Der Afrikanische und der Asiatische Elefant

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Du spielst mit dem Gedanken an einem Elefantenschutzprojekt in Afrika oder auf Sri Lanka teilzunehmen oder möchtest einfach noch mehr über Dein Lieblingstier erfahren? Dann ist dieser Blog genau richtig für Dich!

Wie unterscheidet sich der Afrikanische vom Asiatischen Elefanten?

Zunächst einmal gibt es keine Überschneidungen ihrer Lebensräume. Die nach IUCN als gefährdet eingestuften Afrikanischen Savannen- und Waldelefanten (Loxodonta africana und Loxodonta cyclotis) leben, wie ihre Bezeichnung bereits andeutet, in trockeneren Savannen- und Wüstenlandschaften Süd- und Ostafrikas, bzw. in immergrünen tropischen Feuchtgebieten Zentralafrikas und insbesondere im Kongobecken. Der stark gefährdete Asiatische Elefant (Elephas maximus) dagegen ist vor allem in tropischen bis subtropischen Monsunregenwäldern, immergrünen Wäldern sowie Laubwäldern und im Dornbuschland in zahlreichen asiatischen Ländern in der geografischen Erstreckung von China über Indien bis Indonesien beheimatet.

Der Afrikanische Elefant zeichnet sich bezogen auf seine äußeren Merkmale besonders durch seine beeindruckende Größe aus. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 3,30m (Savannenelefant), einer durchschnittlichen Länge zwischen vier und fünf Metern und einem Spitzengewicht zwischen vier und sieben Tonnen ist er das größte an Land lebende Säugetier. Sehr auffällig sind zudem seine großen Ohren, die durch kontinuierliches Wedeln zur Senkung der Körpertemperatur beitragen, sowie die nach vorn gerichteten, leicht gebogenen Stoßzähne. Bei den afrikanischen Arten sind die Stoßzähne bei beiden Geschlechtern ausgeprägt, auch wenn sie i.d.R. bei den Bullen größer sind und bis zu drei Meter lang werden können. Der Schädel der Tiere ist rundlich geformt, ihr Rüssel ist mit zwei „Greiffingern“ ausgestattet und ihre Unterlippe ist rundlich und kurz. Die Haut des afrikanischen Elefanten ist verhältnismäßig runzelig, ihr Rüssel weist zahlreiche Ringe auf. Auf den Körperbau bezogen kann zunächst gesagt werden, dass die Schulter üblicherweise ihren höchsten Punkt markiert und ihre Bauchlinie zu den Hinterbeinen hin schräg nach unten verläuft. Am Vorderfuß haben Afrikanische Elefanten vier, am Hinterfuß drei Zehennägel.

Im Vergleich dazu ist der Asiatische Elefant mit einer Rückenhöhe von i.d.R. unter drei Metern, einer Länge von ca. 3,5m und einem Gewicht zwischen zwei und fünf Tonnen etwas kleiner als sein afrikanischer Verwandter. Verglichen mit den Afrikanischen Elefanten sind seine Ohren relativ klein und reichen auch nicht bis über den Hals hinaus. Die Stoßzähne sind bei den Asiatischen Elefanten, wenn überhaupt, normalerweise nur bei den Bullen ausgebildet; bei den Kühen sind sie lediglich rudimentär vorhanden. Im Gegensatz zu Afrikanischen Elefanten weisen die Schädel der asiatischen Tiere zwei deutliche Stirnhöcker auf und auch ihr Rüssel unterscheidet sich durch die verhältnismäßig geringere Anzahl an Ringen sowie dem einfachen „Greiffinger“. Ihre Unterlippe ist eher spitz geformt und im Allgemeinen relativ lang. Bei der genauen Betrachtung ihrer Haut wird zudem deutlich, dass sie beim Asiatischen Elefanten generell glatter ist und zudem auch teilweise rosa Flecken aufweisen, die insbesondere im Bereich von Stirn, Ohren, dem Rüsselansatz und der Brust auftreten können. Bezogen auf den Körperbau ist zunächst einmal festzuhalten, dass ihr höchster Punkt im Rücken- und nicht im Schulterbereich liegt. Ihre Bauchlinie verläuft im Regelfall annähernd gerade, bzw. kann im mittleren Bereich etwas tiefer geneigt sein. Verglichen mit ihren afrikanischen Verwandten haben die Asiatischen Elefanten mit fünf Zehennägeln an den Vorderfüßen und vier an den Hinterfüßen je einen Nagel mehr.

Gibt es auch Gemeinsamkeiten?

Abschließend bleibt zu sagen, dass Tiere beider Arten hochintelligent sind, ein hohes Alter zwischen 60 und 80 Jahren erreichen können und jeweils in matriarchalischen Gesellschaften mit einer Leitkuh an der Spitze leben. Diese Gesellschaften setzten sich aus Elefantenkühen, Jungtieren und jungen Weibchen zusammen. Die Tiere sind eng miteinander verbunden, sodass auch andere Weibchen Jungtiere in Gefahrensituationen schützen. Männliche Jungtiere bleiben mehrere Jahre lang bei der Mutter, bevor sie sich Jungbullengruppen anschließen. Täglich verbringen Elefanten auf beiden Kontinenten mit ca. 17 bis 19 Stunden den Großteil des Tages mit der Nahrungsaufnahme und auch die Suche nach geeigneten Wasserstellen zum Trinken, Baden und im Schlamm wälzen nimmt einige Zeit in Anspruch. Besonders in einigen afrikanischen Gebieten durchkämmen die Tiere auf der Futtersuche große Gebiete, sodass vorbeiziehende Herden in Trockenzeiten Ökosysteme schwer beeinträchtigen können. Vor allem der Asiatische Elefant lebt in einigen Regionen eng mit dem Menschen zusammen und wird traditionell als Arbeitstier eingesetzt, wurde jedoch nie ganz domestiziert. Durch die zunehmende Besiedlung weiter Flächen in Asien, aber auch in Afrika, werden die Lebensräume und traditionellen Herdenrouten der Tiere eingeschränkt, was sich negativ auf die Entwicklung der Populationen auswirkt.

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.