Der Löwe – König der Savanne

Der Löwe ist die größte Raubkatze Afrikas und steht wie kein anderes Tier für die Schönheit und Einzigartigkeit des afrikanischen Kontinents. Gleichzeitig ist er ein Symbol für die Gefährdung der sensiblen Natur Afrikas und die Notwendigkeit ihres umfassenden Schutzes.

Spätestens aus „The Lion King“ kennt jeder Mensch die faszinierende und majestätische Raubkatze, die vor allem in Afrika und im indischen Bundesstaat Gujarat beheimatet ist. Der Löwe (Panthera leo) zählt in der Tat zur Familie der Katzen, ist also mit der hierzulande beliebten Hauskatze verwandt. Mit einer Schulterhöhe von durchschnittlich 120 cm und einem Körpergewicht von bis zu 200 kg ist er nach dem Tiger die zweitgrößte Katze der Welt und das größte Landraubtier Afrikas. Die Männchen zeichnen sich durch die bekannte üppige Mähne aus, welche den Weibchen in der Regel fehlt. Hin und wieder kann es jedoch vorkommen, dass auch Löwinnen eine Mähne tragen, dies wurde zum Beispiel im Okavango-Delta in Botswana beobachtet, die Ursache für dieses Phänomen ist allerdings noch nicht vollends geklärt.

Im Gegensatz zu den meisten Katzen leben Löwen nicht einzelgängerisch, sondern in Rudeln. Demnach existiert bei ihnen ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das durch eine klare Hierarchie innerhalb des Rudels gekennzeichnet ist. Meist wird der Kern des Rudels durch eine Gruppe untereinander verwandter Weibchen und ihrer Jungen gebildet. Diese werden von einer „Koalition“ ausgewachsener Männchen verteidigt. Das Alpha-Männchen muss sich seine Position alle zwei bis drei Jahre erkämpfen. Wird es von einem jüngeren und stärkeren Männchen im Zweikampf besiegt, muss es seine Rudelführerschaft an den Rivalen abtreten. Oft kommt es dann zu einem sogenannten Infantizid, das heißt die Jungen des Vorgängers werden getötet, um die Weibchen schnellstmöglich wieder paarungsbereit zu machen und die eignen Gene verbreiten zu können. Im Gegensatz zu den Männchen bleiben die Weibchen meist ihr ganzes Leben in dem Rudel, in dem sie geboren wurden. Die Rudelgröße variiert zwischen 3 und 30 Tieren.

Löwen gelten als recht anpassungsfähig. Zwar liegt ihr bevorzugter Lebensraum in der Savanne, jedoch findet man sie auch in Trockenwäldern und Halbwüsten. Obwohl sich das historische Verbreitungsgebiet der Art bis ins südöstliche Europa erstreckt, liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet heute vor allem südlich der Sahara. Nördlich der Sahara wurde der Löwe in den 1940er Jahren ausgerottet. In Indien wurde die Art weitgehend vernichtet, lediglich im Bundesstaat Gujarat im Gir-Nationalpark hat sich ein kleiner Restbestand gehalten.

Insgesamt gilt der afrikanische Löwe als stark gefährdet. Die IUCN schätzt, dass nur noch etwa 16.000 bis 30.000 Löwen in freier Wildbahn leben. Die Bestände haben in den letzten 20 Jahren um 30 bis 50 Prozent abgenommen. Hauptursache für den starken Rückgang ist zum einen der Lebensraumverlust durch das vermehrte Anlegen von Weideviehflächen sowie die illegale Bejagung. Vor allem die Köpfe und Tatzen der Löwen gelten als beliebte Jagdtrophäe, den Knochen wird vor allem im asiatischen Raum eine heilende Wirkung nachgesagt.

Ein weiteres Problem ist das Auftreten von Infektionskrankheiten. Vor allem die Populationen im Krüger-Nationalpark leiden unter dem FI-Virus. Diese auch als „Katzen-AIDS“ bekannte Erkrankung des Immunsystems ist für den Menschen zwar ungefährlich, für Löwen endet sie aber in der Regel tödlich. Eine gesunde und stabile Population kann solch eine Krankheit verkraften, daher ist es vonnöten die verbleibenden Tiere umfassend zu schützen und ihre Bestände zu stabilisieren.

Bei vielen der Projekte von NATUCATE im südlichen Afrika gibt es die Möglichkeit, wildlebende Löwen zu beobachten und alles Wichtige über diese faszinierenden Tiere zu lernen.

Quelle: P. Caputa: Der kahle König. In: National Geographic. Gruner und Jahr, Hamburg 2002

Autor: NATUCATE – David Pyka

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