Ranger-Ausbildung: Vogelkunde Teil 2 - Nahrung

Kurz gesagt: Es gibt keine Art von Nahrung, die nicht von Vögeln erschlossen wurde. Angefangen bei Mikroorganismen wie Algen und Mikroben, über Invertebraten, Wirbeltiere und Aas bis hin zu rein pflanzlicher Nahrung wie Früchte, Samen und Nektar kommen so gut wie alle erdenklichen Nahrungsquellen in Betracht. Abhängig von ihrer Beutespezialisierung unterscheiden sich die Vogelgruppen durch ihre äußeren Merkmale:

  • Fischfresser: Diese Gruppe nutzt ihre Schnäbel zum Packen oder Aufspießen ihrer Beute. Sie sind daher meist lang und spitz. Vertreter dieser Ernährungsgruppe sind beispielsweise Kormorane, Reiher oder Eisvögel.
  • Fleischfresser: Hierzu gehören zum Beispiel Falken, Adler oder Eulen. Mit ihren scharfen, gekrümmten Schnäbeln und den kräftigen Klauen sind sie perfekt an das Reißen von Beute angepasst
  • Insektenfresser: Diese Gruppe besitzt meist kurze spitze Schnäbel, mit deren Hilfe sie Insekten schnell packen und herunterschlucken können. Außerdem sind die Schnäbel kräftig genug, um die Beute über lange Strecken zu einem bestimmten Ort zu transportieren, beispielsweise dem eigenen Nest.
  • Samenfresser: Ein Charakteristikum für diese Gruppe sind die konischen, harten Schnäbel, die wie eine Brechzange arbeiten. Ein Beispiel für Samenfresser ist die Gruppe der Finken
  • Nektarfresser: Einer der berühmtesten Vertreter dieser Gruppe ist der Kolibri, dieser ist allerdings nur auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet. In Afrika ist das Äquivalent die Familie der Nektarvögel (Nectariniidae) Er besitzt einen langen, nadelartigen Schnabel und eine lange Zunge, um auch an Nektar zu gelangen, der manchmal tief im Blütenkelch verborgen liegt.

Neben diese Hauptkategorien gibt es einige spezialisierte Ernährungsweisen: Die „Filtrierer“, zu denen beispielsweise die Enten oder Flamingos gehören filtern ihre Nahrung (Algen, Plankton) mit ihrem Schnabel aus dem Wasser. Die „Sucher“ besitzen hochsensible Rezeptoren an ihren Schnäbeln, mit denen sie Beutetiere wahrnehmen, die sich zum Beispiel im Schlamm oder im Laub verstecken. Die „Holzhacker“ haben spezielle Schnäbel, die in der Lage sind, Baumrinde durch heftige Stöße gegen das Holz zu lösen und die darunterliegenden Insekten zu fangen. Durch einen Mechanismus zur Abdämmung von Erschütterungen bleibt der Vogel dabei unverletzt. Ein Beispiel für eine solche Art der Ernährung ist der Specht!

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