Der Afrikanische Elefant – bedrohter als angenommen

Elefanten sind nach einer neuen Studie weitaus gefährdeter als bislang angenommen. Der sogenannte Elefantenzensus (Elephant Census) bietet aufschlussreiche Informationen über die aktuelle Population und Verteilung von Elefanten. Diese umfangreiche Art der Datenerhebung ist die erste seit über 40 Jahren. Die Daten liefern wertvolle Informationen zum Schutz der Elefanten und können dem Staat, Wissenschaftlern, NGOs und allen anderen Naturschutzvertretern helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.

Ziel: Der Elephant Census soll dazu dienen, in Zukunft genaue und aktuelle Daten und Informationen bezüglich der Anzahl und Verteilung des Afrikanischen Elefanten zu sammeln. Immer mehr Elefanten verschwinden aus der Landschaft. Besonders Menschen und davon hauptsächlich Wilderer und Konsumenten von Elfenbein stellen eine große Gefahr für die Population von Elefanten dar. Aber auch der zunehmende Verlust von Lebensraum, menschliche Konflikte und der Klimawandel sind Faktoren, die die Verbreitung der Elefanten negativ beeinflussen. Vor über 30 Jahren wurden circa 1.3 Millionen Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent gezählt. Diese Zahl ist im Laufe der Zeit immer weiter gesunken.

Methode: Die Zählung der Elefanten unter dem Projekt Great Elephant Census wurde durch eine standardisierte Erfassung aus der Luft ermöglicht. Die Datenerfassung wurde in kleinen Flugzeugen durchgeführt. Aus den Flugzeugen konnten Daten über die Elefanten, aber auch über Elefantenkadaver gesammelt werden. Die Informationen über die Kadaver und Skelette wurden erfasst, um Aussagen über die Wilderei treffen zu können. Der Zensus wurde von Nationalparks und deren Mitarbeitern in 18 Ländern durchgeführt. Das Ganze wurde von NGOs, insgesamt 90 Wissenschaftlern und 286 Personen aus dem Fachpersonal, die alle von Vulcan beschäftigt und koordiniert wurden, unterstützt. Vulcan Productions ist eine Firma, die durch visuelle Medien versucht, wichtige Themen wie Umwelt- und Naturschutz der Öffentlichkeit näherzubringen. Der Hauptermittler des Projekts war Mike Chase von der Organisation Elephants Without Borders. Entwickler von Vulcan haben ein zentrales Datensystem generiert, um die gesammelten Rohdaten schnellst möglichst aufnehmen und auswerten zu können.

Ergebnisse: In den 18 observierten Ländern wurden 352.271 Elefanten gezählt. Die Elefantenpopulation in Afrika ist somit zwischen 2007 und 2014 um 30% gesunken; das entspricht ungefähr 144.000 Elefanten. Das bedeutet eine Abnahme von jährlich 8%, hauptsächlich verursacht durch Wilderei. 84% der Elefanten wurden in geschützten Regionen gefunden, die restlichen 16% in nicht geschützten Bereichen. Die Tatsache, dass Elefantenskelette überwiegend in geschützten Regionen gefunden wurden, zeigt, dass die Elefanten außerhalb sowie innerhalb von geschützten Bereichen gefährdet sind.

Das Konzept des Great Elephant Census wurde von Paul G. Allen und Elephants Without Borders entwickelt. Es wird von anderen Organisation vor Ort und weltweit unterstützt. Weitere wichtige Partner sind SANParks, Frankfurter Zoologische Gesellschaft, The Nature Conservancy und Wildlife Conservation Society.

Unterschiede der Länder

Afrika ist ein vielseitiger und umfangreicher Kontinent. Jedes Land hat seine geographischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Besonderheiten. Deshalb hat jedes Land unterschiedliche Faktoren, die die Elefantenpopulation negativ oder positiv beeinflussen können.

Botswana

Botswana hat zurzeit eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften in der Welt. In Botswana lebt die weltweit größte Population an Elefanten und der Staat ist erfolgreich beim Schutz dieser Tiere. In 2014 gründete Botswana die Elephant Protection Initiative mit dem Versprechen, Elfenbeinhandel zu beenden. Trotzdem kämpft das Land mit fehlenden Lösungen und Regeln, die der Bevölkerung und der Natur gleichermaßen entgegenkommen.

Kenia

Kenia hat die größte Wirtschaft in Ost- und Zentralafrika und seit 1980 das weltweit größte Bevölkerungswachstum. Somit kommt es immer wieder zu Problemen mit geschützten Bereichen und urbaner Population. 1980 wurden viele Elefanten in Kenia, aber auch in Uganda und Tansania umgebracht. Allerdings erholte sich die Elefantenpopulation, nachdem der Elfenbeinhandel verboten und die Parkgesetze verstärkt wurden. Kenia versucht die Bedürfnisse der Menschen und Elefanten gleichermaßen zu befriedigen. 2016 wurden große Massen Elfenbein vom Staat verbrannt.

Simbabwe

In Simbabwe haben wirtschaftliche Instabilität sowie abnehmender Tourismus dazu geführt, dass der Staat die Elefantenpopulation nicht mehr gut in Griff hat. Drei aufeinanderfolgende Dürren haben den Elefanten schwer zugesetzt. Außerdem führten die Dürren vermehrt zu Konflikten zwischen Mensch und Tier, in denen es darum ging, ob die Elefanten ausgemerzt werden sollten. Die größte Gefahr für Elefanten in Simbabwe sind immer noch die Wilderer.

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