Ranger-Ausbildung: Reptilien

- Ordnung Testudinata – Schildkröten

Die ältesten jemals gefundenen Fossilien von Schildkröten haben ein Alter von ca. 210 Millionen Jahren und stammen somit aus dem frühen Trias-Erdzeitalter. Das bedeutet, dass die ersten Schildkröten zusammen mit den Dinosauriern auf der Erde gelebt haben. Daher werden sie heutzutage oft als lebende Fossilien bezeichnet.

Die Schildkröten lassen sich in drei Untergruppen teilen: Die Landschildkröten, die Meerwasserschildkröten sowie die Süßwasserschildkröten. Alle drei Gruppen lassen sich im südlichen Afrika finden, insgesamt gibt es 14 landlebende Arten, fünf marine und sechs Süßwasserarten. Allen Schildkröten gemeinsam ist, dass sie einen Panzer besitzen. Bei diesem handelt es sich nicht wie bei den Eidechsen oder Krokodilen um verhärtete Hautschuppen, sondern um Knochenplatten, die eine Erweiterung der Rippen darstellen. Je nach Art können diese Knochenplatten entweder sehr hart, weich oder ledrig sein. Die Tatsache, dass alle Schildkröten einen Panzer besitzen, macht es für den weniger geschulten Blick manchmal schwierig, die drei Untergruppen voneinander zu unterscheiden.

Ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung ist die Form und Funktion des Panzers, auch Carapax genannt. Die Landschildkröten haben eine einzigartige Gelenkvorrichtung, die es ihnen ermöglicht, ihren Schwanz und ihre Hinterbeine in den Panzer einzuziehen, um sich so beispielsweise vor Fressfeinden zu schützen. Der Kopf wird hingegen durch ein Zusammenziehen der beiden Vorderbeine geschützt. Bei den Süßwasserschildkröten existiert diese Vorrichtung genau in umgekehrter Richtung: Der Kopf und die Vorderläufe können in den Panzer gezogen werden und die Hinterbeine werden bei Gefahr angewinkelt. Den Meeresschildkröten fehlen diese Fähigkeiten gänzlich, was evolutiv vermutlich dadurch begründet werden kann, dass sie auf Grund ihrer flossenartigen Extremitäten in der Lage sind, schnell zu flüchten.

Der Panzer und seine Knochenplatten wachsen während des gesamten Lebens einer Schildkröte. Im Sommer passiert dies rasanter als im Winter. Diese saisonalen Wachstumszyklen werden benutzt, um das alter einer Schildkröte zu bestimmen, da sich in der Knochenstruktur, ähnlich wie bei Bäumen, Jahresringe abzeichnen.

Die Reproduktion erfolgt bei allen Schildkrötenarten an Land, das heißt die im Wasser lebenden Arten müssen an Land kommen, um ihre Eier abzulegen. Das Geschlecht der Jungtiere entscheidet sich übrigens über die Temperaturen, unter denen die Eier heranreifen. Bei höheren Temperaturen zwischen 30 und 34 °C entwickeln sich überwiegend weibliche Tiere, bei kühleren Temperaturen zwischen 26 und 30 °C werden die Jungen zu Männchen.

Wenn Du auf einer deiner Safaris auf eine Schildkröte treffen solltest, so beachte folgendes: Es sollte vermieden werden, die Tiere zu berühren oder gar hochzuheben, da dies oft ein erheblicher Stress für die Tiere bedeutet. So kann es passieren, dass die als Abwehrreaktion urinieren. In den Trockenmonaten kann dies zu einer Dehydrierung der Tiere und unter Umständen sogar zu ihrem Tod führen.

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