Dem Wilden Westen ganz nah –
Mustangs in den USA

Die amerikanischen Mustangs sind nicht nur faszinierende Tiere, die ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln, sondern zeugen gleichermaßen von der spannenden und bewegten Geschichte des amerikanischen Kontinents, von der Entdeckung durch die Spanier bis hin zur turbulenten Moderne.

Der amerikanische Mustang steht wie kein anderes Tier für ein Gefühl der Freiheit und den Wilden Westen. So ranken sich viele Cowboy- und Indianer-Mythen um die oft als Wildpferde bezeichneten Vierbeiner. Tatsächlich steckt hinter dem Begriff Mustang aber kein Wildpferd im klassischen Sinne, sondern vielmehr eine verwilderte Hauspferderasse. Der Ursprung der heutigen Mustangs liegt 16. Jahrhundert, als die spanischen Konquistadoren große Teile des amerikanischen Kontinents erschlossen und als Kolonien in Besitz nahmen. Der Begriff Mustang geht demnach auf das Spanische zurück (mesteño) und bezeichnet das Eigentum eines spanischen Viehhirten, eines sogenannten mesta.

Auf ihren Eroberungsfeldzügen nutzten die Spanier die Pferde primär als Last- und Reittiere. Auch die Indianer, die bis dahin weitgehend zu Fuß unterwegs waren, sollten die neu eingeführten Tiere später als Mittel zur Fortbewegung entdecken. Nachdem es mehr und mehr zur Gefangenschaftsflucht der domestizierten Tiere gekommen war, konnten sich im Laufe der Jahrzehnte stabile wildlebende Populationen quer über Nordamerika ausbreiten. Die heutigen Mustangs gelten somit als Neozoen, also als eingeschleppte Arten, die sich erfolgreich in einem neuen Gebiet etablieren konnten.

Heute sind die mit bis zu 150 cm Stockmaßhöhe relativ kompakten Pferde vor allem im Westen der USA beheimatet. Die größten Bestände gibt es in Nevada, Oregon, Wyoming und Montana. Über 30.000 Mustangs streifen durch die amerikanische Prärie. Durch intensive Schutzmaßnahmen und Jagdverbote hat sich ihr Wildbestand so gut erholt, dass er heutzutage vom „Bureau of Land Management (BLM)“ von außen reguliert werden muss. Auf Grund des Schutzstatus der Tiere und ihrer hohen Symbolkraft werden sie dabei nicht etwa geschossen, sondern lediglich eingefangen und ihr Bestand auf diese Weise kontrolliert. Da der in Gefangenschaft lebende Bestand die Zahl der wildlebenden Tiere bereits übersteigt (bis zu 34.000 Individuen), gibt es seit den 1973er Jahren ein Pferdeadoptionsprogramm, um entsprechende Tiere an Privatpersonen zu vermitteln. Das Interesse an einer Wildpferdadoption ist in den USA allerdings so gering, dass viele Tiere unter mangelhaften Bedingungen in der Obhut des BLM bleiben oder an Schlachthöfe verkauft werden. Ein weiteres Problem stellen Misshandlung und Verwahrlosung der in Gefangenschaft lebenden Tiere dar.

Im Rahmen einer Freiwilligenarbeit oder Wilderness Experiences in den USA gibt es die Möglichkeit, mit NATUCATE bei der Rehabilitation und beim Training von wilden Mustangs zu helfen.

Quelle: Andrea Pabel; Hauke Kock: Wilde Mustangs, kühne Reiter: die Pferde der Indianer. Stuttgart 1997

Autor: NATUCATE – David Pyka

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