Ranger-Ausbildung: Vogelkunde Teil 3

– Brutverhalten

Die meisten Vögel brüten in Nestern. Diese variieren je nach Vogelart stark in Form, Farbe und Material, aus dem sie bestehen. Das „klassische“ Rundnest, das aus Gras, Blättern und Federn gebaut wird, ist nur einer von vielen Typen. Daneben gibt es noch Höhlennester, Hängenester, Tonnester, Bruthöhlen oder schlichte Brutmulden am Boden oder auf Felsen. Einige Arten bauen gar nicht erst eigene Nester, sondern benutzen die Nester anderer Arten, um ihre Eier abzulegen. Ein solcher Brutparasitismus ist zum Beispiel beim Kuckuck bekannt. Dieser lässt seinen Nachwuchs sogar vom Wirtsvogel großziehen, bis dieser flügge wird. Manchmal stößt der Kuckucksnestling sogar den Nachwuchs des Wirtsvogels aus seinem eigenen Nest, um sich selbst einen Vorteil bei der Fütterung zu verschaffen.

Die Küken aller Vögel lassen sich im Wesentlichen in zwei Gruppen einteilen: Sogenannte Nesthocker sind nach dem Schlüpfen nackt und blind und somit völlig wehrlos. Sie bleiben einige Wochen im Nest, um zu flugfähigen Vögeln heranzuwachsen. Die meisten Vögel, deren Nachwuchs Nesthocker sind, bauen ihre Nester in höheren Lagen (Bäume, Büsche, Felsen). Die Küken der meisten bodenbrütenden Arten sind Nestflüchter. Kurz nach dem Schlüpfen sind sie bereits in der Lage, das Nest zu verlassen und dem Muttertier zu folgen. Demnach sind die Federn bereits ausgebildet und die Augen geöffnet. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Enten und die meisten anderen Wasservögel.

Ein interessantes Phänomen stellt die Vergesellschaftung einiger Vogelarten in Bezug auf den Nestbau dar. Man spricht dann von sogenannten Koloniebrütern. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die in Afrika beheimateten Webervogel (Ploceidae), welche riesige Bauwerke auf Bäumen, bestehend aus vielen Einzelnestern, anlegen.

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