Zehn-Schritte-Liste für Dein Sabbatical

Neue Energie tanken und gleichzeitig den eigenen Horizont erweitern – um die Idee vom Sabbatjahr Realität werden zu lassen, bedarf es vorab einer gewissenhaften Planung. Unser Zehn-Punkte-Plan gibt Dir einen ersten Überblick über wichtige Schritte bei der Organisation Deines Sabbaticals.

1. Frühzeitig mit der Planung beginnen

Du brauchst dringend einen Tapetenwechsel und denkst über ein Sabbatical nach? Dann beginne auf jeden Fall rechtzeitig mit der Planung! Diese nimmt nämlich mehr Zeit in Anspruch, als man vielleicht vorher erwartet. Denn es müssen zahlreiche Fragen geklärt werden: Was möchte ich während meiner Auszeit machen? Verbringe ich diese allein oder mit einem Partner? Besonders wichtig: Lässt mein Arbeitgeber mich überhaupt gehen? Und wie gestaltet sich die Finanzierung?

Lege am besten eine To-Do-Liste mit allen Punkten an, die geklärt werden müssen. So verlierst Du nicht den Überblick über die notwendigen Planungsschritte. Kleiner Tipp: Deine Planung sollte etwa doppelt so lange dauern wie die Dauer Deines Sabbaticals.

2. Den geeigneten Zeitpunkt finden

Die Länge und den Zeitpunkt Deines Sabbaticals solltest Du nicht nur mit Deiner Familie und Deinem Partner planen, sondern auch genau mit Deinem Vorgesetzten absprechen. Befindet sich das Unternehmen, in welchem Du arbeitest, gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Phase, kann Dein Sabbatical von Vorteil sein: Bei mäßiger Auftragslage kann es sich durchaus rentieren, eine Arbeitskraft weniger zu beschäftigen.

3. Mit dem Arbeitgeber sprechen

Wir können nicht oft genug darauf hinweisen: Sprich so früh wie möglich mit Deinem Vorgesetzten über Deine Pläne und überzeuge ihn von Deinem Vorhaben. Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch macht sich dabei durchaus bezahlt. So merkt Dein Vorgesetzter, dass Dir das Sabbatical wirklich eine Herzensangelegenheit ist.

Konkret bedeutet das, dass Du stichhaltige Argumente für ein Sabbatjahr bereithalten solltest, die Du während des Gesprächs einbringst. Überlege Dir außerdem schon vorher genau, welche Arbeitszeitregelung für Dich infrage kommt. Spiele das Gespräch vorab mit Freunden oder Deinem Partner durch, um Unsicherheiten vorzubeugen.

Halte zu guter Letzt alle getroffenen Vereinbarungen schriftlich fest, sodass es nach Deiner Rückkehr zu keinen Missverständnissen kommt.

4. Die Finanzierung sicherstellen

Eine der wichtigsten Fragen ist sicherlich, wie sich das Sabbatjahr finanziell stemmen lässt. Zunächst solltest Du kalkulieren, wie viel Geld Du in etwa während Deiner Auszeit benötigst. Dies hängt in erster Linie von Deinen individuellen Bedürfnissen, dem Reiseland und der Reisedauer ab.

Eine beliebte Variante ist, Überstunden und Urlaubstage in einem Zeitkonto anzusparen. Hast Du genügend Zeit angesammelt, lässt Du Dir diese als Freizeit auszahlen.

Eine andere Möglichkeit ist, im Voraus auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten und sich so im Anschluss den Ausstieg auf Zeit zu finanzieren.

Eine finanziell aufwendigere Variante ist die des unbezahlten Urlaubs oder der Kündigung. Vor allem hier ist – wie jedoch bei allen anderen Finanzierungsmodellen auch – frühzeitiges und eisernes Sparen angesagt.

5. Den geeigneten Versicherungsschutz abschließen

Besonders, wenn es Dich während Deines Sabbaticals ins Ausland verschlägt, ist ein guter Versicherungsschutz das A und O.

Kümmere Dich zunächst um eine Auslandskrankenversicherung. In fast allen europäischen Ländern bist Du über die Gesetzliche Krankenversicherung abgesichert. Für längere Aufenthalte außerhalb Europas musst Du meist eine private Zusatzversicherung abschließen. Die genauen Beiträge sind in der Regel abhängig von Alter, Reiseziel und -dauer.

Je nachdem, für welches Arbeitszeitmodell Du Dich entschieden hast, musst Du unter Umständen selbst für Deine Renten- und Arbeitslosenversicherung aufkommen.

Wichtig ist auch der Abschluss bzw. die Erneuerung einer Haftpflichtversicherung. Bei kleinen Missgeschicken, die Dir widerfahren sind, schützt sie Dich vor den finanziellen Folgen und übernimmt die Schadensregulierung.

Lass Dich in jedem Fall von den entsprechenden Stellen beraten, um die genauen Konditionen in Erfahrung zu bringen.

6. Den Verbleib von Wohnung, Haustier, Post und Auto klären

Was geschieht eigentlich mit Deiner Wohnung und Deiner Post während Deiner Abwesenheit? Hast Du außerdem noch ein Auto und einen Hund, der versorgt werden will?

Bist Du für längere Zeit unterwegs, solltest Du versuchen, einen Untermieter für Deine Wohnung zu finden. Damit schlägst Du sogar zwei Fliegen mit einer Klappe: Dein Zuhause steht nicht leer und Du besserst gleichzeitig Dein Budget etwas auf. Denke daran, dass Du dazu verpflichtet bist, Deinen Vermieter darüber zu informieren. Auch wenn dieser mit Deinen Untermietabsichten nicht einverstanden ist, hast Du unter Umständen einen gesetzlichen Anspruch auf die Untervermietung Deiner Wohnung.

Bei einem kurzen Sabbatical solltest Du eine Person Deines Vertrauens finden, die hin und wieder nach dem Rechten sieht.

Bitte Familie oder Freunde außerdem darum, regelmäßig Deinen Briefkasten zu leeren. Die Deutsche Post (www.post.de) bietet darüber hinaus einen Nachsende- bzw. Lagerservice für Deine Briefe an. Bestimmte Sendungsarten werden von diesem Service jedoch nicht erfasst. Auch kann man diese Dienstleistungen nur für beschränkte Zeit in Anspruch nehmen. Informiere Dich dazu am besten bei der Deutschen Post.

Frage außerdem frühzeitig bei Verwandten oder guten Freunden, ob sie die Versorgung Deines Haustieres übernehmen können. Verreist Du nur für kurze Zeit, findet sich gewiss ein Abnehmer. Bei längerer Abwesenheit könnte es jedoch schwierig werden. Je eher Du Dich darum kümmerst, desto größer stehen die Chancen, dass Du jemanden findest, der sich für die Haustierbetreuung bereit erklärt.

Und wohin mit dem Auto? Entscheidest Du Dich dazu, Dein Auto während des Sabbaticals abzumelden, sparst Du auf jeden Fall Steuern. Vergiss dabei aber nicht, auch die KFZ-Versicherung über die Abmeldung zu informieren, damit der Versicherungsschutz für die Dauer des Sabbaticals wegfällt. Nach Abmeldung Deines Wagens darfst Du diesen jedoch nicht am Straßenrand stehen lassen, sondern musst ihn in der Garage parken. Eine andere Möglichkeit ist der endgültige Verkauf Deines Autos. Dies ist durchaus eine Überlegung wert, da sich darüber unter Umständen ein großer Teil Deiner Auszeit finanzieren ließe.

7. Weitere laufende Kosten reduzieren

Neben Wohnung und Auto gibt es natürlich weitere zu reduzierende Fixkosten: Hast Du Abonnements für Zeitschriften oder Streamingdienste, die gekündigt werden können? Findet sich eventuell ein Abnehmer für den laufenden Festnetz-, Handy- und Internetvertrag? Und vielleicht kann auch die Karte vom Fitnesscenter auf den Freund, Bruder oder Kollegen umgeschrieben werden?

Auch hier empfehlen wir eine Liste anzulegen, die nach und nach abgearbeitet werden kann.

8. Informationen einholen

Und damit meinen wir nicht nur Informationen über Sehenswürdigkeiten und Orte, die Dich interessieren! Informiere Dich vorab ebenso über Dinge wie Klima, Transportmöglichkeiten und kulturelle Besonderheiten zur Vermeidung von Fettnäpfchen.

Auch solltest Du in Erfahrung bringen, ob ein spezieller Impfschutz für Dein angestrebtes Reiseziel erforderlich ist. Informationen dazu gibt das Auswärtige Amt oder ein auf Reisemedizin spezialisierter Arzt. Je nach Impfung solltest Du diese mehrere Wochen vor Reiseanbruch vornehmen lassen!

9. Abschied nehmen

Natürlich ist Dir auch ohne unseren Hinweis bewusst, wie wichtig ein ordentlicher Abschied von Familie, Freunden und Kollegen ist.

Hier jedoch ein wichtiger Tipp von uns: Starte, ohne „offene Baustellen“ hinterlassen zu haben, in Dein Sabbatjahr. Diese können Dich im schlechtesten Fall nach oder sogar während Deiner Auszeit belasten und so zu einem ungewünschten Stressfaktor werden. Dein Abschied sollte rundum positiv sein.

10. Die Rückkehr planen

Über Deine Rückkehr solltest Du Dir im Voraus ausreichend Gedanken machen. Dazu gehört auch, Dir die Frage zu stellen, ob Du nach dem Sabbatical wieder in den alten Job einsteigen möchtest oder ob Dir gewisse Veränderungen vorschweben.

Je nachdem aus welchen Gründen Du ein Sabbatical machen möchtest, empfiehlt es sich, auch während Deiner Auszeit Kontakt zu Deiner Arbeitsstelle zu halten. So bleibst Du auf dem Laufenden, verlierst den persönlichen Kontakt zu Kollegen nicht und kehrst mit einem besseren Gefühl zurück, da Du über aktuelle Unternehmensentwicklungen im Groben informiert bist. Hilfreich ist es außerdem, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die für das Unternehmen bzw. die eigene Arbeit relevant sind.

Es empfiehlt sich, nicht erst einen Tag vor dem ersten Arbeitstag, sondern bereits Tage oder Wochen im Voraus zurückzukehren. So hast Du genügend Zeit, Dich wieder in den Alltag einzufinden und, vor allem, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.