Der Human-Wildlife-Conflict

Für viele Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker ist klar: Der Klimawandel und der Schutz unserer Umwelt sind die drängendsten Fragen dieses Jahrhunderts. Die Auswirkungen von Veränderungen in der Umwelt und der Einfluss einer wachsenden Weltbevölkerung auf ebendiese lassen sich besonders gut am sogenannten Human-Wildlife-Conflict (dt. „Mensch-Tier-Konflikt“) erkennen.

Allgemein handelt es sich bei diesem Begriff um die Interaktion zwischen Mensch und Wildtier, die in einem negativen Einfluss auf den Menschen oder auf Wildtiere resultiert.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) beschreibt den Human-Wildlife-Conflict wie folgt: “Any interaction between humans and wildlife that results in negative impacts on human social, economic or cultural life, on the conservation of wildlife populations, or on the environment”.

Hauptursache für diesen Konflikt ist die territoriale Überlappung von menschlichen Populationen mit Naturräumen, meist bedingt durch die vermehrte Ausbreitung des Menschen und sein Eindringen in die Lebensräume von Wildtieren.

Die anthropogene Ausbreitung macht sich beispielsweise durch die Expansion von Städten, die Erschließung neuer Flächen zur Rohstoffgewinnung oder die Ausweitung von Tourismus und Freizeitangeboten bemerkbar. Durch den dadurch verursachten Lebensraumverlust vieler Tiere sind diese gezwungen, nach alternativen Ressourcen zu suchen und wagen sich so immer weiter in die Siedlungsgebiete des Menschen vor. Die Konflikte, die dadurch entstehen, sind vielfältig: Verletzungen oder Tötung von Tier oder Menschen, Beschädigung von Sacheigentum, Ressourcenkonkurrenz, Ernteschäden, Umweltzerstörung, Einbruch von Wildtierpopulationen etc.

Der Bereich des Umweltmanagements beschäftigt sich mit Strategien zur Minimierung des Human-Wildlife-Conflict. Hierzu gehört ein umfassender Schutz von Leib und Leben von Mensch und Tier, die Sicherung von Tierbeständen sowie Habitatsschutzmaßnahmen. So können beispielsweise die Ausweisung von Naturschutzgebieten oder die Nutzung von Schutzzäunen ein Mittel sein, um Konfliktsituationen zu vermeiden. In ländlichen Gebieten, in denen menschliche Siedlungen viel stärker in die Natur integriert sind als zum Beispiel in der Stadt, sind diese Konfliktmanagementstrategien nicht immer eine leichte Aufgabe.

In einem der von NATUCATE angebotenen Projekte in Namibia handelt es sich um Strategien zur Lösung eines Human-Wildlife-Conflict. Dort wagen sich die heimischen Wüstenelefanten auf ihrer Suche nach Wasserquellen immer weiter in menschliche Siedlungen vor, um aus den Wasserreservoirs zu trinken, die die Menschen für sich beanspruchen. Dadurch kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Ziel des NATUCATE-Projektes ist es, eine Wasserversorgung zu etablieren, die beiden – Mensch und Tier – einen ungestörten Zugang zu Wasserquellen bietet und so Konflikte in Zukunft verhindert.

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