Tierschutz in Kalifornien –
Freiwilligenarbeit auf einer Vegan Farm

Sich dem Schutz und der Pflege ehemaliger Nutztiere verschreiben und dabei eine rundum vegane Lebensweise praktizieren – gemeinsam mit einer nordkalifornischen Tierschutzstation, die sich ebendieser Aufgabe verschrieben hat, setzte sich NATUCATE im Herbst 2016 zusammen, um ein neues Projekt zur Einbindung von Volunteers in den Stationsalltag zu konzipieren. Das Ergebnis des Ganzen mussten wir uns natürlich genauer ansehen! Gesagt, getan: Im März 2017 machte sich Daniel auf den Weg an die Pazifikküste der USA, um dort unserem Projekt auf einer Vegan Farm in Nordkalifornien einen Besuch abzustatten. Seine Eindrücke fassen wir im folgenden Review für Euch zusammen.

Review

Anreise

Nach seiner Anreise am San Francisco International Airport – empfohlen wird allerdings die Ankunft am Sacramento International Airport – erreichte Daniel per Mietwagen nach einer dreistündigen Autofahrt die Vegan Farm; eine Tierschutzstation im Nordosten von Sacramento, gelegen in den malerischen Ausläufern der kalifornischen Sierra Nevada. „Vom Flughafen in San Francisco kann es ohne Mietwagen schwierig werden. Man kann sich jedoch einen Shuttle Service buchen, um zur Station zu gelangen. Deswegen empfehlen wir die Ankunft am Flughafen Sacramento, da dieser näher an der Station liegt. Bei Anreise per Shuttle Service ist man allerdings vor Ort weniger mobil“, so Daniels Fazit zur Anreise.

Unterkunft

Die Volunteerunterkunft befindet sich mit fünf Minuten Fußweg in unmittelbarer Nähe zur Ranch. Im Gegensatz zu afrikanischen oder asiatischen Ländern ist bei dieser Projektunterkunft definitiv kein „Abenteuer“ zu erwarten – dies jedoch im gänzlich positiven Sinn: Es handelt sich um ein kleines Haus nach westlichem Standard, das aus drei Zimmern mit Doppelstockbetten, zwei Gemeinschaftsbädern, einem Gemeinschaftsbereich mit Fernseher und einer vollausgestatteten Küche besteht. Daniel sagt: „Die Unterkunft ist einfach toll! Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Nicht zu vergessen der Ausblick: Manchmal kann man sogar Rehe und Hirsche vom Fenster aus im Garten beobachten.“ Das Farmteam stellt den Volunteers Lebensmittel für zwei tägliche Mahlzeiten zur Verfügung. Und einmal in der Woche findet ein gemeinschaftliches Abendessen mit Mitarbeitern der Station statt. Ganz wichtig: Es wird ausschließlich vegan gegessen. Und auch sonst ist ein veganer Lebensstil das A und O. Bedeutet also, dass jegliche tierische Produkte oder solche, die tierische Stoffe enthalten, auf dem Farmgelände nichts zu suchen haben. „Das mag für einige sicherlich gewöhnungsbedürftig sein. Aber auch ich als Nicht-Veganer habe mich ganz schnell darauf einstellen können. Es ist ein Zeichen des Respekts gegenüber den Tieren sowie auch den Mitarbeitern und des Projekts an sich; das finde ich richtig.“

Das Projekt

Durch seine starke Einbindung in den Farmalltag konnte sich Daniel auch ein umfangreiches Bild vom Projekt selbst und den Aufgaben verschaffen. Und dieses fällt mehr als positiv aus. Die Volunteers arbeiten in zwei Schichten: Von den frühen Morgenstunden bis mittags, und vom späten Mittag bis abends. Die Aufgabenpalette reicht dabei von Fütterungen über Ausmisten und Gehege säubern bis hin zur Assistenz bei medizinischen Check-Ups. Daniel schmunzelt: „Hühner werden für eine erhöhte Kalziumzufuhr mit einem Mix aus rohem Ei und zerkleinerter Schale gefüttert. Das war mir auch neu.“ Da es sich nicht um Wildtiere handelt, findet hier stets – anders als bei unseren Artenschutz-Projekten – eine direkte Interaktion mit den Tieren statt. So besteht täglich enger Kontakt zu Schweinen, Ziegen, Kühen, Schafen, Hühnern oder Kaninchen. „Besonders schön war immer das Socializing – man setzt sich einfach zu den Tieren und verbringt Zeit mit ihnen.“ Als Teilnehmer sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Arbeit auch emotional beanspruchend sein kann. Das Schicksal der Tiere kann sehr unter die Haut gehen; vor allem bei Neuankömmlingen, denen die Spuren ihrer Leidensgeschichte oft noch stark anzusehen sind. Auch körperlich sollte die Arbeit nicht unterschätzt werden. „Ein Volunteer sollte sich darauf einstellen, dass ihn oder sie harte Arbeit erwartet. Insbesondere bei widrigen Witterungsverhältnissen, kann es anstrengend werden.“ Die Zusammenarbeit im Team erfolgt primär mit US-Amerikanern, die als Gäste oder Volunteers auf die Farm kommen. Gelegentlich sind hingegen auch Mitwirkende aus anderen Ländern anzutreffen.

Daniels Fazit

„Das Projekt leistet einfach wunderbare Arbeit. Jeder Mitarbeiter bemüht sich leidenschaftlich darum, den Tieren, die so viel Leid durchgemacht haben, nun ein schönes und sicheres Zuhause zu bieten. Dabei setzt die Farm auf eine Ausstattung von höchstem Standard. Betont werden sollte allerdings noch einmal, dass das Farmgelände quasi im Niemandsland liegt – ist gerade kein anderer Volunteer vor Ort, fühlt man sich hin und wieder schon sehr isoliert. Außerdem kann es ohne einen Mietwagen etwas knifflig mit der Mobilität werden. Auf der anderen Seite wiederum hat Kalifornien landschaftlich einiges zu bieten – man kann sich also sicher sein, dass man an einem malerischen Fleckchen Erde landet.“

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