet und kam schnell in Kontakt mit Natucate, spezialisiert für genau das, was mir vorschwebte, so mein erster positiver Eindruck, der im Anschluss nur noch bekräftigt wurde. Um es vorwegzunehmen: ich buchte insgesamt vier Wochen Projektarbeit über Natucate, je zwei in Sydney (bzw. Newcastle, s. u.) und Cairns, die zu den absoluten Highlights meiner traumhaft schönen zehnwöchigen Reise zählten. Und das will etwas heißen, denn Australien hat viele Highlights zu bieten.

Wer vorhat, etwas Ähnliches zu unternehmen: unbedingt machen!! Diese wertvolle (Natur-)Erfahrung kann ich uneingeschränkt nur allerwärmstens empfehlen! Gern würde ich das irgendwann wiederholen. Auf einige Aspekte will ich im Folgenden genauer eingehen.

Natucate

Die Planungsphase gestaltete sich sehr einfach; am schwierigsten war noch, einen zeitlichen Rahmen abzustecken und sich für die Standorte für die Freiwilligenarbeit zu entscheiden. Das ausgesprochen nette Team von Natucate beantwortete sämtliche Fragen prompt, routiniert und sachdienlich, und immer freundlich; per E-mail, telefonisch oder auch vor Ort.
Auch bekam ich manchen hilfreichen Tipp, z. B. für Ausrüstungsgegenstände.

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Zwischendurch berichtete ich mehrfach über meine positiven Erfahrungen mit den Projekten, wobei sich das ganze Team richtig mitzufreuen schien. Chrissy, die mich hauptsächlich betreute, kam mir mindestens drei Mal knapp zuvor, und meldete sich kurz bevor ich es tun wollte, auch noch nach meiner Rückkehr. :-) Eine derart persönliche Kundenbetreuung finde ich höchst bemerkenswert: mehr als vorbildlich! Wo hat man das heutzutage schon?! Dafür ein herzliches Dankeschön ans ganze Team. Dass ich Natucate zufällig auch noch am Orte hatte, war für mich ein weiterer Pluspunkt. Auch Bürohund Paco empfing mich sehr freundlich.

Ausrüstung

Eine kleine Schwierigkeit war das Gepäcklimit von 15 kg, mit dem ich vor Abreise länger kämpfte.
Ich entschied mich für einen 70-Liter-Rucksack mit abnehmbarem Daypack, der die gesamte Reise über immer bis zum Anschlag voll war. Eine gute Kombination, auch wenn der Daypack sehr klein war gegenüber einem normalen Tagesrucksack, und nicht immer einfach am Hauptrucksack anzubringen war.
Auf einige wenige Dinge hätte ich im Nachhinein wohl verzichten können, etwa ein zweites Paar Schuhe.
Aus Erfahrung kann ich nun auch sagen: niemand wird einen Rucksack auf die Waage legen. Und ich habe einige Volontäre mit riesigen Koffern anreisen sehen. Allerdings gibt es das Limit nicht ohne Grund. Oft stehen längere Fahrten mit dem Auto an, wobei das Gepäck im Anhänger untergebracht wird, der auch noch Werkzeuge, Pflanzen und andere Dinge aufnehmen muss.
(Das heißt auch, man muss auch damit rechnen, dass das Gepäck etwas schmutzig werden kann.)
Evtl. gibt es die Möglichkeit, in der Unterkunft am Bürostandort Dinge zurückzulassen, wenn man unter der Woche an einem anderen Ort im Einsatz ist. Koffer habe ich jedenfalls keine im Anhänger gesehen. Man sollte sich schon gut überlegen, was man wirklich braucht und nur das Nötigste mitschleppen.

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Aus Platz- und Gewichtsgründen entschied ich mich, zwei Trinkblasen (insg. 5 l) mitzunehmen, was sich nicht richtig bewährt hat. Zum einen führten unsere Team-Leader immer größere Kanister Trinkwasser zum Nachfüllen mit, so dass ich selber nicht so viel mitnehmen musste, zum anderen hat mich der penetrante Plastikgeschmack stets gestört.
(Und das kann schon ein Faktor sein, wenn man dann weniger trinkt als man braucht.)
Praktischer wäre eine kleinere Flasche gewesen, die man auch am Körper tragen kann -- öfter hat man das Fahrzeug, wo man seine Sachen abgelegt hat, auch nicht in der Nähe.
Sehr bewährt hat sich ein kleines Mikrofaserreisehandtuch (40 x 80 cm), das zum Abtrocknen nach dem Duschen voll ausreichte, schnell trocknete und nicht mal 5 EUR gekostet hat.
Vermisst habe ich ein paar mal während meiner Reise eine Powerbank, als der Saft im Smartphone knapp wurde; während der Projekte waren Steckdosen aber immer vorhanden.

Projekte

Newcastle

Mit den beiden Projekten habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, auch wenn ich alle vier Wochen sehr genossen habe.

Zunächst muss man wissen, dass in Sydney bislang nur am Ort ansässige, keine internationalen Volontäre zum Einsatz kommen! Die internationalen werden üblicherweise nach Newcastle (und Wollongong?) geschickt.
Das wusste ich im Vorfeld nicht, war aber innerlich ein wenig darauf eingestellt, dass so etwas passieren könnte. Bestimmt hat dies bei einigen bereits zu Enttäuschungen geführt. Später erfuhr ich, dass wohl geplant ist, dies zu ändern; ich weiß nur nicht, ab wann.

Ich muss allerdings sagen, dass ich auch Newcastle, eine Stadt mit acht Stränden, sehr sehenswert fand. Dort konnte ich auch zwei Wale ganz in Strandnähe erspähen, die Saison fing gerade an. Der Memorial Walk bietet spektakuläre Sichten auf die Sonnenuntergänge. Und man kann an Sonntagen für schlappe 2,50 Dollar per Zug nach Sydney und noch weiter fahren, z. B. in die Blue Mountains, und wieder zurück. Arbeiten musste ich dann aber auch in Newcastle nicht; nur an Wochenenden war ich dort.

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In beiden Wochen ging es montags per Auto (gut drei Stunden Fahrt) zunächst nach Muswellbrook, wo wir bis freitags unsere Unterkunft in einem College hatten. Von dort aus fuhren wir dann täglich zu unserem eigentlichen Einsatzort, einem Weinberg in Wybong, zum Bäumepflanzen (ca. 40 Minuten Fahrt pro Weg). 5000 Bäume galt es innerhalb von fünf Wochen dort in den Boden zu bringen, jeweils mit 10 - 12 Leuten. Dies war Teil eines seit mehr als fünf Jahren laufenden und kurz vor dem Abschluss stehenden Projekts, bei dem Waldstücke und damit tierische Lebensräume an praktisch der gesamten australischen Ostküste verbunden werden sollten. Ein sehr großes und wichtiges Projekt also!

Das Gelände bot eine traumhafte Kulisse zum Arbeiten. Noch dazu änderte sich die Perspektive praktisch jeden Tag, da wir zügig vorankamen (zwischen 400 bis 700 Bäumen pro Tag, abhängig von der Beschaffenheit des Bodens).
Insgesamt wurde auf einer Strecke von gut 2 km Länge an einem kleinen Flüsschen entlang gepflanzt. Auch ein paar aktive Wombat-Bauten waren zu sehen. Es soll auch Schlangen dort geben, mir ist aber zum Glück keine begegnet.

Einer der Team-Leader stellte aus unseren Musikwünschen immer wieder neue bunt gemischte Playlists zusammen, die wir während der Arbeit hörten. Ich hatte das Glück, die letzten beiden Wochen an diesem Einsatzort mitzuerleben. Denn mir wurde die Ehre zuteil, Baum 5000 zu pflanzen. Allerdings war er dann doch nicht der letzte: jemand anderes pflanzte anschließend noch einen, den wir übersehen hatten. ;-)

Nachdenklich stimmten allerdings die gigantischen Kohleminen in der näheren Umgebung...

Cairns

Auch in Cairns arbeitete ich nicht vor Ort und verbrachte dort nur die Wochenenden.
In beiden Wochen waren wir unter der Woche auf einer Farm in der Nähe von Ingham, etwa drei Stunden Fahrt südlich von Cairns. Große Distanzen zurückzulegen gehört dazu. Auch dort stand u. a. Bäumepflanzen an, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen. Hier galt es zu verhindern, dass zu viele Nährstoffe durch Landwirtschaft aus den Böden in die Gewässer gelangen. So kommt das Bäumepflanzen auch dem Great Barrier Reef zu Gute. Ebenfalls eine wichtige Aufgabe.

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Weitere Tätigkeiten: Samen für eine kleine Baumschule sammeln und in Plastiktöpfe einpflanzen, gepflanzte Bäume bewässern, Unkraut jäten und Stellen zum Bäumepflanzen vorbereiten. Ich meldete mich außerdem für eine kleine Geländebegutachtung mit etwas Papierkram: wir mussten alle in einem bestimmten Bereich (nämlich dort, wo wir pflanzen sollten) vorkommenden Pflanzen bestimmen und protokollieren. Gut, dass es dafür geeignete Bücher gibt! Womit ich nicht zu tun hatte, aber mindestens ein anderer Volontär: Chemikalien versprühen.

Auch hier hatte man eine tolle Aussicht auf dem riesigen Gelände. So riesig, dass wir mehrfach über 30 km fahren mussten, um von einer Stelle zu einer anderen zu kommen, die Luftlinie weniger als einen Kilometer entfernt war!
Im Gegensatz zum ersten Projekt ging es an diesem Ort gerade erst los, entsprechend unkoordiniert kam mir die Arbeit bei diversen Planänderungen streckenweise vor. Aber wer da im Hintergrund die Strippen zieht...
An unseren Team-Leadern lag es jedenfalls nicht: in beiden Projekten hatte ich mit tollen Leuten zu tun, die bereitwillig ihr Wissen weitergaben, die Arbeit sinnvoll steuerten und es verstanden, alle zu motivieren. Und natürlich, sich regelmäßig auch als Fremdenführer zu betätigen. So herrschte praktisch immer gute Stimmung.

Wir waren eindringlich vor den Krokodilen in den Gewässern ganz in der Nähe gewarnt worden. Am Ende war ich dann doch etwas enttäuscht, in zwei Wochen keins von den "salties" zu Gesicht bekommen zu haben. Dafür gabs jede Menge Kühe, die sich bevorzugt den Autos in den Weg legten, und Wallabys, die man schon beim Sonnenaufgang beim Sparring beobachten konnte. Einmal kam eine kleine Schar junger Schüler für einen Kurzbesuch, bei dem jedes Kind einen Baum pflanzen durfte: wir hatten alle Hände voll zu tun, ihnen noch schnell ein paar Löcher im harten Boden bereitzustellen.
Pädagogisch wertvoll? Naja. Aber Spaß gemacht hat es offenbar allen.

An beiden Projektstandorten, Newcastle und Cairns, war ich übrigens in eigenen Volontär-Häusern untergebracht. Das ist nicht immer so: in Townsville und Darwin z. B. kommen die Volontäre in Hostels. In Newcastle wäre das ebenfalls der Fall gewesen, wäre ich zu dem Zeitpunkt der einzige Volontär im Hause gewesen. Zwei Wochen für ein Projekt fand ich im Nachhinein eine gute Zeitspanne; gern hätte es mehr sein dürfen, aber auch nicht weniger. Nach Abschluss bekommt man von jedem Standort übrigens eine Art Urkunde als Teilnahmebestätigung -- jedoch klappt das wohl nicht immer unaufgefordert...

Zwischen den beiden Projekten hatte ich mir weitere zwei Wochen genommen, um die Strecke von Newcastle bis Cairns zurückzulegen, gut dreitausend Kilometer. Auch dafür hätte es eigentlich mehr Zeit sein sollen, aber Reisen und Freiwilligenarbeit im Wechsel fand ich sehr gut.

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Ich hatte außerdem später die Möglichkeit, in den jeweiligen Projektbüros in Darwin und Hobart vorbeizuschauen. Überall bin ich ausgesprochen freundlich empfangen worden.

In Darwin hätte ich spontan tageweise Freiwilligenarbeit leisten können, aber einerseits war mein Zeitplan zu knapp, andererseits wurde just in der Woche kein passendes Projekt angeboten. Hier sollte man wissen, dass dort eine sehr spezielle Aufgabe regelmäßig ansteht: "cane toad control". Dabei geht es darum, Aga-Kröten einzusammeln, die anschließend im Gefrierschrank getötet werden. Sicher nicht jedermanns Sache (meine jedenfalls nicht), auch wenn man bedenkt, dass diese eingeschleppten Kröten eine Bedrohung für die australische Biodiversität darstellen.
Mehr dazu kann man in Wikipedia nachlesen.

Volontäre und Alter

Kann man auch noch als 40-Jähriger bei solchen Projekten mitmachen? Na klar, man kann. Meine Skepsis diesbezüglich war zum Glück nicht sehr ausgeprägt und erwies sich dann auch als gänzlich unbegründet.

Man muss sich nur damit arrangieren, dass internationale Volontäre in der Regel erheblich jünger sind: ab 18 aufwärts, aber nicht viel darüber. Dass die Rauchmelder wiederholt und auch mal nachts losgehen: kann passieren! Andererseits kann man auch auf heimische Volontäre treffen, die typischerweise bereits im Ruhestand sind. Ich meine jedenfalls, man sollte sich über das Alter keine großen Gedanken machen.

Ich bin mit allen Volontären super ausgekommen. Von Cairns aus boten sich zum Beispiel gemeinsame Wochenend-Touren nach Kuranda zur 7,5 km langen Seilbahnfahrt über den Regenwald oder zum Schnorcheln am Great Barrier Reef an. (Sehr beeindruckend auch die Semi-Sub-Fahrt vor Green Island.) Allerdings, bei einigen Grüppchen waren auch gewisse Abschottungstendenzen, durch permanentes Kantonesisch-Sprechen untereinander, zu beobachten. Im ersten Projekt gab es eine Reihe wechselnder lokaler Volontäre, während im zweiten ausschließlich internationale dabei waren. In Hobart waren es wohl nur chinesische Studenten, bei denen die Volontärarbeit zum Studium gehörte, kurz nach meiner Abreise in Cairns nur männliche Teilnehmer. Kurz: die Konstellationen können sehr unterschiedlich sein, und von Woche zu Woche gibt es Veränderungen.

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Verlassen der Komfortzone

Anstrengend können die stundenlangen Fahrten mit dem Auto sein, insbesondere wenn man hinten zu mehreren in einem Geländewagen im 90°-Winkel zur Fahrtrichtung sitzt. Das ist für jeden eng, unabhängig vom Körperbau. Camping hatte ich in den Projekten nicht, allerdings gab es in beiden kalte Nächte. Auch im an sich modernen College in Muswellbrook. Dort bewährte sich ein dünner Kunstfaserschlafsack + travel sheet. Auf der Farm nahe Ingham musste man damit klarkommen, dass in der Unterkunft nur mitgebrachtes bzw. behandeltes Wasser trinkbar war, nicht das aus dem Kran. Sowohl in Cairns als auch auf der Farm gab es darüber hinaus nur die Möglichkeit, Wäsche von Hand zu waschen.
Zwar wurde in meiner zweiten Woche auf der Farm eine Waschmaschine bereitgestellt, aber die setzte erstmal ihre Umgebung unter Wasser -- keine Ahnung, ob sie später nutzbar war.

WLAN: auch keine Selbstverständlichkeit, das gabs nur im College, aber nicht auf der Farm oder in den Volontärhäusern.
Allerdings hatte ich mit meiner Telstra-SIM-Karte oft besseren Empfang als mit meinem Provider in Deutschland. Es reichte jedenfalls zum Recherchieren und Buchen weiterer Reiseabschnitte. Und Begegnungen mit gefährliche Tieren? Fehlanzeige. Man konnte sich immer sicher fühlen, überhaupt wird Sicherheit stets groß geschrieben. Die einzige Schlange in freier Wildbahn, die ich gesehen habe, war ein knapp zwei Meter langer Teppich-Python, der sich am Straßenrand sonnte und für den unser schlangenverrückter Team-Leader anhielt, um ihn herumzureichen. Nur die Insekten waren bisweilen nervig. Ich bin aber ohne Moskitonetz ausgekommen (auch wenn ich eins dabei hatte), und Sprühzeugs (wurde gestellt) habe ich nur gelegentlich und in Maßen eingesetzt. Generell gilt: Solche Einsatzorte werden natürlich immer nur für eine gewisse Zeit von einem Bürostandort aus angefahren, mögen aber durchaus repräsentativ für andere ähnliche zukünftige Orte sein.

Freiwilligenarbeit und Sightseeing

Meine Motivation für Freiwilligenarbeit war zum einen, etwas Sinnvolles für die Umwelt zu tun und die Belastung durch die Flüge zu kompensieren; zum anderen, mal einer körperlichen Betätigung als Ausgleich zum Job im Büro nachzugehen.
Außerdem bewegt mich immer mehr die Frage, was ich als einzelner diesem Planeten Gutes tun kann zur Reduzierung meines ökologischen Fußabdrucks -- er kann es schließlich gebrauchen. Und es ist schon toll, wenn man hinterher sagen kann: ich war in Australien und habe Bäume gepflanzt: nicht nur einen, hunderte! Und es machte unglaublich viel Spaß!
Ganz konkrete, sichtbare Erfolgserlebnisse -- ein Gefühl, das man aus einem Bürojob wohl kaum mitnimmt.

Insgesamt hielt sich die körperliche Beanspruchung aber in Grenzen. Deswegen muss sich niemand Sorgen machen. Für mich hätte es eigentlich noch mehr sein dürfen. Nicht mal Muskelkater hatte ich, und außer ein paar Insektenbissen/-stichen und Kratzern durch spitze Pflanzen habe ich auch keine Blessuren davon getragen. Gerade im zweiten Projekt hatten wir für meinen Geschmack etwas zu viel Freizeit, auch wenn wir dort zum Teil hart arbeiten mussten, um mit Hacken Löcher in den steinharten Boden zu hauen, um Bäume pflanzen zu können.

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Aber zum einen hat man selber in der Hand, wie viel man sich zumuten will, zum anderen wird auf regelmäßige größere Pausen und kleinere Trinkpausen geachtet. Und klimatisch gesehen habe ich mit Mai und Juni sicher die angenehmste Zeit des Jahres erwischt: milde Temperaturen, fast keinen Regen, keine Extremwetterlagen -- gut zum Arbeiten.
Zudem sind die Arbeitszeiten pro Tag in der Regel nicht besonders lang; meist bleibt Zeit für zusätzliche Aktivitäten und/oder Sightseeing, womit auch die längeren Autofahrten aufgelockert werden. Sightseeing ist durchaus fester Bestandteil der Projekte, was die Freiwilligenarbeit noch einmal aufwertet: lehrreich, und mit Wow-Faktor.

Auch wenn ich mich ja wegen der Freiwilligenarbeit für die Projekte angemeldet hatte:
abseits vom Massentourismus besondere Plätze zu entdecken, zu denen einen die ortskundigen Team-Leader führen, das hätte ich auf keinen Fall verpassen wollen! Im ersten Projekt gab es in beiden Wochen ein BBQ an einem wunderschönen See nach beeindruckendem Sonnenuntergang, anschließend ein Lagerfeuer unter völlig klarem Sternenhimmel und ohne die hierzulande übliche Lichtverschmutzung. Auch wenn man sich nicht für Astronomie interessiert: So etwas muss man unbedingt mal gesehen haben, wie sich die Milchstraße breit und deutlich sichtbar über das ganze Firmament zieht! Atemberaubend.

Ebenfalls spektakulär: eine Wanderung zum "burning mountain", wo ein Kohleflöz seit 6000 Jahren vor sich hin schwelt, was man riechen konnte. Und sehen, wie die heiße Luft über dem Boden flimmert. Und die zwei Ameisenigel (echidna), die wir innerhalb von zwei Tagen sahen, versetzten auch unsere Team-Leader geradezu in Begeisterung -- auch für sie eine absolute Seltenheit. Im zweiten Projekt gab es unter anderem Australiens höchsten Wasserfall (270 m) zu sehen, wir sind durch Regenwald gewandert, waren bei der feierlichen Eröffnung einer Aborigine-Baumschule dabei, und wir hatten das Glück, einen frei lebenden Helmkasuar (Cassowary) direkt neben der Straße beobachten zu können.

Fazit

Die Projekte

  • sind lehrreich,
  • sensibilisieren für den Umgang mit der Natur,
  • machen jede Menge Spaß

und man

  • trifft auf nette Gleichgesinnte,
  • ist draußen an der frischen Luft, tut etwas für seine Gesundheit,
  • nimmt unvergessliche Eindrücke aus den Landschaften mit, und
  • verrichtet sinnvolle und wichtige Arbeit, bei der für die Umwelt auch etwas herauskommt.

Gut, dass es so etwas gibt!
So muss ich abschließend sagen: ich hatte hohe Erwartungen im Vorfeld, aber in der Realität wurden sie noch weit übertroffen!

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