Unterschied Urlaub – Sabbatical

Du möchtest raus aus dem Alltag, bist Dir aber nicht ganz sicher wie? Eine gute Alternative zum oftmals viel zu kurzen Urlaub kann ein Sabbatjahr sein. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du Dir eine längere Auszeit vom Beruf nehmen, neue Erfahrungen sammeln und Deinen Horizont erweitern.

Eine nachhaltige Auszeit genießen

Ein Sabbatical unterscheidet sich zunächst einmal durch die Länge von bis zu einem Jahr von einem herkömmlichen, mehrwöchigen Urlaub. Durch diesen längeren Zeitraum ist sichergestellt, dass Du wirklich abschalten und Dich dadurch sowohl körperlich als auch geistig nachhaltig erholen kannst. Die reguläre Urlaubszeit reicht dafür oftmals gar nicht aus, zumal auch An- und Abreise generell mit Zeitaufwand und teilweise sogar Stress verbunden sein können. Du kannst Dich vollständiger von Deinem beruflichen Alltag lösen, da Deine Arbeit in der Zeit Deiner Abwesenheit abgedeckt wird, Du keinen Termindruck im Hinterkopf hast und nicht weiterhin erreichbar sein musst. Im Vordergrund Deiner Auszeit steht eine tief greifende Revitalisierung, die über das kurzfristige Abschalten während des Urlaubs hinausgeht.

Mehr Gestaltungsspielraum

In der Regel steht für diese Art von Auszeit zudem eine Phase der inneren Reflexion am Anfang, in der Du Dir bewusst machst, wieso es Dich nach dem Abstand zum Arbeitsalltag verlangt, was Dir wichtig ist, was Du gerne ausprobieren und worauf Du Deinen Fokus legen möchtest. Das kann natürlich auch jedem Urlaub vorausgehen, ist jedoch oftmals weniger ausgeprägt als bei dem Wunsch nach Veränderung, der einem Sabbatjahr vorausgeht.

Generell kannst Du Dein Sabbatjahr zum Reisen nutzen, Unterricht nehmen, Dir neue Fähigkeiten aneignen und persönliche, sowie berufliche Ziele verfolgen, die Dich gegebenenfalls auch in Deiner Karriere weiterbringen können. Auch Freiwilligenarbeit, die Pflege eines Hobbys, das Dir sehr am Herzen liegt oder die Durchführung eigener Projekte wie beispielsweise der Bau eines Hauses sind Alternativen für ein Sabbatical. Darüber hinaus wird die Auszeit in einigen Fällen auch genutzt, um bei der Familie zu sein, Angehörige zu pflegen oder den Alltag bewusst zu entschleunigen, um einem Burnout vorzubeugen.

Langfristige Vorbereitung notwendig

Zunächst einmal sollst Du im Sabbatjahr, wie auch schon im regulären Urlaub, natürlich Deine Interessen verfolgen, jedoch kann es unter Umständen Vereinbarungen mit Deinem Vorgesetzten geben, die Du in Deiner Planung berücksichtigen musst. Während ein Urlaub auch einmal spontan sein kann, erfordert ein Sabbatical eine intensive Vorbereitung, sowohl in Bezug auf die eigenen Vorstellungen und Wünsche als auch bezüglich der Organisation. Oftmals ist ein Sabbatjahr im Gegensatz zu den wesentlich kürzeren Urlauben zudem mit größeren Einschränkungen vor bzw. nach der Reise verbunden und macht auch Abstriche und Kompromisse erforderlich.

Finanzierung

Ein ganz entscheidender Unterschied zwischen Urlaub und Sabbatjahr ist die Finanzierung. Während Du im normalen bezahlten Urlaub weiterhin Dein Gehalt bekommst und Deine freie Zeit i.d.R. aus dem regulären Ersparten abdecken kannst, ist für eine langfristige Auszeit wie dem Sabbatjahr ein entsprechend durchdachter Finanzierungsplan notwendig.

Zunächst einmal handelt es sich bei einem Sabbatical um eine unbezahlte Auszeit, die unter Umständen allein durch Ersparnisse abgefangen werden muss. In einigen Fällen ist die Finanzierung bei einer entsprechenden Regelung mit dem Arbeitgeber aber auch über ein Langzeitkonto möglich, auf dem Überstunden und angesparter Resturlaub angesammelt werden können oder durch Verzicht auf einen Teil des regelmäßigen Einkommens über einen bestimmten Zeitraum ein Gehalt für die Auszeit angespart werden kann.

Versicherungen

Ein weiterer Punkt, in dem sich das Sabbatjahr vom Urlaub unterscheidet, sind die unter Umständen veränderten Versicherungsverhältnisse. Generell ändert sich in der Zeit des regulären Urlaubs nichts an Deinen Sozialversicherungsverhältnissen. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse gilt zudem unter gewissen Einschränkungen auch während des Urlaubs im europäischen Ausland. Beim Sabbatical hingegen kommt es ganz darauf an, wie Du Dein Sabbatjahr ermöglichen möchtest, ob Deine Freistellung beispielsweise über ein Zeitkonto ablaufen kann, Du durch unbezahlten Urlaub langfristig aus dem Arbeitsalltag ausscheiden kannst oder möglicherweise sogar kündigen möchtest.

Bei einer Regelung über ein Langzeitkonto laufen alle Versicherungen wie gehabt weiter, da Du noch immer im regulären sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehst und einen regelmäßigen Lohn erhältst. Sowohl für die Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Rentenversicherung werden Beiträge daher weiterhin gezahlt. Solltest Du Deinen Job kündigen oder unbezahlten Urlaub nehmen wollen, musst Du Dich ab einem Freistellungszeitraum von über einem Monat eigenständig um Deine Sozialversicherungen kümmern und Dich beispielsweise freiwillig krankenversichern. Für befristete Zeiträume können sich Arbeitnehmer z.T. auch von Rentenversicherungen sowie anderen Sozialabgaben freistellen lassen, müssen u.U. jedoch selbst dafür aufkommen. Es kann sich zudem lohnen, die Beiträge selbst zu zahlen, um den späteren Rentenanspruch nicht negativ zu verändern. Hierbei empfiehlt sich eine vorherige Beratung durch den Rentenversicherer.

Besonders bei längeren Auslandsaufenthalten und Aufenthalten außerhalb der EU musst Du Dich gründlich informieren, da die gesetzliche Krankenversicherung ggf. nicht greift und viele der regulären Urlaubsversicherungen lediglich auf begrenzte Zeiträume ausgelegt sind. Der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung bietet sich jedoch auch im europäischen Ausland an, da einige Leistungen wie z.B. der Krankenrücktransport nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt sind. Lass Dich am besten von einem Sachbearbeiter Deiner Krankenversicherung zu ihren Leistungen im Falle eines Sabbaticals beraten und suche nach entsprechenden Angeboten zur Ergänzung. Du solltest Dich zudem erkundigen, ob Du nach einem längeren Auslandsaufenthalt in Form eines unbezahlten Urlaubs wieder problemlos eintreten kannst, bzw. ob Sonderregelungen zu beachten sind.

Quellen: www.zeit.de www.spiegel.de

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