Afrikanische Elefanten, große Bäume und der Maschendrahtzaun

Die Nahrungssuche sowie das Fressverhalten von Elefanten hinterlassen Spuren in der Natur. Somit verändern Elefanten allogen das Landschaftsbild. Durch anthropogene Einflüsse, wie die Errichtung von Siedlungen und Zäunen, kommt es dazu, dass sich der Lebensraum von Elefanten verkleinert und sie ein bestimmtes Gebiet unnatürlich lange bewohnen. Die Populationsdichte der Elefanten ist auf kleinerer Fläche höher. Die Elefanten benötigen jedoch noch die gleiche Menge an Nahrung, sodass die Vegetation in dem verkleinerten Bereich kontinuierlich beansprucht wird. Das hat Konsequenzen für Pflanzen- und Tierwelt.

Bei der Nahrungssuche und -aufnahme kommt es dazu, dass Elefanten die Rinde vom Baum lösen, Äste abbrechen, den Stamm beschädigen oder sogar ganze Bäume entwurzeln. Diese Abnutzung der Bäume führt vermehrt zum Insektenaufkommen. Es kann vorkommen, dass Bäume durch den Insektenbefall absterben. Die verletzte Rinde ist auch weniger feuerresistent und bietet dem Baum so weniger Schutz. Diese Verletzungen am Baum können dazu führen, dass es für Geier und Raubvögel nicht mehr möglich ist, ihre Nester darauf zu errichten.

Im Krüger Nationalpark wird seit Langem daran geforscht, wie man Baumbestände vor Elefanten bewahren kann. Elefanten sind durch ihre Größe und Masse eine der wenigen Tierarten, die in der Lage sind, große Baumarten überhaupt zu beschädigen. Leider stellt die Kraft der Elefanten ein Problem für den Nationalpark dar. Die Bäume sind ein wichtiger Bestandteil des biogeochemischen Kreislaufs der Savanne und werden von anderen Tieren für Schatten, Nahrung, als Nestplatz oder als Rückzugsort genutzt.

Maschendrahtzaun soll ein Lösungsansatz für dieses Problem sein. Die Umwicklungstechnik des Maschendrahtzauns um die Bäume stammt aus Kenia. Sollten diese Zäune langfristig Erfolg erbringen, ist die Methode eine kosteneffektive und ökologisch bedeutende Lösung für eine weiterhin bestehende Elefantenaktivität in begrenzten Regionen.

Derham, K., Heneley, M. und Schulte, B. haben im Associated Private Nature Reserve (APNR), eine 1.800 km² große, an den Krüger National Park angrenzende Region, untersucht, wie sich der Maschendrahtzaun auf die Abnutzung durch Elefanten auswirkt. Die Untersuchungen zeigten, dass die Anwesenheit vom Maschendrahtzaun keinen Einfluss darauf hatte, ob die Bäume von Elefanten genutzt wurden. Das heißt, dass Bäume mit sowie Bäume ohne Maschendrahtzaun von Elefanten genutzt wurden. Es zeigte sich aber, dass die Häufigkeit und das Ausmaß der Abnutzung bei Bäumen mit Maschendrahtzaun weniger stark waren. Es konnte nicht verhindert werden, dass Äste abbrachen oder Bäume im größeren Ausmaß beschädigt wurden, allerdings wurde die Stammrinde größtenteils verschont. Um die großen Baumarten zu erhalten und die Elefanteneinwirkungen zu mildern wären Maschendrahtzäune ein guter erster Ansatz.

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