Wilderei – eine ernste Bedrohung in Lateinamerika

In Filmen, Magazinen und örtlichen Tiergeschäften können sie bewundert werden: anmutige, buntgefiederte Aras. Viele Menschen wünschen sich einen solchen Vogel als Haustier und glauben ein Tier zu kaufen, das in Gefangenschaft geboren wurde – was bereits schlimm genug klingt, ist jedoch noch schlimmer: diese Vögel sind häufig Opfer von Wilderei.

Insbesondere Vögel aus Südamerika werden aufgrund ihres farbenfrohen Federkleids oder einzigartiger Merkmale wie etwa ihres Gesanges für die schönsten Vögel gehalten. Nicht wenige Leute streben danach, einen südamerikanischen Vogel zu Hause zu halten und wenn sie einen solchen erwerben, glauben sie, dass er in Gefangenschaft gezüchtet wurde. Eine Tatsache, derer sich viele jedoch nicht bewusst sind: genau diese Vögel fallen der Arbeit von Wilderern zum Opfer.

Nicht nur eine Bedrohung in Afrika
Während der Großteil der Menschen über die Wilderei in Afrika im Klaren ist (wie z.B. über Elefanten und die Jagd auf ihre Elfenbeinstoßzähne), ist vielen wiederum jene in Lateinamerika nicht bewusst. Wilderer jagen und sperren Papageien, Schildkröten und Affen ein und verkaufen diese dann oftmals illegal weiter; meistens auf Schwarzmärkten und für Unmengen von Geld. Über 50% der Tierarten, die der Welt bekannt sind, sind vom Massenaussterben bedroht, welches allein von Menschen verursacht wird, und nicht von der Natur.

Qualvolle Tiertransporte
Die Tiere haben in den meisten Fällen unter unzumutbaren Transportbedingungen zu leiden: So werden etwa die Schnäbel und Füße von Papageien zusammengeklebt und die Tiere danach in Plastikbehälter gestopft. Babyschildkröten werden so in ihre Eierschale geklebt, dass sie sich nicht bewegen können und werden in kleinen Behältern zu Dutzenden transportiert. Wilderer töten die Tiere, die sie aus der Natur rauben, sogar absichtlich: In einem Fall wurden 400 Leguane in einer Holzkiste zurückgelassen – und das zwei Wochen lang ohne Futter, Wasser oder Tageslicht, weil ein Dealer die Abmachung abgesagt hatte. In der Folge starb die Hälfte der Tiere. Traurigerweise sind viele Tiere so krank, dass sie nicht mehr gerettet werden können, da ihre Chancen auf Heilung gleich null stehen.

Eine Gefahr für die Menschheit
Die Wilderei ist zudem eine echte Gefahr für die menschliche Gesundheit: Während immer mehr nichtheimische Tiere in andere Länder importiert werden, laufen wir Gefahr, uns mit zumindest vorerst nicht behandelbaren Krankheiten zu infizieren, bei deren Träger es sich um diese nicht landestypischen Tierarten handelt. Man beachte: 75% aller neuen Infektionskrankheiten (darunter SARS und Ebola) stammen von Tieren.

Mehr Tierarten betroffen als angenommen
Während die meisten Menschen glauben, dass hauptsächlich Löwen und Elefanten von Wilderern gejagt werden, sind in Wahrheit jedoch zahlreiche weitere Arten betroffen. Vor allem in Südamerika jagen und verkaufen Wilderer Echsen, Affen, Tapire, Fische, Jaguare, Kaimane und Schildkröten. In fast jedem Fall rauben Wilderer in Costa Rica Schildkröteneier aus den Nestern und verkaufen sie – auch Einheimische gehören zu den Wilderern. Der Grund liegt in der großen Population an Schildkörten, die dort leben. Vergiss nicht, dass es gerade einmal sieben Arten von Meeresschildkröten auf der ganzen Welt gibt!


Für weitere Informationen, besonders zur Wilderei von Papageien in Lateinamerika, kannst Du den Blog von Rev. Dr. LoraKim Joyner auf One Earth Conservation besuchen und Dir selbst ein Bild von den Gefahren und Folgen machen, die durch die Wilderei ausgelöst werden.

Quellen:

http://wwf.panda.org/what_we_do/how_we_work/our_global_goals/species_programme/wildlife_trade/wildlife_crime_initiative/stop_wildlife_crime/index.cfm

http://www.unodc.org/westandcentralafrica/en/newrosenwebsite/TOC/wildlife-and-forest-crime.html

https://www.peta.org/issues/companion-animal-issues/companion-animals-factsheets/inside-exotic-animal-trade/

https://wpc.wcs.org/DesktopModules/Bring2mind/DMX/Download.aspx?EntryId=26038&PortalId=162&DownloadMethod=attachment

http://www.nbcnews.com/id/4703138/ns/health-infectious_diseases/t/veterinarians-front-lines-human-diseases/#.WtmWVX9CSpo

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