Frösche im Okavango Delta

Das Okavango Delta im Nord-Westen Botswanas stellt eines der größten natürlichen Feuchtgebiete in Afrika dar. Als Binnendelta befindet es sich nicht wie andere Flussdeltas in Küstennähe eines Ozeans, sondern fächert sich in der Landschaft auf, bevor sein Wasser im sogenannten Kalahari-Becken versickert. Das Okavango Delta ist die Heimat zahlloser zum Teil sehr seltener Tier- und Pflanzenarten. Seit 2014 wird es daher auf der Welterbe-Liste der UNESCO geführt. Vor allem Amphibien und Reptilien lassen sich dort in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten und untersuchen. Eine der typischen und vor allem auffälligeren Amphibienarten ist der Afrikanische Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus). Mit einer maximalen Kopf-Rumpf-Länge von 24,5 cm und einem Gewicht von bis zu 1,4 kg ist er einer der größten Vertreter innerhalb der Ordnung der Froschlurche. Er zeichnet sich durch eine gedrungene Körperform, kräftige Hinterbeine, sowie ausgeprägte Hautfalten auf der Körperoberseite aus.

Wie viele Froscharten besitzt auch der Ochsenfrosch ein breites Gesangsspektrum zur Kommunikation. So kann ein Frühlingsspaziergang durch das Okavango Delta schnell zum Konzert werden, bei dem die verschiedensten Arten Teil eines großen Frosch-Orchesters sind.

Zur Erzeugung der vielfältigen Laute wird meist Luft zwischen der Lunge und dem sogenannten Kehlsack an der Unterseite des Unterkiefers hin- und her bewegt. Der Klang wird durch die Vibration der Stimmbänder im Larynx (Kehlkopf) produziert und anschließend im Kehlsack, der als Resonanzkörper fungiert, verstärkt.

Der Gesang spielt zwischen Männchen bei der Verteidigung gegenüber Rivalen sowie bei der Reviermarkierung eine wichtige Rolle. Außerdem wird er von ihnen benutzt, um den Weibchen während der Paarungszeit im Frühling zu imponieren; dabei gilt: Je lauter und kräftiger der Gesang, desto attraktiver für das Weibchen.

Auch wenn das für den/die unbeteiligte(n) Zuhörer(in) den Anschein haben mag, die Frösche singen nicht alle unkoordiniert durcheinander. Um zu gewährleisten, dass die verschiedenen Gesänge nicht interferieren, gibt es ein ausgeklügeltes „timeshare calling“- System: Männchen, die nahe beieinander sitzen, wechseln sich beim Singen ab oder variieren ihre Tonlage, sodass es für das umworbene Weibchen einfacher ist, die einzelnen Gesänge auseinanderzuhalten.

Übrigens: Auch die Weibchen produzieren Laute, um den Männchen zu signalisieren, dass die Laichablage erfolgreich war.

Autor: NATUCATE – David Pyka

Quelle: Game Ranger in your Backpack; Megan Emmett, Sean Pattrick, Briza, 2013, Pretoria, South Africa

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