Tierschutz – Artenschutz – Naturschutz – Umweltschutz

Oft werden diese Begriffe wild durcheinander gewürfelt und in unterschiedlicher Art und Weise gebraucht. So kann es schnell zu großer Verwirrung kommen: Ist Tierschutz das gleiche wie Artenschutz? Was genau bedeutet Artenschutz und was Tierschutz? Ist Tierschutz eigentlich ein Teil des Naturschutzes? Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen Naturschutz und Umweltschutz? Der folgende Text soll diese unterschiedlichen und doch zusammenhängenden Begriffe aufschlüsseln und leicht verständlich definieren.

Tierschutz

Zugegeben, die Grenzen zwischen Tierschutz und Artenschutz sind manchmal fließend, jedoch geht es beim Tierschutz mehr als beim Artenschutz um das Wohl des Tieres als Individuum, meist unabhängig von natürlichen Bestandszahlen oder Artenschutzmaßnahmen. So kann sich zum Beispiel diejenige Person als Tierschützer(in) bezeichnen, die gegen Massentierhaltung ist oder sich verwahrloster Straßenhunde annimmt, um diese wieder aufzupäppeln. Doch auch eine Aufzuchtstation für bedrohte Wildtiere kann dem Tierschutz zugeordnet werden, sobald es um das Individuum als solches geht und ein nachhaltiger Erhalt der jeweiligen Art kaum möglich ist beziehungsweise nicht im Fokus steht.

Artenschutz

Diese Disziplin befasst sich mehr als der Tierschutz mit dem generellen Erhalt von Tier- und Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen. Er stellt einen Teilbereich des Naturschutzes dar, in dem es um den Schutz von Ökosystemen und Lebensgemeinschaften geht. Die klare Trennung der Begriffe „Artenschutz“ und „Tierschutz“ ist oft schwierig, so kann beispielsweise die Aufzucht einer bedrohten Tierart sowohl dem Schutz des einzelnen Individuums, als auch dem Fortbestehen der Art in der Natur dienen. Es sei allerdings zu erwähnen, dass Tierschutzmaßnahmen in Bezug auf den effizienten und nachhaltigen Erhalt von Arten oft weitaus weniger erfolgreich sind als der umfassende Schutz von Lebensräumen (Ausweisung von Naturschutzgebieten, Reduktion anthropogener Einflüsse) und Lebensgemeinschaften.

Naturschutz

Der Naturschutz beschäftigt sich mit dem Schutz von einzelnen Arten, Lebensgemeinschaften und ihren natürlichen Lebensräumen. Ein besonderes Ziel des Naturschutzes ist der Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität). So müssen zum Beispiel für ein forstwirtschaftlich genutztes Waldgebiet konkrete Naturschutzmaßnahmen getroffen werden, um eine nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung und dadurch den Erhalt der natürlichen Flora und Fauna in dem Gebiet zu gewährleisten. Auch die Renaturierung, also die Überführung von anthropogen geprägten Naturräumen zurück in ihren natürlichen Zustand, fällt in den Bereich des Naturschutzes.

Umweltschutz

Beim Umweltschutz geht es zusätzlich zum Schutz von Lebensgemeinschaften und Lebensräumen vor allem um den Schutz der Lebensgrundlagen aller Lebewesen; diese umfassen insbesondere die unbelebten Naturgüter Luft, Wasser, Boden und Klima. Der Begriff „Umwelt“ kann also als vollumfassender als das Wort „Naturschutz“ betrachtet werden. Maßnahmen zum Umweltschutz sind zum Beispiel die Etablierung erneuerbarer Energien, die deutsche Bodenschutzverordnung oder die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die die Qualität von Gewässern (Grund- und Oberflächengewässern) in der Europäischen Union regelt.

Autor: NATUCATE – David Pyka

Quellen: oekoren.de, naturdetektive.de, bund.net

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