Warum vermittelt NATUCATE keine Kinderhilfsprojekte?

Eine Frage, die uns häufig gestellt wird. NATUCATE hat sich seit der Gründung ganz bewusst dazu entschieden, keine Kinderhilfsprojekte in sein Portfolio aufzunehmen. Denn besonders bei Freiwilligenprojekten in Waisenhäusern wird durch die Mithilfe von Volunteers oft mehr Schaden angerichtet als Gutes getan. Wir erklären im Folgenden, warum.

Der Wunsch nach sozialem Engagement zugunsten notleidender Kinder steht bei vielen Menschen, die sich für Freiwilligenarbeit interessieren, an oberster Stelle. Dabei tappen sie jedoch immer häufiger in die Falle unseriöser Anbieter, die Kinder spendenwirksam einsetzen und sich so die Mithilfe freiwilliger Helfer aus reiner Profitgier zu Nutze machen. Das Wohl der Kinder bleibt dabei meist völlig auf der Strecke.

Sie singen Lieder, führen Tänze auf und fallen westlichen Touristen um den Hals: In vielen Waisenhäusern werden Kinder gezielt auf diese Dinge trainiert, um Touristenherzen zu erweichen und so zu mehr Spenden zu verhelfen. Die Kinder selbst sehen jedoch von den eingenommenen Summen kaum etwas. Dieser Waisenhaustourismus, wie etwa in Kambodscha oder Nepal, ist äußerst lukrativ und wird von vielen leider immer noch nicht als solcher erkannt.

Neben Touristen arbeiten zahlreiche Freiwillige in solchen Waisenhäusern und bezahlen viel Geld für einen scheinbar guten Zweck. Was sie nicht wissen: In vielen Fällen sind die Kinder gar keine Waisen. Sie wurden ihren meist in größter Armut lebenden Familien abgekauft mit dem Versprechen auf bessere Bildung und Versorgung. Tatsächlich aber dienen die Jungen und Mädchen lediglich als Köder, um durchreisende Touristen und ahnungslose Freiwillige zur Zahlung von Spenden und Teilnahmebeiträgen und nach der Heimkehr weiteren Spenden zu bewegen.

Grausame Praktiken

Die Trennung von den Eltern und die daraufhin stets wechselnden Bezugspersonen stellen traumatische Erfahrungen für die Kinder dar. Der von diesen kurzzeitigen Bindungen davongetragene seelische Schaden kann zu immensen Bindungsstörungen im späteren Leben führen.

In den vergangenen Jahren hat es weltweit einen starken Zuwachs an diesen „Pseudo“-Waisenhäusern gegeben. Die Freiwilligenarbeit spielt bei diesem Wachstum keine unbedeutende Rolle.

Wir möchten keinesfalls Pauschalisierungen über Waisenhäuserprojekte vornehmen. Natürlich existieren auch sinnvolle und seriöse Volunteerprojekte in Waisenhäusern. Da die Faktenlage jedoch äußerst schwammig ist und wir uns derzeit nicht in der Lage sehen, eine angemessene Qualitätssicherung durchzuführen, verzichten wir auf die Aufnahme sozialer Hilfsprojekte mit Kindern in unser Programm.

Fragen oder Anregungen? — Wir rufen Dich gerne zurück.