Erfahrungsberichte Tierschutz USA Annika

Volunteering in Florida

Den krönenden Abschluss meines Auslandsjahres zwischen Abitur und Studium bildete nach Aufenthalten in Südamerika und Kanada ein Freiwilligenprojekt im Süden der USA: Im subtropischen Florida bot mir das Mustang Projekt die Gelegenheit, mich noch einmal mit vollem Einsatz im Tierschutz zu engagieren.

Man kann es nicht bestreiten: Das Wildpferdeprojekt klingt wie der Traum eines jeden Mädchens, das schon als Kind liebend gerne sämtliche Ställe ausgemistet hätte, nur um nach der Reitstunde noch ein bisschen mehr Zeit auf dem Pferdehof zu verbringen. Im großen, weiten Amerika waschechte Mustangs gesund pflegen – da keimt sofort die alte Pferdeversessenheit wieder auf.

 

Als ich vor gut einem Jahr zufällig auf die Projektbeschreibung auf der Website einer mir bis dato unbekannten Organisation namens NATUCATE stieß, griff ich sofort zum Hörer und lernte auch gleich Daniel kennen, der mich schließlich bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland hilfsbereit und geduldig mit allen nötigen Informationen ausstattete und gemeinsam mit seinem netten Team ein treuer Ansprechpartner an meiner Seite wurde. Wie viel Pferdenostalgie also wirklich dahinter steckte, sollte ich schon bald herausfinden.wohl in der Woche, als auch mal am Wochenende. Wir sind auch manchmal abends auswärts essen gewesen was immer unglaublich lustig war als Gruppe.

Zugegeben, der Anfang fiel mir nicht gerade leicht. Denn leider kann man hier nicht einfach hereinspazieren und anfangen, Pferde zu streicheln. Die ersten Wochen bestehen überwiegend aus Einweisungen, Belehrungen und „Drecksarbeit“, das Vertrauen der Projektleiter muss man sich erst hart erarbeiten. Aber der neue Teint aus Schweiß, Staub und Schlamm bleibt keinesfalls unbelohnt: Schon bald bekam ich mein eigenes Projektpferd zugeteilt und mit wachsendem Erfahrungsschatz konnte ich immer mehr Aufgaben übernehmen, bis ich meinen Schützling und Liebling schließlich eigenständig trainieren durfte. Auch das gelegentliche Reiten der bereits ausgebildeten Pferde steht hier mindestens einmal wöchentlich auf dem Programm und so endet der ein oder andere lange Arbeitstag mit einem ausgedehnten Ausritt durch die wunderschöne Palmenlandschaft des „Sunshine State“.

 

Das riesige Gelände des Projekts liegt unmittelbar irgendwo im Nirgendwo, etwa eine Autostunde von Orlando entfernt inmitten der Natur. Trotzdem geben sich die Besitzer Mühe, regelmäßig Fahrten zum Supermarkt oder kleine Ausflüge, zum Beispiel an den Strand, einzurichten, um den Alltag ein bisschen aufzulockern. Denn der ist bei der sommerlichen Hitze nicht ganz unanstrengend: Die etwa fünfzig Pferde, zwölf Hunde, zwei Schweine, fünfzehn Hühner und eine Ziege wollen jeden Tag ein frisches Zuhause, Essen und Zuwendung. So folgen Vormittage und Abende einem festen Muster, während dazwischen variierende Aufgaben wie Bodenarbeit mit den Pferden, Unterrichtsstunden oder Putzarbeiten anstehen. Auch für Küche und Hausputz wird jeder der durchschnittlich zehn Freiwilligen regelmäßig eingeteilt. Aber wer Einsatz und Interesse zeigt, kann hier in jeder Hinsicht eine Menge lernen – über Tiere, Training, die amerikanische Lebensweise und sich selbst. Und abends fällt es sich nach einem langen Tag und einem Sprung in den Pool gleich viel besser ins Bett.

 

Fazit: Ohne Durchhaltevermögen und die Bereitschaft zu körperlicher Arbeit klappt’s zwar nicht, aber wer meine Tierliebe teilt (und keine Angst vor großen Hunden hat), gerne mal eine Weile in Amerika leben, sich dabei freiwillig engagieren und ganz nebenbei einen Haufen spannender Menschen kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig. (Und das besondere Plus: Der Schlammteint verwandelt sich am Ende in eine sommerliche Floridabräune!)

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