Wilderness Experience in Argentinien –
Zu Pferd durch die Anden

Riesige Bergketten, schneebedeckte Gletscher und endlos weite Täler – bei einem Besuch in Patagonien verschlägt es dem einen oder anderen Reisenden schon einmal den Atem. Auch Daniel kehrte tief beeindruckt wieder zurück: Im März 2017 nahm er teil an unserer achttägigen Wilderness Experience und erkundete hoch zu Pferd die argentinischen Anden. In folgendem Review schildert er seine Eindrücke.

Review

Anreise

Daniels Reise startete am Frankfurter Flughafen und führte ihn zunächst in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. Per Reisebus gelangte er im Anschluss in die Stadt Zapala, gelegen in der Provinz Neuquén. Dort wurde er von einem Fahrer abgeholt und nach Buta Mallin gebracht. Bei Buta Mallin handelt es sich allerdings weniger um einen Ort, als vielmehr um einen mittelgroßen Viehposten. Nachdem er eine kleine Mittagsstärkung erhalten hatte, machte Daniel endlich mit „seinem“ Packtrippferd Bekanntschaft, das ihn für die kommenden Tage sicher durch die Anden bringen würde. Der anwesende Guide zeigte allen Teilnehmern, wie sie ihre Pferde zu satteln und zu packen hatten, um für den bevorstehenden Aufritt zur Basisstation des Kurses bereit zu sein: eine Pferderanch, gelegen inmitten der Ausläufer der Patagonischen Anden. Sobald das Gepäck verstaut und die Pferde vorbereitet waren, wurde schließlich gemeinsam der dreistündige Weg zur Ranch angetreten. „Keine Frage: die Anreise an sich ist schon ein Abenteuer. Vom Flugzeug in den Bus, vom Bus ins Auto, und vom Auto aufs Pferd – nicht gerade ein Zuckerschlecken, aber unfassbar lohnenswert, wenn man bedenkt, was einen erwartet. Bereits der Ritt hinauf zur Ranch war großartig.“

Unterkunft

Nach knapp drei Stunden auf dem Pferderücken erhob sich die Ranch vor der Gruppe inmitten der hochgelegenen, weiten Graslandschaft Patagoniens. Die Ranch besteht aus mehreren Gebäuden, die sehr rustikal gebaut, dafür aber umso gemütlicher sind: Im Casa Grande findet man die große Küche und das Esszimmer inklusive selbstgebautem Kamin. Die Veranda ermöglicht einen unvergleichlichen Blick über das Flusstal der Trocoman und Picunleo Rivers. Die Unterbringungsmöglichkeiten für die Gäste befinden sich entweder direkt an die Hauptlodge angeschlossen oder in einzelnen Gebäuden auf dem Gelände verteilt. Dabei handelt es sich entweder um ein liebevoll eingerichtetes Zweiraum- oder Dreiraum-Apartment, ein Einzelzimmer oder ein Gästehaus mit jeweils privaten Badezimmern. Da Daniel seinen Besuch auf der Ranch relativ kurzfristig ankündigte, waren bereits alle Zimmer belegt – so wurde er in einer Blockhütte etwas abseits der anderen Ranchgebäude untergebracht. „Die Unterbringung in der kleinen Blockhütte war hervorragend. Daher gehe ich davon aus, dass die Unterbringung in den üblichen Gästezimmern mindestens so gut muss.“ Hin und weg war Daniel auch vom Essen. Alle Kursteilnehmer werden täglich mit drei Mahlzeiten versorgt, die vom Koch der Ranch mit frischen Lebensmitteln, die zum Teil aus dem eigenen Garten stammen, zubereitet werden. Auch Milchprodukte und Fleisch werden selbst verarbeitet. Kurzum: die Qualität ist hervorragend und jede Mahlzeit ein Genuss.

Das Andenabenteuer

Die ersten drei Nächte verbringen die Teilnehmer in der Regel auf der Ranch und können dort die Seele baumeln lassen. Am vierten Tag wurden schließlich die Taschen gepackt, sicher auf den Pferden verstaut und das gemeinsame Packtrip-Abenteuer gestartet. „Ich hatte ja kaum Reiterfahrung. Aber das war überhaupt kein Problem. Die Teammitglieder und der Guide reiten zu Beginn langsam hintereinander her und jeder genießt den Blick auf die Andenlandschaft.“ Und diese Landschaft hat es wahrlich in sich: endlos, wild und einfach atemberaubend. Die folgenden drei Tage gibt man sich ganz der Weite und Abgelegenheit der Region hin, reitet heraus aus dem Trocoman-Flusstal, über eine Hochebene und hinein in ein weiteres Hochgebirgstal. Die Mahlzeiten finden unterwegs statt; die Lebensmittel dafür trägt die Gruppe mit sich mit. Aufgrund des Gewichts ist deren Auswahl natürlich begrenzt, die Mahlzeiten stehen jenen auf der Ranch jedoch in nichts nach. Genächtigt wird stets inmitten der patagonischen Wildnis. „Wer möchte, kann im Zelt übernachten. Ich empfehle allerdings, auf der Satteldecke unter freiem Himmel zu schlafen – so einen Sternenhimmel habe ich selten gesehen“, erzählt Daniel. Nachdem nach Aufbruch am zweiten Tag des Packtrips zunächst die sich weit ausstreckenden Andenkordilleren sowie die Vulkane auf chilenischer Seite bewundert wurden, machte die Gruppe einen kurzen Zwischenhalt in einer kleinen Holzhütte. „Hier haben wir ein gemeinsames Matétee-Trinken mit einigen ansässigen Gauchos veranstaltet. Unglaublich nette und interessante Menschen!“ Am nächsten Tag ging es auf einem letzten spektakulären Ritt schließlich zurück zur Ranch und Daniels Packtrip-Abenteuer endete nach einem weiteren Tag auf der Ranch.

Daniels Fazit

Daniels Fazit fällt durchweg positiv aus. Die wilde Natur, die maximale Abgelegenheit, die mit Herzblut betriebene Ranch und das leidenschaftliche und erfahrene Team haben ihn schwer beeindruckt. „Ich hoffe, ich habe die Möglichkeit erneut an diesem Packtrip teilzunehmen. Patagoniens Landschaft muss man einfach gesehen haben. Und als Teilnehmer dieses Kurses hatte ich das Glück, die Region sogar auf dem Pferderücken zu erkunden! Ich rate jedem Outdoor-Freund, der einmal das Gefühl von echter Freiheit erleben möchte, diesen Kurs zu besuchen.“

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.