Erfahrungsberichte Naturschutz USA Anna

Freiwilligenarbeit in Kalifornien

Der erste Monat in Kalifornien

Ich heiße Anna, bin 20 Jahre alt und komme aus Berlin. Vor vier Wochen habe ich mich dazu entschlossen an einem der von NATUCATE angebotenen Freiwilligenarbeitsprojekte in Kalifornien teilzunehmen und meine Entscheidung bis heute nicht bereut. Insgesamt werde ich zwei Monate in den USA verbringen. Der erste Monat hier war sehr bereichern für mich. Ich habe viele tolle und weltoffene Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt. Ich hatte das Privileg wunderschöne Naturlandschaften und einzigartige Ort der Ruhe entdecken zu dürfen. Mein Team war einfach wunderbar und half mir über mich selber hinaus zu wachsen. Die erste Zeit hier war voller neuer Erfahrungen und persönlicher Herausforderungen. Kein Arbeits- oder Ferientag ist wie der andere, es gibt ständig neue Aufgaben und neue Situationen. Mein erster Projektstandort war in Ventana entlang des Küstenstreifens Big Sur. Wir übernachteten in Zelten auf einem Campingplatz direkt am Pazifik und arbeiteten tagüber mehr als zehn Stunden an der Instandhaltung von Wanderwegen. Obwohl es sich um körperlich sehr anstrengende Arbeit handelte, war es eine großartige Erfahrung, nicht zuletzt wegen der schönen Natur und der einzigartigen Aussicht.

 

Die Projekte

Der zweite Projektstandort lag im sogenannten Soquel Demonstration Forest. Dort halfen wir beim Aufbau eines Mountain Bike Parks. Während dieser Arbeit kamen wir direkt in Santa Cruz unter. Im Gegensatz zu Ventana arbeitete ich hier ausschließlich mit US-Amerikanern zusammen, was nicht zuletzt dazu geführt hat, dass ich mein Englisch verbessern konnte. An meinem letzten Arbeitstagdurfte ich den Mountain Bike Park sogar selbst ausprobieren!

Weiterhin war ich Teil des Marina Dune Restoration Projekt, in dem wir Zäune aufstellten um Gebiete zu schützen, in denen bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben. Zusätzlich pflanzten wir neue Vegetation, um das Gebiet zu vergrößern und dadurch persistenter zu machen. Unser Campingplatz lag in unmittelbarer Nähe der Dünen, wo unser Arbeitsplatz war, sodass es nur ein kurzer Weg dorthin war. In unserer Freizeit flanierten wir am Strand, badeten oder machten ein Lagerfeuer. In besonderer Erinnerung sind mir die atemberaubenden Sonnenuntergänge geblieben.

Freizeit

Während meiner freien Tage verbrachte ich viel Zeit in Santa Cruz mit anderen nationalen und internationalen Freiwilligen. Dort spielten wir Beach Volleyball, gingen Shoppen oder kochten zusammen in unserem Volunteer-Haus. Mit einigen Freunden, die ich in Ventana kennenlernte, besuchte ich auch San Francisco – eine wunderbare Stadt, in der man viel Sightseeing machen kann. Besonders lecker war das asiatische Essen in China Town. Während meiner letzten Ferientage kehrte ich zurück zu dem Standort des Dünen-Projektes. Dort machten wir einen Road Trip entlang des Big Sur und wanderten entlang des Camel Meadows Wanderwegs in Point Lobos. Während meiner Zeit in den USA war Ostern, was wir mit Grillen und Fußballgucken feierten.

Falls du auch nach einer tollen Erfahrung suchst, die dein Leben für immer bereichern wird, dann kann ich dieses Freiwilligenprojekt nur wärmstens empfehlen.

 

Meine Zeit mit NATUCATE

Heute werde ich nach Deutschland zurückfliegen. Nachdem ich mein Gepäck aufgegeben habe, habe ich noch einige Stunden Zeit, bis mein Flieger geht. In der Zwischenzeit habe ich die Möglichkeit meine Erfahrungen in Kalifornien noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Zeit in den USA verging so rasend schnell, dass ich kaum glauben kann, dass alles schon vorbei sein soll. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung nach Kalifornien zu gehen und im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege zu arbeiten. Ich habe sehr nette Menschen getroffen und durfte in einem sinnvollen Projekt arbeiten, dass vor allem der kalifornischen Flora und Fauna zugutekommt. Es war ein tolles Gefühl etwas zum Umweltschutz beizutragen und dies in einem internationalen Team. Diese Erfahrung hat mich gefordert und mich verändert. Zu Beginn war es besonders schwierig für mich, mich auf das Leben in der Natur und den amerikanischen Lebensstil einzulassen. Ich vermisste meine Familie in Deutschland und war zuerst etwas überfordert mein Leben unabhängig zu organisieren. Doch bereits nach ein paar Wochen waren diese Gefühle passé und ich fühlte mich sehr wohl und rundum glücklich in meinem neuen Zuhause.

 

All die tollen Leute zu treffen hat mein Leben definitiv zum positiven hin verändert. Ich habe sehr viel über unterschiedliche Kulturen gelernt und bin dadurch weltoffener geworden. Mit anderen jungen Menschen zusammenzuleben, mit ihnen zu lernen und wertvolle Erfahrungen und Gedanken auszutauschen hat meinen Horizont erweitert. Insbesondere die langen Abende am Lagerfeuer, in unserem einfachen, aber gemütlichen Camp, haben mir klar gemacht, dass ich nicht viele Dinge brauche, um glücklich zu sein.

Fachlich habe ich vor allem gelernt, was es bedeutet im Freien zu leben und welche Fähigkeiten dort von Vorteil sind. Unter anderem habe ich gelernt, wie man Wasser und Nahrung in der Wildnis finden kann. Außerdem konnte ich fundiertes Wissen in den Bereichen Wildlife und Naturschutz erlangen. Während dieser Zeit habe ich die Schönheit der Natur auf eine ganz besondere Weise kennengelernt. Nach 10 Stunden harter, körperlicher Arbeit pro Tag gibt es nichts Besseres als ein leckeres Abendessen mit netten Menschen, einem Kartenspiel und einem traumhaften Sonnenuntergang am Strand oder auf dem Gipfel eines der umliegenden Berge.

 

Nach meiner Zeit in der Freiwilligenarbeit hatte ich noch einen Monat übrig zum Reisen. Dabei wurde ich begleitet von den Freunden, die ich während meiner Zeit in den Projekten kennen und lieben gelernt habe. Ich denke, dass es immer schöner ist, mit mehreren Leuten zu reisen. Auf diese Weise du hast immer jemanden um dich herum, mit dem du sprechen und schöne Momente teilen kannst. Rückblickend betrachtet waren meine drei Monate in Kalifornien eine meiner schönsten Lebenserfahrungen.

Hätte ich die Wahl, würde ich nichts anders machen..

Halt, wartet! Ich würde doch etwas anders machen: Ich würde definitiv noch ein paar Monate länger in Kalifornien bleiben, soviel ist sicher ;-)!

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.