Ranger-Ausbildung:
Klima & Wetter im südlichen Afrika Teil 1

Einführung in die Meteorologie

Dieses Modul soll allen angehenden Rangern und Field Guides eine Einführung in die Bereiche Klimatologie und Meteorologie bieten. Unter anderem sollen folgende Aspekte erlernt werden: Wie entsteht das Klima im südlichen Afrika bzw. von welchen Faktoren wird es beeinflusst, was ist überhaupt der Unterschied zwischen Klima und Wetter, wie sind der südafrikanische Sommer und Winter charakterisiert, welche Wolkentypen gibt es und was sind ihre Eigenschaften, welche Arten von Winden gibt es und wann treten sie auf? Zu Beginn sollen Begriffe erläutert werden, die wichtig für das Verständnis über die Klimatologie und Meteorologie sind:

Klima vs. Wetter

Oft werden diese beiden Begriffe weitgehend deckungsgleich verwendet und tatsächlich stehen Klima und Wetter in engem Zusammenhang, sie sind jedoch keine Synonyme. Während das Wetter das Zusammenspiel von Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind und Luftfeuchtigkeit an einem Ort innerhalb eines kurzen Zeitraumes von Stunden bis hin zu wenigen Tagen beschreibt, handelt es sich beim Klima um die Aufnahme der verschiedenen Wetterzustände an einem Ort über einen Zeitraum, der lang genug ist, um statistische Eigenschaften wie Mittelwerte, Abweichungen und Extremwerte bestimmen zu können. In der Regel wird das Klima der Erde über Zeiträume von je 30 Jahren erhoben.

Luftdruck/Atmosphärendruck

Die Erde wird von einer relativ dünnen Schicht aus Atemluft umgeben, welche von der Gravitationskraft in Bodennähe gehalten wird. Je höher man kommt, desto dünner ist die Luft. Der Luftdruck ergibt sich durch das Gewicht der Luft an einem bestimmten Punkt. Dieses Gewicht wird durch die Luft erzeugt, die oberhalb dieses Punktes liegt. Der Luftdruck wird durch den Atmosphärendruck in der Einheit mbar angegeben.

Gravitationskraft/Schwerkraft

Die Gravitationskraft ist diejenige Kraft, die dafür verantwortlich ist, dass sich zwei Massen gegenseitig anziehen. Je weiter die Massen dabei auseinander sind, desto schwächer wird sie, ihre Reichweite ist jedoch unbegrenzt. Ein Apfel, der auf die Erde fällt, wird also nicht nur von der Erde angezogen, sondern der Apfel zieht auch an der Erde. Jedoch ist die Gravitationskraft der Erde weitaus stärker, sodass die des Apfels nicht ins Gewicht fällt. So ist es vor allem die Gravitationskraft, die die meisten physikalischen Prozesse auf unserem Planeten bestimmt: Die Entstehung von Gezeiten, das Fließen von Wasser in Flüssen, Niederschläge, tektonische Plattenbewegungen, die Rotation des Mondes auf seiner Umlaufbahn um die Erde etc.

Konvektion

Unter Konvektion versteht man die zirkuläre Bewegung von Flüssigkeiten oder Gasen. Oft resultiert diese Bewegung aus einem Temperaturgradienten und dadurch bedingten Unterschieden in der Dichte. So kann auch der Transport von warmer Luft in der Atmosphäre durch Konvektion erklärt werden. Übrigens: Wasserdampf, der in warmen Luftschichten transportiert wird, kondensiert in höheren Atmosphärenschichten zu Wolken.

Kondensationstemperatur (engl. „dew point“)

Die Temperatur, bei der die Luft vom Wasserdampf gesättigt ist, nennt man Kondensationstemperatur. Bei dieser Temperatur werden aus dem Wasserdampf Regentropfen.

Druckgradientenkraft

Die Druckgradientenkraft ist die geophysikalische Ursache für den Wind als Ausgleichsströmung der Luft zwischen einem Hoch- und einem Tiefdruckgebiet. Die Bewegung erfolgt dabei immer vom Hochdruckgebiet hin zum Tiefdruckgebiet.

Quelle: Hine, Grant & Gilie; Nature Guide Level 1 – Learner Manual; Südafrika; 2014

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.