Sabbatjahr für die Gesundheit: Wie finde ich zu neuer Kraft?

Früher oder später können zunehmende Belastungen im Arbeitsalltag bei jedem Menschen zu psychischen als auch physischen Beeinträchtigungen führen, sodass eine zufriedenstellende Berufsausübung immer schwieriger bis gar unmöglich wird. Eine effektiv gestaltete Auszeit vom Berufsleben kann bei seelische Leiden und emotionaler Erschöpfung durchaus Abhilfe verschaffen und sich ferner zur Vorbeugung eines drohenden Burn-outs eignen.

Unser Berufsleben stellt zunehmend Anforderungen an uns – schneller, höher, weiter ist häufig das Motto. Mehr Flexibilität, ständige Erreichbarkeit und wachsende Eigenverantwortung werden im Berufsleben als selbstverständlich vorausgesetzt und so lässt uns dies mehr und mehr Dinge in immer kürzerer Zeit erledigen. Das Gefühl macht sich breit, das Leben laufe im High-Speed, man verliere zunehmend die Kontrolle und werde langsam fremdbestimmt. Doch nur noch zu funktionieren zieht Konsequenzen mit sich – es besteht die Gefahr die Balance im Leben zu verlieren und langsam aber sicher auf eine Krise zuzusteuern – sowohl physisch als auch psychisch. Stellt man fest, dass die Situation über den Kopf zu wachsen droht, ist es notwendig, dieser sich anbahnenden Krise entgegenzuwirken. Mit der Entscheidung zu einem Sabbatjahr ist dabei ein wichtiger Schritt getan und man kann in dieser Auszeit viel für Gesundheit, neue Motivation und mehr Energie tun. „Grundsätzlich soll ein Sabbatical der Entwicklung von Burnouts entgegenwirken, die Gesundheit und Lebenszufriedenheit fördern und neue Perspektiven aufzeigen“, weiß Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologin Leila Gisin der Hochschule Luzern.

Mein Sabbatical – Was möchte ich tun?

Sehnsucht nach etwas Fernem

Beliebte Optionen zur Gestaltung des Sabbaticals sind das Reisen, das Verwirklichen persönlicher Projekte oder das Aufgreifen eines früheren Hobbys – dabei wird die Sehnsucht nach etwas Fernem oder Unerreichtem gestillt, was häufig der Auslöser für eine berufliche Auszeit darstellt. Sieht man sich jedoch tatsächlich einem drohenden Burn-Out gegenüberstehen, braucht es häufig etwas mehr, um seine Akkus wieder vollständig aufzuladen.

Hierbei ist es wichtig, sich genügend Zeit und Ruhe zur Regeneration zu nehmen, um das Gefühl des Ausgebranntseins abzulegen. Einen großen Abstand zur Alltagshektik zu schaffen, ist ein wichtiger Punkt. Durch das Reisen in andere Länder ist die räumliche Entfernung bereits gegeben, nun braucht es natürlich noch die geistige Distanz vom Alltagstress, was häufig schwerer zu erreichen ist. Auf dem Weg zu neuer Kraft und Ausgeglichenheit ist dies jedoch entscheidend.

Auf der Suche nach Ruhe

Ein Weg, den viele Ruhesuchende in ihrem Sabbatical einschlagen, ist der ins Kloster. Fernab von sämtlichen weltlichen Einflüssen bietet die Abgeschiedenheit eines Klosters den perfekten Ort zur Ruhe zu kommen – völlig unabhängig von persönlichem Glauben. Das Leben als Gast im Kloster kann ganz unterschiedlich aussehen – während man in der einen Ordensgemeinschaft stark in das alltägliche Klosterleben involviert ist, geben einem andere Einrichtungen mehr Freiheit, sodass man seine Zeit freier bestimmen kann. Eins haben alle Klosterbesuche jedoch gemeinsam: sie bieten einen Rückzugsort und ermöglichen Besinnung und Ruhe, weit weg von stressigem Alltag und Materialismus.

Übungen für Körper und Geist

Wem der Weg ins Kloster nicht behagt, der kann auch durch spezielle Übungen für Körper und Geist seine innere Ruhe finden. Yoga eignet sich beispielsweise besonders gut dafür, denn die Übungen sind auf den Körper und die geistige Konzentration abgestimmt und können somit zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen. Ebenso ist die spirituelle Übungsform der Meditation mit speziellen Konzentrationsübungen bestens geeignet, um zur Ruhe zu kommen, negative Gedanken zu vertreiben und zurück zu seelischem Gleichgewicht zu finden.

Raus in die Natur

Zurück zur Natur zu finden ist für viele eine ideale Lösung, um den Kopf frei zu bekommen und auf diese Weise den eigenen Akku wieder aufzuladen. Die Nähe zur Natur wirkt beruhigend und hilft somit beim Abschalten und Loslassen von sämtlichem Stress, bei der Konzentration auf sich selbst und der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Um der Natur wieder besonders nah zu kommen, gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Beliebt sind z.B. längere Rucksackreisen oder die Mitwirkung bei Projekten der Freiwilligenarbeit, die sich dem Naturschutz widmen. Eine ebenso intensive Begegnung mit der Natur können auch spezielle Weiterbildungsmaßnahmen bieten, wie beispielsweise eine Ausbildung zum Field Guide im südlichen Afrika.

Gewohnheiten ändern – auch nach der Auszeit

Ist man von körperlicher und seelischer Erschöpfung betroffen, ist es ratsam während des Sabbaticals auf eine gesunde und bewusstere Lebensweise zu achten. Dies beinhaltet den weitgehenden Verzicht auf Alkohol und Nikotin, viel Bewegung, viel Ruhe sowie geistige Besinnung. Um sich an dem positiven Effekt des Sabbaticals noch für längere Zeit zu erfreuen, ist es von Vorteil diese Angewohnheiten auch nach der Auszeit im Alltag beizubehalten.

Quellen: www.vbw-bayern.de www.wimdu.de www.beyondhealth.de Leila Gisin

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