Ranger-Ausbildung: Fische
– Das Leben begann im Wasser

Die Tiefen der Meere gelten bis heute als kaum erforscht, ebenso wie viele der Tiere, die dort leben. Insbesondere die faszinierende Gruppe der Fische ist Gegenstand vieler Forschungsprojekte und Expeditionen, nicht nur auf Grund ihres Artenreichtums (ca. 50 % aller lebenden Wirbeltiere auf der Erde), sondern vor allem wegen ihrer Bedeutung für die Evolution aller landlebenden Wirbeltiere (Vertebraten) und somit auch des Menschen. Fossilien belegen, dass Fische bereits vor 500 Millionen Jahren die Weltmeere bewohnten. Das war gut 100 Millionen Jahre bevor die ersten Landwirbeltiere auf der Erde lebten. Es ist somit davon auszugehen, dass die Vorfahren aller rezenten (heute lebenden) Wirbeltiere – ob Amphibien, Reptilien, Vögel oder Säugetiere – Fische waren.

Die Wissenschaft, die sich mit der Klassifikation und Biologie der Fische beschäftigt, wird als Ichthyologie (von gr. ἰχθυς ichthys „Fisch“ und -logie) bezeichnet. Sie befasst sich zudem mit dem Verhalten und der Ökologie dieser spannenden Gruppe. Trotz ähnlicher Grundeigenschaften der meisten Fischarten in Bezug auf ihre Lebensweise und Physiologie besiedeln sie eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. So findet man Fische in den dunkelsten Tiefen der Weltmeere, in Seen, deren Salzgehalt die meisten anderen Lebewesen nicht tolerieren würde oder in nährstoffarmen und eiskalten Gebirgsbächen. Ihren evolutiven Erfolg haben die Fische nicht zuletzt dieser großen Anpassungsfähigkeit zu verdanken.

Die Klassifikation von Fischen erfolgt anhand ihrer evolutiven Entwicklungsstufen, ihrer Ernährungsweise und ihres Brutverhaltens. Die älteste Ordnung innerhalb der Klasse der Fische sind die kieferlosen Fische, zu denen zum Beispiel die heute lebenden Neunaugen gehören. Aus ihnen haben sich dich Knorpelfische entwickelt. Die berühmteste Familie dieser Gruppe sind die Haie. Aus diesen beiden Ordnungen entwickelte sich die größte und vielfältigste Gruppe, die Knochenfische, zu denen die meisten Arten gehören, die gemeinhin als Fisch bezeichnet werden.

Da marine Fische während der Ranger-Ausbildungen in Afrika nur eine untergeordnete Rolle spielen, soll der Schwerpunkt in diesem Modul auf den im Süßwasser lebenden Arten liegen.

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.