Prioritäre Arten

Prioritäre Arten (engl. „priority species“) sind Tier- und Pflanzenarten, die einen besonderen Schutzstatus genießen, da sie entweder auf Grund ihrer ökologischen Funktion oder ihrer Bedeutung für den Menschen eine wichtige Rolle spielen.

Meist bilden prioritäre Arten einen wichtigen Bestandteil der Nahrungskette, indem sie mit ihrer Bestandsdichte die Bestände anderer Arten regulieren. Doch auch der Erhalt ganzer Habitate ist eine wichtige Funktion. Elefanten beispielsweise sorgen durch ihr Fraß- und Fortbewegungsverhalten für eine nachhaltige Nutzung und Ausbreitung der natürlichen Vegetation eines Gebiets, in diesem Fall ist Artenschutz auch gleichzeitig Habitatsschutz. Andere Arten gelten als prioritär, weil sie besonders empfindlich auf sich ändernde Umweltbedingungen (Klimawandel, invasive Arten) und anthropogene (menschliche) Gefährdungen (z.B. Wilderei und Habitatszerstörung) reagieren.

Einige Tierarten sind nicht nur wegen ihrer ökologischen Funktion von großer Bedeutung, sondern vor allem wegen ihrer kommerziellen Nutzung oder ihres Symbolcharakters. Vor allem die lokale Bevölkerung verschiedener afrikanischer Länder nutzt Wildtiere oft als Nahrungs- und Materialquelle oder verehrt sie als wichtiges kulturelles Symbol.

Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass sich spezifische Arten (z.B. Löwen, Elefanten, Giraffen) besser als andere Arten dafür eignen, ein Umweltbewusstsein in der lokalen Bevölkerung und bei Touristen zu schaffen. Der Schutz dieser Arten ist essenziell für den Schutz anderer, weniger bekannter Arten.

Allgemein ist das Konzept der „priority species“ zwar ein menschengemachtes, doch ermöglicht es eine effiziente und möglichst umfassende Nutzung der oft sehr begrenzten Ressourcen des angewandten Naturschutzes.

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