Freiwil­li­gen­ar­beit Austra­lien – Maria Christine

Im Rahmen ihres Sabbaticals hat sich Maria Christine mit uns als freiwillige Helferin in Australien dem Schutz wertvoller Naturareale gewidmet. Hier berichtet sie über ihre wunderbare Zeit als Volunteer.

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Maria Christine
Erfah­rungs­be­richte
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Steckbrief

Name: Maria Christine

Alter: 53

Projekt: Naturschutz in Australien

Einsatzorte: Cairns, Brisbane, Canberra, Newcastle

Zeitraum: Anfang September bis Mitte November 2018 – 9 Wochen

Bewertung

Betreuung durch das Natucate-Team:

Anreise:

Partner vor Ort:

Unterkunft:

Freiwilligenarbeit in Australien – Feedback: Sieben Fragen an Maria Christine

1) Könntest Du uns einen kurzen Überblick über Deine Tätigkeiten im Projekt geben?

Meine Tätigkeiten waren dadurch, dass ich an vielen verschiedenen Orten entlang der Ostküste beschäftigt war, sehr unterschiedlich. In Cairns arbeiteten wir als internationale Gruppe vor allem auf einer riesigen Farm. Wir kümmerten uns im Großen und Ganzen um Neuanpflanzungen. Das heißt z.B. um die Bewässerung oder deren Pflege (z.B. Einbetten mit Rindenmulch).

Bisweilen rissen wir auch Unkraut aus, das vor Jahrzehnten aus anderen Ländern eingeschleppt worden war und nun droht, die einheimische Pflanzenwelt zu verdrängen. Zwei Wochen später nahmen wir Rodungsarbeiten in einem Waldstück in der Nähe einer Baumkänguru-Krankenstation vor, damit die Verantwortlichen dort neue Gehege für ihre Schützlinge bauen konnten. Auch dort kümmerten wir uns um die kleinen Bäumchen, deren Zweige und Blätter später den Kängurus als Nahrung dienen werden.

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In den verschiedenen Projekten um Brisbane ging es vor allem um Anpflanzungen von unterschiedlichsten Bäumen und Büschen auf neu angelegten Arealen in verschiedensten Gebieten wie Feldern oder in herrlichen Wäldern innerhalb Naturschutzgebiete. Auch dort haben wir an manchen Tagen großflächig riesige Ansammlungen an Büschen ausgerissen, die ganze Waldstücke zu überwuchern drohten. An zwei Tagen haben wir zudem sogenannte „Beach-Clean-Ups“, durchgeführt. Das heißt, wir durchkämmten Strandabschnitte und sammelten mittels langer Greifzangen und Säcken Müll auf.

Von Canberra aus sind wir mit einem Kleinbus bis an die Grenze von Victoria hinuntergefahren und haben in einem Regenwaldstück in der Nähe des Ortes Eden einen Waldlehrpfad neu aufbereitet. Das heißt, wir renovierten oder bauten neue Treppen in den Waldboden oder stellte sicher, dass die jeweiligen Schilder, auf denen die umliegenden Pflanzenarten angezeigt waren, wieder gut lesbar waren.

In Newcastle denn, haben wir am Rande der Mangrovenfelder in den sumpfigen Gebieten Mangrovensamen aus dem Schlamm gezogen, da man die weiten Flächen für die Scharen von Zugvögeln freihalten wollte. Auch arbeiteten wir in der Folgewoche in verschiedenen kommunalen Gärten weiter im Inland. D.h. wir vereinzelten kleine Setzlinge in Gewächshäusern, zogen Unkraut aus den Gärten, mähten Rasen oder ähnliches. Wie man sehen kann, hatte ich also das Glück sehr viel Abwechslung innerhalb meiner Arbeit in Australien erleben zu dürfen!

2) Was waren die größten Herausforderungen für Dich während des Projekts?

Eigentlich hat mir alles Freude bereitet, was mir arbeitsmäßig so angetragen wurde. Die größte Herausforderung war indes teilweise das Wohnen in den Hostels. Das Schlafen in den teilweise bis zu 10 Personen großen Schlafsälen, deren Insassen immerzu wechselten – teils auch nachts, wenn Neuankömmlinge aufgrund der Greyhoundbusse spät ankamen und alle wieder aufweckten, war anstrengend. Die meisten Unterkünfte waren durchaus in Ordnung. Aber hin und wieder gab es auch Nächte, in denen einige andere Gäste bis in die frühen Morgenstunden hinein vor den Fenstern mit lauter Musik feierten, sodass an Schlaf nicht zu denken war.

Das machte allen, die am nächsten Morgen früh aufstehen und den ganzen Tag körperlich arbeiten mussten, dann wirklich Druck. Das betraf nicht nur uns Volunteers, sondern auch die vielen Leute, die in Sachen „Work and Travel“ unterwegs waren. In Brisbane war es besonders schlimm, aber Natucates Partnerorganisation hat sich ganz rührend gekümmert, als ich ihnen davon berichtet hatte. Sie riefen dann im Hostel an und sorgten dafür, dass ihre „Schützlinge“ ab nun wenigstens Zimmer zur Hauptstraße hinaus bekamen und nicht zu den Terrassen nach hinten hinaus, an der die einschlägige irische Bar lag. Ab dem Zeitpunkt ging es dann besser. Trotzdem ist das Schlafen in diesen Unterkünften nicht das, wonach ich mich im Nachhinein zurücksehne!

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3) Gab es etwas, was Dir besonders gut gefallen hat? Oder etwas, was Du besonders negativ in Erinnerung hast?

Besonders gut gefallen hat mir die Gemeinschaft mit den unterschiedlichsten Menschen aller möglicher Nationen. Viele Leute waren, so wie ich, alleine unterwegs und haben sich sehr unkompliziert, herzlich und spontan zusammengefunden, sodass wir schnell „eine Familie“ wurden. Da gab es weder Länder- noch Altersgrenzen. Viele der Teilnehmer/innen waren ja viel jünger als ich. Aber da wir alle im gleichen „Boot“ weitab der Heimat waren, spielte das alles keine Rolle mehr. Auch die Arbeit mit den Freiwilligen vor Ort, die oft schon im Rentenalter waren, war einfach nur bereichernd und sehr lustig! Jeder tat fröhlich, was in seinen Möglichkeiten stand. Alles waren Menschen mit Idealismus – Menschen mit der verbindenden Vision etwas Segensreiches für die Natur unseres wunderschönen Planeten zu tun. Das schweißt schneller und dichter zusammen, als man sich denken kann.

Der Abschied fiel hingegen dann natürlich immer schwer. Wunderbar war auch, wie rührend und fürsorglich unsere Betreuer sich um uns gekümmert haben (bis auf den etwas schwierigen Betreuer in Cairns. Aber darüber muss ich jetzt kein Wort mehr verlieren, denn der dortige Standort wurde ja inzwischen aufgelöst, wie ich hörte.) Sie hatten immer ein offenes Ohr und sorgten sowohl in hervorragender Weise für unsere Sicherheit und unser seelisches und körperliches Wohl.

4) Hattest Du bestimmte Erwartungen bevor Du zum Projekt gereist bist?

Ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen, sondern war einfach nur neugierig auf alles, was mir begegnen würde. Ich hatte eine absolut wunderbare und bereichernde Zeit und somit kann ich nur sagen, dass ich einfach nur glücklich war.

5) Hast Du in Deiner freien Zeit etwas unternommen, was Du auch zukünftigen Teilnehmern empfehlen kannst?

Vor Ort gibt es jeweils sehr viele verschiedene Ausflüge, die man unternehmen kann. Manchmal – so wie z.B. in Brisbane, gab die Organisation Listen mit Vorschlägen heraus, was man an seinen freien Wochenenden alles so tun könnte. Die Vorlieben, die jeder hat, sind sehr unterschiedlich, sodass ich hier nichts Spezielles aufführen möchte. Das ergibt sich alles, wenn man dort ist.

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6) Welche Tipps würdest Du anderen Teilnehmern geben?

Ein wichtiger Tipp ganz praktischer Natur wäre, auf jeden Fall zwei unterschiedliche Geldkarten ( Master/ Visa) oder ähnliches auf die Reise mitzunehmen, (die man in unterschiedlichen Taschen deponiert!), denn nicht jeder Geldautomat nimmt jede Karte. Auch kann es sein, dass der Magnetstreifen auf der Rückseite der Karte aus irgendeinem Grund plötzlich nicht mehr funktioniert. Außerdem ist es wichtig, bei Verlust auf eine zweite Karte zurückgreifen zu können. Wenn man alleine unterwegs ist, kommt man sonst schnell in große Schwierigkeiten. Diesen Stress sollte man sich ersparen. Ebenfalls empfiehlt es sich, im Laufe des Auslandsaufenthalts mal nachzufragen, wieviel Gebühren diverse Banken für das Abheben von Geld nehmen.

Die Unterschiede sind teilweise beträchtlich, sodass es sich lohnt, einen Blick darauf zu werfen, um nicht unnötig viele Kosten zu haben. Hier noch ein Tipp für Leute, die in Asien oder ähnlichen Ländern unterwegs sind, bei denen man sich nicht sicher sein kann, wie die gut die Trinkwasserqualität ist: Es gibt in Deutschland sehr effiziente und leicht zu verstauende Wasserfilter von guter Qualität. Wenn man nicht sicher ist, ob man wirklich immer abgefülltes Trinkwasser in Flaschen bekommen kann, so bietet dieses technische Hilfsmittel, bei dem man sein Wasser „eben mal schnell“ durch solch einen Filter presst, eine gute Sicherheit, um gesund zu bleiben.

7) Hier ist noch Platz für sonstige Anregungen oder Erzählungen von Dir:

Ich war vor meiner Zeit drei Monate in Nepal und habe dort in einem buddhistischen Kloster kleine Kindermönche unterrichtet. Gerade bin ich dabei, ein Buch darüber zu schreiben. Es ist fast fertig. Auch habe ich vor, ab Herbst diesen Jahres ein zweites Buch über meine vielen Erfahrungen in Australien in Angriff zu nehmen.

Es wird also für diejenigen, die sich dafür interessieren, noch viel zu lesen geben. (Ich habe NATUCATE auch schon ein paar größere Berichte geschickt, die sie gerne weiterleiten dürfen.)
Ich möchte jetzt aber diesen Raum nun auch dafür nutzen, um allen Mitarbeitern von NATUCATE, allen voran Chrissy, mit der ich am meisten in Kontakt gestanden habe, herzlich für ihre Hilfe danken! Ihr habt mir – sowohl im Vorfeld, als auch während meiner Reise – immer sofort mit Rat und Tat beiseite gestanden, so dass ich mich wirklich bestens aufgehoben gefühlt habe! Das ist, wenn man alleine an so vielen Orten unterwegs ist, von unschätzbarem Wert! Ich wünsche Euch alles Liebe und nach wie vor viel Freude mit all den Leuten, die mit Eurer Unterstützung über den Erdball hopsen!

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