Erfahrungsberichte Anna-Katharinas Feedback:
Professional Field Guide

Wilderness Experience im südlichen Afrika

Professional Field Guide – Feedback

Steckbrief

Name: Anna-Katharina

Alter: 33

Kurs: Professional Field Guide

Einsatzort: Südafrika und Botswana

Zeitraum: Januar 2017 - Dezember 2017 – 1 Jahr

 

Anna-Katharinas Gesamtbewertung

Betreuung durch das NATUCATE-Team: ★ ★ ★ ★ ★

Anreise: ★ ★ ★ ☆ ☆

Partner vor Ort: ★ ★ ★ ★ ✫

Unterkunft: ★ ★ ★ ★ ☆

 

Acht Fragen an Anna-Katharina

1) Könntest Du uns einen kurzen Überblick über den Inhalt/ Ablauf des Kurses geben?

Wie der Name verrät, handelt es sich um einen einjährigen Weitebildungskurs. Er ist schwerpunktmäßig in zwei Teile aufgeteilt: Theoretisches (und auch praktisches) Lernen im ersten Halbjahr und Erfahrungen sammeln – man könnte es Praktikum nennen – im zweiten Halbjahr.

Vom ersten Tag an geht der Unterricht los; man lernt Schritt für Schritt das Bush-ABC und wird auf die entsprechenden Prüfungen vorbereitet. An dieser Stelle kann ich sagen, dass der Kurs absolut interessant, aber auch anspruchsvoll ist. Ohne Eigeninitiative zum Lernen wird es schwer. Ihr seid jeden Tag im Bush unterwegs und habt zusätzliche „Lectures“, in denen immer andere Themen behandelt werden. Erstes Ziel ist die Erreichung des Field Guides, sowie Basic Birding, Navigation and Orientation und Tracking. Hier lernt ihr neben Tierkunde, was Fakten und Tierverhalten angeht, viel über das Gebiet, in dem ihr euch bewegt. Auch Geologie, Astronomie, Pflanzenkunde und vieles vieles mehr stehen auf dem Stundenplan.

Ein Highlight für mich war der Trails Guide Back up – der nächste Step. Ihr lernt euch zu Fuß im afrikanischen Busch zu bewegen. Voraussetzung dafür ist eine Prüfung mit dem Gewehr – ohne das geht es leider nicht. Zu Fuß ist dieses aus Sicherheitsgründen immer mitzuführen. Auch dabei bekommt ihr vor Ort Schulungen und legt eine Prüfung ab. Schnell werdet ihr aber merken, dass es nichts Schöneres gibt sich, als sich frei im Busch zu bewegen. Kein Auto, keine Nebengeräusche und keine Barrieren zwischen dir, der Natur und den Tieren, die dich umgeben. Lerne und erfahre wie du mit den Tieren agierst, wie du dich bewegst und versuchst, Teil dieses Ganzen zu sein. Eine unglaubliche Erfahrung.

Im zweiten Halbjahr findet eine Art Praktikum statt, in dessen Rahmen du tiefergehende praktische Erfahrungen sammeln kannst. Das Lernen mit Zettel und Stift ist vorbei – du lernst, indem du täglich Erfahrungen und Informationen aufsaugst; indem du Teil einer Lodge oder eines anderen Instituts bist. Bei der Vermittlung in ein passendes Projekt für dich bekommst du Unterstützung und wirst vermittelt. Ich hatte Glück und konnte als Back-up bei NATUCATEs Partner selbst meine zweite Hälfte verbringen. Ich war in die täglichen Arbeiten im Camp involviert und immer auf den Aktivitäten, speziell den Game Walks, dabei.

2) Was war/en die größte/n Herausforderung/en für Dich während des Kurses?

Englisch. Ich sprach bereits schon vor dem Kurs gutes Englisch. Man sollte aber nicht unterschätzen, dass sämtlicher Lernstoff und das Material auch in Englisch ist – alles Themen und Vokabeln, mit denen ich vorab noch nicht in Berührung gekommen bin in englischer Sprache.

3) Gab es etwas, was Dir besonders gut gefallen hat? Oder etwas, was Du besonders negativ in Erinnerung hast?

Das Beste ist, dass du ununterbrochen in der Natur bist. Selbst im Camp ist so viel zu sehen. Alle Camps sind nicht eingezäunt und manchmal sind die besten Sightings direkt vor deinem Zelt. Ich liebe die Nächte, speziell in Mashatu, wenn die Elefanten nachts zum fressen im Camp kommen. Dieses Magengrummeln und ihr leises Schmatzen – unvergesslich.

4) Hattest Du bestimmte Erwartungen bevor Du zum Kurs gereist bist? Wenn ja, wurden Deine Erwartungen erfüllt, enttäuscht oder vielleicht übertroffen?

Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen. Ich hatte mich auf ein tolles Jahr eingestellt und war gespannt, was ich alles erleben werde. Was ich am Ende erlebt habe – damit hätte ich nicht gerechnet.

 

5) Hast Du in Deiner freien Zeit etwas unternommen, was Du auch zukünftigen Teilnehmern empfehlen kannst?

Es gibt nicht allzu viel Freizeit. Gerade in den ersten Monaten ist das Programm recht straff durchgeplant. Nutzt von der ersten Woche an Freizeit um zu lernen, speziell dann, wenn es nicht eure Muttersprache ist. Das macht es euch nach hinten raus einfacher.

Ansonsten hat es mir sehr gut getan, mir auch mal eine Stunde für mich allein zu nehmen. Findet euren Comfort Spot irgendwo um das Camp. Das gibt euch die Möglichkeit, kurz mal abzuschalten, zu realisieren wo ihr seid, was ihr aktuell macht und einfach auch mal die Eindrücke (und das sind unendlich viele) sacken zu lassen.

Habt ihr „Off-Time“ und fliegt nicht nach Hause, kann ich empfehlen, flexibel zu bleiben. Man lernt viele neue Freunde kennen und organisiert meist etwas zusammen, wenn man sich gut versteht.

6) Welche Tipps/Empfehlungen würdest Du anderen Teilnehmern geben, die den Kurs machen wollen? (z.B. Tipps, die Dir selber – im Vorfeld oder während der Reise – weitergeholfen hätten)

Don‘t be overprepared – ihr werdet schnell merken wie wenig man braucht. Das betrifft Kleidung als auch Gadgets. Es heißt, Vorbereitung ist alles und man begibt sich in das wilde wilde Afrika. Doch schnell wird ein einfaches Baumwollhemd zu eurem Lieblingsteil und die teure Funktionskleidung liegt ungetragen im Rucksack. Denkt praktisch. Vergesst dabei jedoch nicht ein Paar Handschuhe, eine Mütze und einen warmen Schal. Ihr werdet überrascht sein, wie eisig kalt es im Winter morgens auf dem Auto sein kann.

Vergesst bloß nicht eure Fotoausrüstung, es gibt so viele Möglichkeiten Bilder zu machen! Also reichlich Speicherkarten mitnehmen. Aber auch hier ist darauf zu achten, dass ihr es nicht übertreiben solltet. Alles, was ihr mitnehmt, müsst ihr selbst tragen.

Der Handyempfang ist eingeschränkt bis gar nicht vorhanden – je nach Camp.

MTN funktioniert sowohl in Südafrika als auch in Botswana. Eine Karte könnt ihr euch direkt im Shop in der Ankunftshalle in Johannesburg kaufen. ACHTUNG! Data hält vier Wochen ab Aufladung – egal, wie viel ihr aufladet. Also lieber mehrere Coupons mit kleinerer Datenmenge kaufen und bei Bedarf nachladen. Ich bin mit 1GB pro Monat gut zurechtgekommen. Später könnt ihr auch an jeder Tankstelle oder im Supermarkt neue Coupons kaufen.

Elektrizität kommt durch einen Generator im Camp – zeitlich eingeschränkt. Nehmt Akkus und eine gute Powerbank mit.

Wer den Kurs ernst nimmt, sollte sich vorab die empfohlenen Bücher zulegen – sie werden euch das ganze Jahr über begleiten.

Meine Must-Have-Bibliothek:

  • Game Ranger in your Backpack
  • Sasol Bird Book
  • Beat about the Bush BIRDS
  • Beat about the Bush Mammals
  • Tracker Manual – Tracker Academy
  • Field Guide to Trees of SA – van Wyk
  • Trees and Shrubs of the Okavango Delta – Veronica Roodt (mein Geheimtip!)

Immer in Rucksack:

  • Southern, Central and East African Mammals – Chris and Tilde Stuart
  • Tracks and Tracking in Southern Africa – Louis Liebenberg
  • Scatalog – Kevin Murray (wer Tracking mag)
  • Notizblock!!!!!

Es gibt noch mehr, aber das sind definitiv meine Lieblinge. Zusätzlich ist eine Bird-App zu empfehlen. Ich habe die Roberts Bird APP.

7) Kannst Du einschätzen, wie viele Kosten Du vor Ort noch zusätzlich hattest? – Diese Angabe können wir an zukünftige Teilnehmer weiterleiten.

  • Flüge nach Deutschland und wieder zurück nach Südafrika: Pro Hin- und Rückflug ca. 700€ planen (guter Durchschnitt)
  • Transfers Flughafen – Camps: je besser ihr plant umso günstiger wird es (Fahrgemeinschaften!!!)
  • Getränke im Camp: Preise human.
  • Plant Geld für Bücher ein. Euer Interesse wird sich steigern über das Jahr. An jedem Flughafen musste ich mindestens ein Buch kaufen...einfach weil ich wollte.
 

8) Hier ist noch Platz für sonstige Fragen/Anregungen/Ideen/Berichte oder Erzählungen von Dir:

Transfers:

Wenn es geht, immer mit dem Bushbus von NATUCATEs Partner fahren. Wenn selbst etwas zu organisieren ist, umschauen.

  • Sable Tours – gut aber überteuert, auch mit Gruppe rechnet sich nicht
  • Reliable Shuttles – gut, rechnet sich erst ab drei Mitfahrern, sonst auch teuer
  • Ashton Tours – TOP! Johannesburg Airport – Hoedspruit (diverse Haltestellen), ca. 35€ eine Strecke. Günstiger geht es nicht. Sehr gut. Abfahrt Johannesburg etwa 07:00 Uhr. Also früh landen oder im Emerald Guesthouse übernachten.
  • Orion Transfers – sehr zu empfehlen. Günstig und nett. Um Hoedspruit. Tom: +27762668311
  • Selbst Auto mieten – ACHTUNG! Extra Gebühren für unter 21-Jährige

Einkaufsmöglichkeiten:

Es gibt keine. Stellt euch darauf ein, dass ihr alles, was ihr über die Zeit, die ihr in einem Camp seid, dabeihabt. Zigaretten, Snacks, Shampoo, etc. – deckt euch ein. Getränke und Essen sind aber ausreichend in den Camps vorhanden. Es besteht die Möglichkeit einkaufen zu gehen, wenn ihr die Camps wechselt. Es wird immer an einem Supermarkt und einer Tankstelle Halt gemacht.

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.