Erfahrungsberichte Neles Erfahrungen – Naturschutz Australien

Freiwilligenarbeit

Volunteering in Australien

Meine Reise fing leider schon recht stressig mit dem langen und sehr anstrengenden Flug und der anschließenden Suche nach dem Büro an. Plötzlich war man in einem anderen Land, mit anderer Sprache, anderem Bus- und Bahnsystem. An das alles musste man sich erst einmal gewöhnen und sich zurechtfinden. Aber als ich das Büro nach stundenlanger Suche dann doch noch gefunden habe, war der ganze Stress zum Glück vorbei. Die Mitarbeiter waren alle sehr nett und fürsorglich, haben mich eingewiesen und mein Bahnticket organisiert.

 

Denn zu meiner Enttäuschung verbrachte ich 3 der 4 Wochen nicht wie erwartet in Melbourne, sondern in Warrnambool. Warrnambool ist eine kleinere Stadt im Südwesten Victorias, 4 Stunden Bahnfahrt von Melbourne entfernt, auch bekannt als das westliche Ende der Great Ocean Road. Eigentlich ist die Stadt sehr niedlich, es gibt dort auch einiges zu sehen, aber 3 Wochen dort waren mehr als genug. Zu meinem Glück hatte ich jedoch ein sehr nettes Team mit Volunteers aus Deutschland, den USA, Japan und Frankreich und einen Team-Leader, der nach der Arbeit noch zusätzlich Ausflüge mit uns gemacht hat, wie zum Beispiel nach Tower Hill, wo ich mein erstes Wallaby und meinen ersten Koala gesehen habe. Gearbeitet haben wir immer von 8 bis 16 Uhr, mussten aber auch immer mindestens 1 Stunde zu unserem Einsatzort fahren. Wir haben unter anderem auf einer riesigen Farm weitab der Zivilisation invasive Bäume und Sträucher gefällt oder Zäune gebaut in einem Bandicoot Gehege. Doch leider habe ich nie ein Bandicoot zu Gesicht bekommen. Schade war auch, dass nach den ersten zwei Wochen die meisten Volunteers schon wieder weitergereist sind und wir dann nur noch zu zweit in Warrnambool waren.

Meine vierte Woche durfte ich in Melbourne mit zwei neuen Volunteers verbringen, was mich sehr gefreut hat. Da wir immer recht früh mit der Arbeit fertig waren, blieb viel Zeit, um die Stadt zu erkunden. In der Woche haben wir oft Bäume gepflanzt, was meine Lieblingsarbeit war, denn so konnte ich etwas zur australischen Landschaft beigetragen, was dort auch für immer bleiben wird.

Die nächsten vier Wochen in Brisbane haben mir sogar noch besser gefallen. Ein Grund dafür war definitiv das Wetter, denn es war dort sehr viel wärmer mit viel mehr Sonnenschein und wir haben auch jedes Wochenende in Brisbane verbracht und sind immer nur von Montag bis Freitag weggefahren. Auch in Brisbane habe ich wieder viele nette Menschen kennengelernt. So hat sogar das Campen im Regen Spaß gemacht, weil das Team einfach toll war. Jede Woche sind wir an einen anderen Ort gefahren und ich konnte viele traumhaft schöne Plätze in Queensland entdecken, die den meisten Touristen und Backpackern wahrscheinlich verborgen bleiben. Die Tätigkeiten waren zwar meist ziemlich einseitig, fast nur Unkraut jäten, jedoch hatte ich viel Spaß mit meinem Team und konnte die wunderschöne Natur genießen.

 

Die Zeit war sehr abenteuerlich und aufregend. Die 8 Wochen sind für mich wie im Fluge vergangen. Ich habe sehr viel erlebt und gesehen, viele neue Freunde gefunden, Erfahrungen gesammelt und viel gelernt. Die Mitarbeiter waren alle sehr nett, und immer um unser Wohlergehen und unsere Sicherheit bemüht. Ich habe es auch sehr genossen, fast jede Woche neue Menschen aus aller Welt kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen. Ich bereue es auf jeden Fall nicht, an diesem Projekt teilgenommen zu haben und würde es auch sehr gerne irgendwann wieder tun. Australien hat mir als Land auch sehr gut gefallen und es gibt noch viele Orte, wie zum Beispiel Darwin, Perth und Tasmanien, die ich gerne noch bereisen würde. Sehr gerne auch als Naturschutz-Volunteer, denn so lernt man das Land und seine Einwohner noch mal auf eine ganz andere Weise kennen und sieht erstaunliche Orte, zu denen man sonst keinen Zugang hätte.

Deswegen wollte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei NATUCATE bedanken: dass ihr diese Projekte vermittelt und bei der Organisation helft und mir so diesen einzigartigen Auslandsaufenthalt ermöglicht habt!

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