Erfahrungsberichte Alines Feedback:
Praktikum in Costa Rica

Schutz gefährdeter Meeresschildkröten

Praktikum in Costa Rica – Feedback

Steckbrief

Name: Aline

Alter: 20

Projekt: Artenschutzpraktikum in Costa Rica

Einsatzort: Montezuma/Costa Rica

Zeitraum: Anfang Oktober bis Ende Dezember 2017 – insgesamt 3 Monate

 

Alines Gesamtbewertung

Betreuung durch das NATUCATE-Team: ★ ★ ★ ★ ✫

Anreise: ★ ★ ★ ☆ ☆

Partner vor Ort: ★ ★ ★ ★ ☆

Unterkunft: ★ ★ ★ ✫ ☆

 

Sieben Fragen an Aline

1) Könntest Du uns einen kurzen Überblick über Deine Tätigkeiten/ Aufgaben im Praktikum geben?

Da ich eine sehr lange Zeit im Vergleich zu den meisten Freiwilligen dort verbracht habe, durfte ich auch anspruchsvollere Aufgaben erfüllen. Ich habe nach ungefähr zwei Wochen schon alleine Patrouillen leiten dürfen. Das bedeutet dass ich mit einem anderen Freiwilligen nachts drei Stunden am Strand auf und ab gegangen bin und nach „Mama-Schildkröten“ geschaut habe. Wenn ich eine gefunden habe, habe ich diese ausgemessen, getagged, ihre Spuren vermessen, ihre Eier genommen und die Zeiten notiert, wann sie angefangen hat, ihre Eier zu legen und wann Sie aufgehört hat. Zu jeder Schildkröte musste ich ein Informationsblatt ausfüllen, auf diesem wurden dann eben diese Informationen und noch weitere notiert.
Unter Tags hatten wir Gemeinschaftsaufgaben, wir haben oft den Strand aufgeräumt (Plastik oder Organic), die Schule nebenan von Laub befreit, Bäume gepflanzt oder das Haus aufgeräumt.

2) Was war/en die größte/n Herausforderung/en für Dich während des Praktikums?

Da ich eine lange Zeit in dem Projekt verbracht habe, hatte ich am Anfang etwas Heimweh, aber das verging auch nach drei, vier Wochen.
Für mich persönlich war das Einschlafen und das frühe Aufstehen oft sehr anstrengend. Da man sich die Schichten natürlich nicht aussuchen konnte, hat man öfter auch Nachtschichten bekommen. Am Anfang des Projektes waren sehr viele Freiwillige da. Wenn man also früh ins Bett gegangen ist, ist es mir persönlich manchmal schwer gefallen einzuschlafen, da die Mädchen die in meinem Zimmer waren, ins Bad sind oder das Licht angemacht haben. Auch wenn die Leute ihre Schicht beendet hatten, mussten sie natürlich ins Bad und waren manchmal nicht so rücksichtsvoll. Es war am Anfang hart, nachts um 2 aufzustehen, 4 Stunden zu arbeiten und dann um 6 nochmal für 1-2 Stunden zu schlafen. Nach circa 1 ½ Monaten hat sich mein Körper aber etwas daran gewöhnt und es ist mir nicht mehr so schwergefallen!

3) Gab es etwas, was Dir besonders gut gefallen hat? Oder etwas, was Du besonders negativ in Erinnerung hast?

Besonders positiv sind mir auf jeden Fall die Leute dort in Erinnerung geblieben. Ich habe mich sehr gut mit allen verstanden mit einigen sogar so gut, dass wir uns auf alle Fälle wiedersehen werden. Die Menschen in Montezuma sind sehr herzlich und man fühlt sich nach ein paar Tagen nicht mehr als Tourist, sondern die Leute kennen einen und man wird von allen gegrüßt.

4) Hattest Du bestimmte Erwartungen, bevor Du zum Projekt/Kurs gereist bist? Wenn ja, wurden Deine Erwartungen erfüllt, enttäuscht oder vielleicht übertroffen?

Ich habe mir extra keine Vorstellung davon gemacht, wie es dort sein wird oder ähnliches. Ich wusste, dass die Standards komplett anders sind als bei uns in Deutschland. Ich wollte nicht, dass ich enttäuscht bin, wenn etwas nicht so läuft oder ist wie ich es mir vorgestellt habe.
Letztendlich war es sehr minimalistisch und natürlich nicht so sauber wie man das von daheim kennt. Aber das war mir von vornherein klar und deswegen war es total okay für mich. Ich habe also sozusagen damit gerechnet und ich war auf keinen Fall enttäuscht.

 

5) Hast Du in Deiner freien Zeit etwas unternommen, was Du auch zukünftigen Teilnehmern empfehlen kannst?

In Montezuma direkt kann man schon viel unternehmen. Es gibt dort 4 Wasserfälle. Wir sind manchmal (sonntags) an den am nächsten gelegenen gelaufen, der etwa 25 Minuten von dem Haus entfernt liegt. Dort kann man baden und es ist echt super schön, also das würde ich empfehlen. Sonntags hat man nachmittags immer frei, das bedeutet man kann einen Tagesausflug machen. Ich war zweimal in Santa Teresa. Man fährt ungefähr 1 ½ Stunden mit dem Bus. Dort gibt es einen super schönen Strand und der Sonnenuntergang ist dort so wunderschön. Surfen gehen kann man dort auch sehr gut und es gibt stylische Strandlokale. Die Stadt an sich ist nicht besonders hübsch, aber dafür der Strand umso mehr. Auch die Isla Tortuga würde ich empfehlen. Man kann mit einem kleinen Boot einen Tagesausflug dorthin machen. Man bekommt auf der Insel Essen und kann vom Boot aus schnorcheln. Alle in allem hat es 35$ gekostet und 4 Stunden gedauert.

6) Welche Tipps/Empfehlungen würdest Du anderen Teilnehmern geben, die das Projekt / den Kurs machen wollen? (z.B. Tipps, die Dir selber – im Vorfeld oder während der Reise – weitergeholfen hätten)

Mir hat ein Telefonat mit einer ehemaligen Freiwilligen sehr geholfen. Ich konnte ihr viele Fragen stellen und das hat mich sehr beruhigt. Ich würde auch jedem raten, mindestens 2 Wochen zu bleiben, anderenfalls bekommt man nicht wirklich einen Überblick über alles. Ich hatte mich nach 2 Wochen eingelebt und habe alles verstanden, wie es funktioniert und kannte die Leute. Es ist auch ein schönes Gefühl, wenn man länger bleibt, man fühlt sich mehr wie ein Teil von etwas, man kann mitentscheiden und man wird wahrgenommen. Wenn so viele Freiwillige, da sind die alle nur so kurze Zeit bleiben, haben die Leute die dort eben länger sind nicht so die Muse sich mit jedem persönlich zu beschäftigen.

7) Kannst Du einschätzen, wie viele Kosten Du vor Ort noch zusätzlich hattest? – Diese Angabe können wir an zukünftige Teilnehmer weiterleiten.

Ich hätte nicht gedacht, dass Costa Rica so ein teures Land ist. Ich habe mich natürlich schon im Vorfeld informiert, aber es war wirklich wahnsinnig. Ich habe dort drei Mahlzeiten bekommen und musste nichts fürs Schlafen bezahlen (also Vorort), aber habe trotzdem ungefähr monatlich 300 € ausgegeben. Ich habe meistens Essen gekauft oder wir sind manchmal essen gegangen (Margarita Pizza 14€), ich habe zwei- bis dreimal Ausflüge gemacht aber trotzdem war es super teuer dort. Sehr viel ist von Amerika importiert, sogar deutsche Schokolade gab es dort (Ritter Sport 5€). Also ich würde 250 € auf jeden Fall einplanen; wenn man natürlich nicht so viel Hunger hat oder auf Eis und Schokolade gut verzichten kann, reichen sicher auch 100€!

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.