Der Hornrabe – ein Wahrzeichen der afrikanischen Savanne

Die 54 Vogelarten der Hornraben-Familie findet man verstreut im Raum Asien, Indien und im Südlichen Afrika. Die größte dieser Vogelarten ist der Südliche Hornrabe (auf Englisch Southern Ground Hornbill), der im Südlichen Afrika zuhause ist. Der Südliche Hornrabe ist durch seine rote Färbung an Hals und Augen, die sich deutlich vom schwarzen Federkleid abhebt, einer der am einfachsten zu identifizierenden Vogelarten der Welt.

Der Vogel lebt in Gruppen von zwei bis zwölf Tieren, die ein großes, streng bewachtes Gebiet von bis zu 100 km² bewohnen. Die Aufzucht der Jungen wird nicht nur von den Eltern, sondern von der gesamten Gruppe übernommen. Die Vögel können bis zu über 50 Jahre alt werden. Ihre dröhnenden Rufe werden oft mit denen von Löwen verwechselt. Auf ihrem Speiseplan stehen verschiedene Insekten, Frösche, Eidechse aber auch kleine Säugetiere, wie Eichhörnchen. Der Südliche Hornrabe lebt im Krüger Nationalpark, Mapungubwe Nationalpark und seit kurzem auch wieder im Marakele Nationalpark. Er zählt zu den gefährdeten Vogelarten und wird selten außerhalb von Naturschutzgebieten gesehen. Es wird vermutet, dass der Südliche Hornrabe bald in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten aufgenommen wird.

Um das Fortbestehen dieser faszinierenden Vogelart zu sichern, müssen konkrete Naturschutzmaßnahmen getroffen werden. Eines der Hauptprobleme stellt der Verlust des natürlichen Lebensraums, vor allem der Brutplätze und Nahrungsquellen dar. Durch die Ausbeutung der Holzbestände Afrikas und die zunehmende Erschließung der Savanne durch den Menschen, werden die für den Nestbau der Hornraben relevanten Bäume immer mehr zerstört. Ein weiteres Problem ist die direkte oder indirekte Vergiftung der Tiere. Im Rahmen unterschiedlicher Kampagnen, die der Bekämpfung der Tollwut dienen, wurden viele Giftfallen im Land aufgebaut, denen auch immer mehr Hornraben zum Opfer fallen. Zusätzlichen werden die Vögel auch durch direkte Verfolgung gefährdet. Gerade in den vom Menschen besiedelten Gebieten werde sie aufgrund ihres territorialen, aggressiven Verhaltens verscheucht oder sogar erschossen. Die Körperteile der Tiere werden darüber hinaus häufig für traditionelle Rituale verwendet, sodass die Tiere konkret zu diesem Zwecke bejagt werden. Weiterhin werden die Tiere durch Stromoberleitungen und Vogelhandel gefährdet. Die niedrige Reproduktionsrate der Hornrabe verschärft die kritische Situation, sodass adäquate Schutzmaßnahmen vonnöten sind.

SANParks setzt sich auch für den Schutz dieser Tierart ein und bittet um Mithilfe bei der Sichtung dieser Tiere. Für ein umfassendes Monitoring sollten die Angaben Datum, Uhrzeit, Ort, Anzahl und die Verfassung des Vogels an die Verwaltung von SANParks gemeldet werden.

Quelle: SANParks, EWT und Ground Hornbill Organisation (20.09.2016)

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