Erfahrungsberichte Naturschutz in Neuseeland: Ardes Erfahrungen

Schutz einzigartiger Naturräume

Volunteering in Neuseeland

Im August diesen Jahres habe ich mich überraschend spontan für einen dreiwöchigen Freiwilligendienst in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angemeldet. Aus privaten Gründen konnte ich leider keinen längeren Aufenthalt planen, jedoch war ich davon überzeugt, dass auch ein Zeitraum von nur drei Wochen gut genutzt werden kann. Mittels der Vermittlung der Organisation NATUCATE war die Anmeldung für das Freiwilligenprogramm sowie die Buchung der Flugtickets eine unkomplizierte Angelegenheit, weshalb ich an dieser Stelle erst einmal ein Lob aussprechen möchte.

Am Tag des Flugantritts in Frankfurt war ich zugegeben sehr aufgeregt, weil mich drei Flüge in ein fernes Land in der Südhälfte der Erde erwarteten. Die Flüge und die unterschiedlich langen Aufenthalte in den Transit-Zonen waren in der Summe sehr anstrengend, so dass ich spätestens im Flughafen von Wellington äußerst erschöpft war. Nach einem etwas längeren „Verhör“ im Zollbereich, habe ich ein Hotel für eine Nacht aufgesucht.

 

Am nächsten Tag bin ich dann rechtzeitig aufgestanden, um wie geplant um 11:00 im Truby King Haus zu erscheinen, wo ich während meines restlichen Aufenthaltes wohnen durfte. Ich lernte dort erst mal einige Personen der dortigen Organisation kennen, die den Freiwilligendienst betreut, und wurde in deren Arbeit und Organisation eingeweiht. Um 14:00 kamen die anderen Freiwilligen von ihrem Dienst zurück und wir aßen gemeinsam eine Kleinigkeit. Der Freitag ist ein ganz besonderer Tag, da an diesem Tag neue Leute im Truby King Haus erscheinen und den Dienst antreten bzw. alte Leute den Freiwilligendienst beenden und ausziehen. Die Arbeitstage für den Freiwilligendienst sind von Montag bis Freitag; abgeholt wurden wir täglich um 8:30 mit einem Van von einem Mitarbeiter der Organisation mit dem Namen Dave. Abhängig von der Wetterlage und dem Zeitplan haben wir unterschiedliche Tätigkeiten ausgeführt; mal haben wir unliebsames Unkraut entfernt, mal pflanzten wir junge Bäume und Gräser in gekennzeichneten Bereichen und mal haben wir die Setzlinge, die zu den jungen Bäumen heranwachsen, in einer „Nursery“ in andere Töpfe umgesetzt. Höhepunkt war stets der Donnerstag, an dem das gesamte Team in „Zealandia“ arbeitete; es handelt sich dabei um ein prächtiges Reservat, in der die indigene Fauna und Flora von Neuseeland gepflegt wird.

In der Vergangenheit haben leider die maorischen und europäischen Besiedler Säugetiere und andere Tier- und Pflanzenarten aus aller Welt auf Neuseeland eingeführt, gegen die die neuseeländische Flora und Fauna nicht gewappnet war und ist. Neuseeland ist sich jedoch seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, die auf die isolierte, geographische Lage gegründet ist, bewusst und versucht diese so gut es geht zu erhalten. In Zealandia haben wir dabei überwiegend den Bereich um den langen Zaun, der das Eindringen von Säugetieren verhindern soll, von überwachsener Vegetation gesäubert. Die Arbeitsdauer pro Tag variierte stark je nach Wetterlage, Arbeitsgeschwindigkeit und Art der Tätigkeit; durchschnittlich waren ich und mein Team meist zwischen 13:00 – 14:00 fertig. Wir wurden dann stets mit dem Van wieder zum Truby King Haus gebracht, wo wir uns anschließend von der Arbeit erholen konnten. Den Rest des Tages konnten wir verplanen wie wir wollten. Abends hat eine Frau namens Billie für uns gekocht; gemeinsam haben wir dann am Esstisch interessante und lebhafte Gespräche geführt. Am Wochenende jedoch waren wir auf uns alleine gestellt, da Billie nur unter der Woche im Truby King Haus anwesend war. Versüßt wurde der Aufenthalt durch einen guten WLAN-Zugang und einem modernen Flachbildfernseher mit Netflix-Funktion. Wenn es draußen kalt und regnerisch war, bot das einen guten Zeitvertreib. Am Wochenende hatten wir an beiden Tagen Freizeit, die wir dann nutzen konnten, wie es uns beliebte. Ich persönlich habe dann den Zoo in der unmittelbaren Nähe besucht, mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt angeschaut und lange, einsame Wanderungen in der Umgebung gemacht. Auch wenn unser Team in den drei Wochen alte Gesichter verlor und neue Gesicht dazugewann, fiel der Abschied am Tag des Rückfluges schwer…

 

Der Aufenthalt hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn manche Aspekte des Freiwilligendienstes nicht meinen Erwartungen entsprachen. Ich konnte meine Englisch-Kenntnisse vertiefen und wurde Zeuge einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt sowie einer atemberaubenden Landschaftskulisse, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe. Ich habe die schönen Bilder immer noch vor meinem inneren Auge. J Ich danke nochmals Natucate für die Vermittlung dieses wunderschönen Aufenthaltes; möglicherweise werde ich nochmal meine Koffer packen und Neuseeland einen Besuch abstatten. Die Südinsel z.B. ist für mich noch ganz unerforscht. ;)

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