Von Birding und Ornis

Der frühe Vogel fängt den Wurm – dieses Sprichwort wird wohl nirgendwo so sehr beherzt wie in der Ornithologie, der Wissenschaft, die sich mit der Beschreibung und Erforschung von Vögeln beschäftigt. Der Vogelkundler heißt in der Fachsprache „Ornithologe“ oder kurz „Orni“.

Ornis sind eine exotische Spezies, da sie sowohl Eigenschaften eines passionierten Briefmarkensammlers als auch eines Abenteurers in der Wildnis auf sich vereinen. Befindet man sich in ihrer Gesellschaft, so bekommt man schnell ein Gefühl für die Faszination dieser interessanten Wissenschaft. Die einen betreiben sie als Hobby, die anderen professionell, doch allen gemeinsam ist, dass sie die Vielfalt der Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen lieben. Sobald eine seltene Art gesichtet wurde, ist der Sammlertrieb geweckt und man möchte weitere, noch seltenere Arten sehen. Dies kann dazu führen, dass man den leidenschaftlichen Vogelkundler in den tiefsten Tälern, auf den höchsten Bergen, im wildesten Dschungel, auf den Weiten der Weltmeere, im ewigen Eis der Polarkappen oder in anderen entlegenen Winkeln dieser Welt findet, immer bewaffnet mit Feldstecher und Vogelbestimmungsbuch.

Nur wenige Hobbys wie das „Birding“, also das professionelle Beobachten von Vögeln, führen einen tief in die Natur und rund um den Globus. Darüber hinaus schafft es ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von Natur- und Artenschutz und schärft die eigenen Sinne. Denn nicht jede Vogelart gibt sich immer leicht zu erkennen und verrät ihre Anwesenheit nur durch feine Gesänge. So ist nicht nur das geschulte Auge relevant für das Birding, sondern auch ein sensibles Gehör, das in der Lage ist, unterschiedliche Gesänge voneinander zu unterscheiden und zuordnen zu können. Der Vorteil des Birdings ist, dass man es ohne großen Aufwand beinahe überall betreiben kann, denn die Vögel haben es erfolgreicher als jede andere Tiergruppe geschafft, so gut wie jeden Lebensraum auf der Erde zu besiedeln. Ob inmitten der Hitze der Sahara oder der bitterkalten Arktis, kaum ein Lebensraum ist zu extrem für die Bewohner der Lüfte. Durch das ausgeprägte Zugverhalten wechseln einige Vögel über die Jahreszeiten sogar ihre Standorte, wodurch es dazu kommen kann, dass man eine Art, die man im Sommer noch an der Nordseeküste beobachten konnte, im Winter plötzlich in Südafrika wiederfindet, wo sie sich den Lebensraum mit den vielen einheimischen und exotischen Vögeln teilt.

Für diejenigen, die einen Einstieg in die Ornithologie finden möchten und sich dafür in ein Vogelschutzgebiet begeben, sind einige einfache, aber wichtige Regeln zu beachten, die letztlich beiden, Mensch und Tier, nützen: An oberster Stelle steht immer der Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume, das heißt Störungen oder Verschmutzungen sind dringend zu vermeiden. Mit ein bisschen Geduld wird man auf diese Weise Zeuge atemberaubender Naturschauspiele und kann schon bald einige exotische Seltenheiten in sein Vogelbuch eintragen. Für das eigene Wohlbefinden ist es zudem wichtig, immer die passende Kleidung dabei zu haben und auf Wetterumschwünge vorbereitet zu sein. Nur wer gut vorbereitet ist auf Hitze, Sonne, Regen oder Kälte, kann sein Birding-Abenteuer vollständig genießen. Eine ausreichende Verpflegung versteht sich von selbst, denn wer Tiere stundenlang dabei beobachtet, wie sie sich den Bauch vollschlagen, der bekommt früher oder später selbst Hunger.

Für Interessenten bietet NATUCATE Birding-Kurse in Peru und im südlichen Afrika an, beides Länder, die für ihre Biodiversität und Naturlandschaften bekannt sind. Zwei optimale Orte, um erste Erfahrungen als richtiger Orni zu sammeln.

Autor: NATUCATE – David Pyka

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