Tamarinaffen

Die Tamarine (Saguinus) bilden eine Gattung innerhalb der Familie der Krallenaffen. Diese relativ kleinen Primaten haben ihr Verbreitungsgebiet im südlichen Amerika, vor allem im Amazonasgebiet in Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien. Sie bewohnen tropische Regenwälder und offene Waldgebiete. Die tagaktiven Allesfresser bewegen sich springend und kletternd in den Baumkronen fort, durch ihre langen Krallen sind sie optimal an diese Lebensweise angepasst.

Tamarine leben meist in Gruppen von zwei bis acht Tieren. Bei der Fortpflanzung herrscht eine sogenannte Polyandrie, das heißt, ein dominantes Weibchen paart sich mit mehreren Männchen, bevor es nach 150-tägiger Tragezeit in der Regel zweieiige Zwillinge gebärt. Der Eisprung der übrigen Weibchen wird unterdrückt, sodass sich nur das dominante Weibchen fortpflanzt. Das Aufziehen der Jungen erfolgt dann in der Gruppe. Das Muttertier hat dann nur noch beim Säugen Kontakt zum Jungen, alle anderen Aufgaben werden von den anderen Artgenossen übernommen.

Die einzelnen Tamarin-Arten unterscheiden sich durch ihr Aussehen deutlich voneinander. Der in Peru beheimatete Goldmanteltamarin fällt beispielsweise durch seine prägnante leuchtend-orange-gelbe Färbung auf; der Kaiserschnurrbarttamarin, der ebenfalls in Peru vorkommt, ist eher schlichter gefärbt, besitzt jedoch einen auffälligen weiß-grauen Schnurrbart. Seinen Namen verdankt er Erzählungen nach dem deutschen Kaiser Wilhelm II., da eine gewisse Ähnlichkeit zu dessen Schnurrbart existiert.

Die Bestandssituation der Tamarine ist wie die der meisten Primatenarten in Südamerika eher kritisch. Viele Arten sind auf Grund von Lebensraumverlust entweder vom Aussterben bedroht oder zumindest stark gefährdet.

Im Rahmen des NATUCATE Praktikums „Primatenforschung“ und der Wilderness Experience Peru ist es möglich, mit Tamarinaffen zu arbeiten und in eigenen Forschungsprojekten näher kennenzulernen.

Quelle: Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003

Autor: NATUCATE – David Pyka

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