Es ist kein Schwein, es ist kein Bär…
Es ist das einzige seiner Art – das Erdferkel

Eine Spezies, die die taxonomische Klassifikation vor ein Rätsel gestellt hat – und ihr geläufiger Name hilft nicht wirklich dieses Rätsel zu lösen: das isambane (Zulu), antbear (Englisch) oder aardvark (Afrikaans)- das Erdferkel, wie es im Deutschen genannt wird, ist ein wahrhaft einzigartiges afrikanisches Säugetier.

Ursprünglich nahm man an, dass es der gleichen Art angehört, wie der südamerikanische Ameisenbär (Myrmecophaga). Schließlich wurde das Erdferkel jedoch einer eigenen Gattung und schließlich auch einer eigenen Ordnung zugeordnet. Das macht die Tiere zu der einzigen taxonomischen Ordnung mit nur einer einzigen Spezies.

  • Ordnung: Tubulidentata
  • Familie: Orycteropodidae
  • Gattung: Orycteropus afer
  • IUCN Rote Liste: nicht gefährdet

Ernährung und Anatomie des Erdferkels

Typisch für Erdferkel sind die lange, schweineähnliche Schnauze, längliche, röhrenartige Ohren, sehr kräftige, starke Beine sowie der schwere muskulöse Schwanz. Die Haut ist fast haarlos mit einer gelb-gräulichen Färbung, ähnlich zur Bodenfarbe ihres Lebensraums.

Die Ernährung der Erdferkel besteht hauptsächlich aus holzfressenden Termiten. Während der Trockenzeit fressen sie jedoch vor allem Ameisen. Die Zähne sind nur wenig entwickelt, da sie ihre lange klebrige Zunge zum Probieren und Auflecken der ausgegrabenen Mahlzeit nutzen.

Die Bedeutung des Erdferkels in einem Ökosystem

Erdferkel sind Afrikas führende Gräber, was sie zu einem wichtigen Teil des Ökosystems macht. Ihre schaufelähnlichen Klauen und der muskulöse Körperbau sind wie gemacht zum Graben. Es gibt drei Hauptlöcher, die von Erdferkeln gegraben werden – eine Höhle bzw. Unterschlupf, in dem sie leben, ein temporärer Unterschlupf oder eine ‚Schlafhöhle‘ sowie ein Aushub zur Futtersuche. Eine besetzte Höhle erkennt man durch die vielen kleinen Fliegen, die sich am Eingang tummeln. Erdferkel werden oft als Schlüsselart bezeichnet (das bedeutet, dass sie eine einzigartige und wesentliche Rolle in der Funktion des Ökosystems spielen), da ihre verlassenen Höhlen eine wichtige Zuflucht oder Schutz für verschiedene andere Arten bieten: als Höhle für afrikanische Wildhunde oder Schutzunterschlupf für Hyänen, Honigdachse, Schakale, Mungos, Buschhasen, Nagetiere und sogar einige Vogelarten.

Dieses irgendwie mystische einzelgängerische Wesen der Nacht wandert häufig durch die Dunkelheit, die Schnauze auf dem Boden, und legt große Distanzen scheinbar mühelos zurück. Doch wie bei den meisten intelligenten Spezies, haben ihre Abendwanderungen ein Ziel: es ist auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit. Erdferkel werden nur selten im Busch entdeckt, sodass das Einfangen mit Hilfe einer Kamerafalle der ideale Weg ist, um Daten über ihre Population und Verbreitung zu sammeln.

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